Eifel-Krimi - 5.2 Eifel-Gold



Noch immer ist der Millionenraub in der Vukaneifel ungeklärt, Reporter Sigi Baumeister hat sich völlig in die Recherchen vertieft. Als Elsa von Rodenstock ebenfalls auf den Fall angesetzt wird und unerwartet bei Sigi Baumeister ein Quartier bezieht, bekommen ihre Ermittlungen neuen Schwung. Doch Sigi Baumeister sorgt sich auch um den Gemütszustand der sanftmütigen Fotografin, sodass er bald wieder an seine Grenzen kommt…

WinterZeit hat sich bei der Umsetzung der „Eifel-Krimis“ nach den Vorlagen von Autor Jacques Berndorf nicht gerade kurzgehalten und hält sich eng an die Vorlagen, ohne viel heraus zu kürzen. Und das sorgt dafür, das Eifel-Gold auf ganze vier CDs verteilt werden musste, die immer noch bis zum Rande gefüllt sind. Veröffentlicht wurde die Umsetzung in zwei Folgen mit je zwei Discs, sodass zu Beginn des zweiten Teils mitten in der Handlung angesetzt wird – und das ist wörtlich zu nehmen, fast wird ein gerade begonnener Dialog fortgesetzt. Die Ereignisse aus dem vorigen Teil sollten dementsprechend noch recht präsent sein, da keine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse vorhanden ist und viele Details aus dem ersten Teil noch eine wichtige Rolle spielen. Der Schnitt an dieser Stelle ist aber durchaus sinnvoll, da mit dem Auftauchen von Elsa tatsächlich noch einmal eine kleine Wendung in der Handlung eingebaut ist. Die Recherchen zu dem Fall sind in einigen ausführlichen Dialogen aufbereitet, was zwar die Informationen sehr detailliert wiedergibt und einen sehr vielschichtigen Überblick über den Fall gibt, aber einige Passagen auch etwas langwierig wirken wird. Zwar bessert sich dieser Eindruck im Laufe der Zeit und besonders im letzten Viertel, das noch einmal spannender geraten ist. Doch leider wirkt der Fall eben stellenweise zu langsam. Gut eingebunden ist aber auch die Stimmung im Haus von Sigi Baumeister, bei dem sich zahlreiche andere Figuren eingenistet haben und das zu einer Art Kommandozentrale geraten ist. Hier ist jede Menge Stimmung und Humor eingebaut, das Beziehungsgeflecht und die flotten Sprüche sorgen für Auflockerung und ein paar skurrile Momente. Die Themenwahl ist nicht nur politisch, sondern auch mit vielen gesellschaftlichen Themen gespickt, was mir sehr gut gefallen hat und sehr gut recherchiert ist – besonders, da kein einseitiger Blick auf die Dinge gewährt wird, sondern verschiedene Blickwinkel eingebunden sind. Die Verknüpfung zu dem Raub ist essentiell für die Lösung des Falles und keine bloße Kulisse, und genau das macht den Reiz der Handlung aus.

Die Sprecher gefallen mir insgesamt sehr gut, wobei die wunderbare Giuliana Jakobeit als Elsa wieder eine ganz besondere Stimmung mit einbringt. Sie verleiht ihrer markanten Stimme einen mal gefühlsbetonten mal engagierten Klang und bringt viel feinen Humor mit ein. Jannick Endemann spricht die Rolle des Daun ebenfalls sehr vielseitig, aber immer passend und authentisch, wobei er in den verschiedenen Szenen unterschiedliche Ausdrücke vermitteln kann. Cathrin Omlohr hat mich in der Rolle der Bettina leider nicht sonderlich überzeugt, sie spricht etwas schleppend und wirkt so recht hölzern, was die Szenen mit ihr nach unten zieht. Weitere Sprecher sind Bernd Egger, Eva Kurz und Stefan Krause.

Akustisch ist die Episode insgesamt sauber umgesetzt. Einige der eingebauten Melodien sind bereits aus den vorigen Folgen der Serie bekannt und bilden einen gelungenen Wiedererkennungswert, andere sind neu und gut an die Handlung angepasst. Die Geräusche sind passend eingefügt und illustrieren die Handlungen der Charaktere, nur manchmal ist das zu plakativ geraten. Zudem habe ich den Eindruck, dass einige Stimmen lauter abgemischt sind als andere, was das Zuhören anstrengender macht.

Ein dickes Bündel Geldscheine ist das schlichte Motiv auf dem Titelbild, was dennoch effektvoll geraten ist. Die gelbe Einfärbung sorgt für einen ansehnlichen Effekt. Der CD-Käufer bekommt dazu noch ein wertiges Booklet aus Papier mit Glanzüberzug, in dem einige Informationen gesammelt sind und einen ersten Entwurf des Covermotivs zeigt – und ein Blick auf die kommenden Episoden wird auch gewährt.

Fazit: Die Handlung des ersten Teils wird ebenso vielschichtig und abwechslungsreich erzählt, wobei der Fokus auf einige gesellschaftliche und politische Entwicklungen gelenkt wird. Das sorgt gemeinsam mit der besonderen Stimmung im Ermittlerteam für den Reiz der Episode, auch wenn manche Dialoge etwas zu lang geraten sind und an Spannung verlieren. Der umfassende Blick auf die Zusammenhänge ist aber interessant und hörenswert geraten.

VÖ: 21. August 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960663119

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