Hui Buh – 31. Die vermaledeiten Marionetten



An einem vielversprechenden Vormittag im Spätsommer (und nicht an einem nebligen Februarmorgen, wie Hui Buh behauptet) wird in Burgeck ein Jahrmarkt aufgebaut. Natürlich wollen auch die Bewohner des Schlosses das Spektakel nicht verpassen, wobei Hui Buh natürlich besonders von dem Zelt der Wahrsagerin fasziniert ist, die eine echte Geisterbeschwörung bewirbt. Doch natürlich ist dabei nicht alles so, wie man es erwarten würde…

„Hui Buh“ ist zwar eindeutig ein Hörspiel, das sich vornehmlich an Kinder richtet, macht dabei aber einiges anders (und dabei ziemlich gut) als andere Produktionen – insbesondere, weil es auch seine jungen Hörer sehr ernst nimmt und ihnen durchaus komplexere Handlungen zutraut. Auch „Die vermaledeiten Marionetten“ geht diesen Weg, lässt sich dafür aber auch die Zeit, die Handlung stimmig und gut nachvollziehbar aufzubauen und die vielen Elemente zu erklären. Sicherlich ist das Tempo dadurch nicht sonderlich hoch, unterhaltsam und kurzweilig ist die Episode aber durchgängig. Dabei begeistert schon die Introszene mit einem witzigen Dialog zwischen Hui Buh und dem Erzähler, die sich um die richtige Erzählweise streiten, aber auch mit der lebendigen Stimmung auf dem Jahrmarkt, sodass man sich das bunte Treiben sehr gut vorstellen kann. Die mittelalterliche Atmosphäre kommt dabei gut zur Geltung, ist aber passend modernisiert worden. Danach nimmt die Handlung mit verschiedenen Nebenarmen und einprägsamen neuen Charakteren ihren Lauf, was mir sehr gut gefallen hat. Besonders die Streitigkeiten zwischen den Burgbewohnern sorgt dabei für Spannung, die in einem lebendigen und gut erzählten Finale enden. Eine sehr starke Episode der Serie, die lebendig und vielseitig erzählt würde.

Drei starke Sprecherinnen sind in dieser Episode als Gast zu hören, und obwohl diese alle im Umfeld des Jahrmarktes auftreten, kann man die drei dank eigenständiger Interpretationen alle gut auseinanderhalten. Die wunderbare Isabella Grothe sorgt als Philine Munrab mit ihrer rauen und etwas kratzigen Stimme für viel Aufsehen, kann die leicht spöttische Art der Schaustellerin lebendig umsetzen und für viele markante Momente sorgen. Tanja Geke spricht die Rolle der Puppenspielerin Dorothea Hasenpflug ebenfalls sehr ausdrucksstark und passt wunderbar in die mystische Atmosphäre der Handlung und legt viel Energie in die Rolle. Auch Anita Hopt macht als Carola Simmung eine sehr gute Figur und setzt ihre variable Stimme sehr variantenreich ein. Weitere Sprecher sind Christoph Maria Herbst, Ulrike Stürzbecher und Maximilian Artajo.

Für eine Kinderserie ist „Hui Buh“ ja schon immer recht vielfältig umgesetzt, in dieser Folge ist die Geräuschkulisse auf dem Jahrmarkt aber besonders detailreich dargestellt. Stimmgewirr und ganz verschiedene Sounds tragen dabei zu einer passenden Atmosphäre bei – aber immer in genau der richtigen Lautstärke, ohne zu sehr von den Dialogen oder Erzähltexten abzulenken. Auch die Musik ist wieder sehr gelungen im Einsatz und verstärken die mystische und fröhliche Grundstimmung, werden aber in unheimlichen Momenten ebenfalls gut eingebaut.

Das Titelbild der Episode verbreitet eine hübsch mittelalterliche und gespenstige Atmosphäre, welches nicht nur das Marionetten-Theater thematisiert, sondern auch Hui Buh in der niedlichen, aber auch etwas künstlich wirkenden CGI-Optik darstellt. Das Innere ist hübsch und übersichtlich gestaltet, enthält aber einen Bonus-Content für den Käufer der CD.

Fazit: Unheimlich, spukig, aber auch lustig und voller Wortwitz ist auch diese Episode der Reihe geraten, die eine recht komplexe, aber auch gut verständliche Handlung erzählt und dabei durchweg unterhaltsam ist. Die Stimmung auf dem Jahrmarkt, aber auch die Rivalitäten auf Schloss Burgeck bringen gemeinsam mit den markanten Nebenfiguren der Episode viel Leben in die Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.

VÖ: 9. Oktober 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397591422

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