Offenbarung 23 – 88. Zeit ist Geld



Der Druck bei der Arbeit ist in den letzten Jahren gestiegen, weswegen die Gefahr gestiegen ist, an psychischen Erkrankungen und Burn-Out zu leiden. Doch liegt das an dem erhöhten Leistungsbedürfnis des einzelnen Menschen oder versucht jemand, im Hintergrund auf genau diesen Effekt abzuzielen? T-Rex und seine Freunde ermitteln auf ihre ganz spezielle Weise und bekommen dabei Besuch von unerwarteter Seite…

Die Themenfindung für die Verschwörungstheorien-Serie „Offenbarung 23“ ist nach deutlich über 80 Episoden sicherlich nicht einfacher geworden. Nachdem die großen und bekannten Rätsel unserer Gesellschaft bereist (zumindest potenziell) aufgeklärt sind, widmet sich die Serie immer häufiger scheinbar alltäglichen Themen der heutigen Zeit. In Folge 88 mit dem Titel „Zeit ist Geld“ geht es darum, wie die vom Menschen eingeteilte Zeit in Sekunden, Minuten und Stunden uns beeinflusst, welche Wirkungen (und Nebenwirkungen) dies hat, und wie skrupellose Strippenzieher im Hintergrund ihren Profit daraus ziehen können – letztere natürlich wieder repräsentiert von F., die in der Intrigenspinnerei nun auch Kate immer mehr einbezieht und einen lange verloren geglaubten Charakter zurückbringt. Damit ist die Rahmenhandlung durchaus unterhaltsam gefüttert, auch wenn diese sich nicht wesentlich weiterbewegt, sind diese Details durchaus stimmig inszeniert – was für die eigentliche Handlung leider nicht gilt, da diese kaum vorhanden ist. In (mittlerweile üblicher) Manier werden Gemeinplätze ausgetauscht, wissenschaftlich Studien zitiert oder ein gesellschaftliches Bild heraufbeschworen, was aber fast vollkommen überraschungsfrei geraten ist. Die enthaltene Gesellschaftskritik ist dabei sehr einseitig beleuchtet, die Intention dahinter zu simpel gestrickt, um mich wirklich überzeugen zu können.

Die Sprecherliste ist ein Mix aus dem momentanen Stammcast, vor allem die bereits bekannten Rollen sind darauf zu lesen, unter anderem Luisa Wietzoreck, Alexander Turrek und Stefan Krause. Auch Marie Bierstedt ist als Nolo natürlich wieder mit von der Partie und bringt die Neugier, aber auch das leicht spöttische Wesen der jungen Frau gut zur Geltung. Uschi Hugo bringt die inneren Konflikte ihrer Figur Kate überzeugend herüber und bietet mit ihrer kalten und harten Sprechweise eine interessante Figur. Arianne Borbach ist mal wieder als Margo zu hören, ihr Gastauftritt nach zahlreichen Folgen der Abstinenz gerät allerdings wegen der zu harmlos wirkenden Rolle nicht so prägnant wie früher, auch wenn sie gewohnt mysteriös und düster spricht.

Sicherlich ist die akustische Gestaltung der Serie seit vielen Jahren ist festen Bahnen und bietet deswegen immer eine ähnliche Ästhetik mit recht wenig Begleitung der Dialoge, schnittiger Musik während der Szenenwechel und einiger passender Geräusche. Dies wird hier jedoch gekonnt variiert, da das markante Ticken einer Uhr häufiger wiederholt wird und die gestiegene Hektik, die dabei entsteht, gut zur Geltung kommen lässt.

Das Motiv auf dem Cover hätte ich nicht unbedingt erwartet, die hektische Szenerie eines U-Bahnhofs mit hetzenden Passanten und zahlreiche Rolltreppen trifft aber die Aussage des Hörspiels sehr gut, was durch das opulente Logo ergänzt wird. Natürlich findet man auch hier die Sprecher und ihre Rollen bereits auf der Rückseite, weswegen das Innere kaum zusätzliche Informationen bereithält und etwas unübersichtlich wirkt.

Fazit: „Zeit ist Geld“ ist größtenteils leider etwas zäh geraten, auch wenn die kleinen Entwicklungen in der Rahmenhandlung durchaus Unterhaltungspotenzial haben. Diese nehmen aber nur einen recht kleinen Teil der Episode ein, ansonsten verliert sich die Episode in zu wenig Handlung, zu allgemeinen Aussagen und einer allzu plakativen Aussage – leider nicht so recht mein Fall.

VÖ: 29. Juni 2020
Label: Highscore Music
Bestellnummer: 9783785781883

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