John Sinclair Classics – 41. Der schwarze Würger



Eine ausgelassene Party am Familiensitz der Familie Clifton läuft etwas aus dem Ruder, sogar Dan, der Bruder des Gastgebers Percy Clifton, wird von den Gästen in den Pool befördert – und überlebt den üblen Streich nur knapp. Sheila Hopkins, die ebenfalls anwesend ist, zieht in aus dem Wasser, doch sie hat noch mehr Fragen an die beiden Brüder. Denn ihre Schwester Laura ist als Teenager vor einiger Zeit bei einem Ausflug verschwunden und war eng mit Sheila befreundet…

Der Kampf gegen Dämonen, Hexen und andere Mächte der Hölle ist ja fast schon Alltag für John Sinclair, von dem neben der normalen Hörspielumsetzung und regelmäßig erscheinenden Sondereditionen auch die „Classics“-Serie seit einigen Jahren erfolgreich läuft. Die 41. Folge mit dem Titel „Der schwarze Würger“ geht aber nicht direkt in die vollen, sondern setzt an einem anderen Punkt an – schließlich ist die Hauptfigur eigentlich Polizist. Gerade zu Beginn mutet die Geschichte dann auch eher wie ein Krimi an, es gilt ein dichtes Beziehungsgeflecht innerhalb einer Familie zu entschlüsseln, mehrere merkwürdige Ereignisse in deren Vergangenheit aufzuklären und – wie nebenbei – auch eine aktuelle Attacke auf ein Familienmitglied aufzuklären. Übernatürliche Elemente halten sich vorerst zurück, auch beim titelgebenden „schwarze Würger“ deutet erst einmal nur wenig auf einen mystischen Hintergrund hin. Das ist dennoch spannend aufbereitet und mit vielen interessanten Momenten versehen, weil die neu eingeführten Nebenrollen so markant und ausdrucksstark geraten sind. Doch auch die Zuspitzung der Handlung kann sich hören lassen und setzt immer weitere gelungene Akzente, die sich zu einem prägnant erzählten Finale aufbauen. Eine gelungene Episode mit einigen gelungenen Wendungen, die mir insgesamt gut gefallen hat.

Wie bereits in der eigentlichen Serie um John Sinclair ist die wunderbare Daniela Hopkins in der Rolle der Sheila Hopkins (spätere Conolly) zu hören und setzt ihre ausdrucksstarke und dennoch sanfte Stimme sehr geschickt ein, um ihrer Rolle eine sehr präsente Ausstrahlung zu verleihen und so zum Leben zu erwecken. Jonas Minthe ist in der Rolle Percy Clifton zu hören und bringt den arroganten und überheblichen jungen Mann sehr eingängig herüber, seine Betonung ist immer sehr passend und gut auf die Szenerie angepasst. Sein Vater Stuart wird von Herbert Tennigkeit gesprochen, der mit viel Wucht und sehr abwertend die Rolle des dominanten Geschäftsmannes spricht. Weitere Sprecher sind Matti Klemm, Robert Kotulla und Peter Kaempfe.

Mir gefällt die akustische Umsetzung der Episode, bei der alle Elemente sehr gut aufeinander abgestimmt sind und die Handlung zum Leben erwecken – mal mit dräuenden Musikstücken im Hintergrund, mal mit geschickt eingebauten Geräuschen oder geschickt platzierten Schockmomenten. Die dadurch entstehende Stimmung ist düster und bedrohlich und bildet eine gelungene Kulisse für die verschiedenen Szenen der Handlung.

Das Cover zu dieser Episode ist etwas zurückhaltender als sonst, ist durch sein Spiel von Licht und Schatten aber dennoch unheimlich und düster geraten. Der Schrecken auf dem Gesicht der jungen Frau ist von Illustrator Timo Wuerz sehr gut getroffen, die Schatten einer krallenartigen Hand scheinen dabei nach ihr zu greifen, was eine gewisse Mystik erzeugt.

Fazit: Die in dieser Episode platzierten Krimielemente sind sehr gut untergebracht und führen zu unterhaltsamen Ermittlungen, aus denen sich im Laufe der Zeit ein überraschendes Gesamtbild zusammensetzt. Die eher langsame Erzählweise und die später auftauchenden übernatürlichen Elemente sorgen für einen gelungenen Eindruck und eine abwechslungsreiche Geschichte.

VÖ: 27. November 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785780886

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