Dracula und der Zirkel der Sieben – 2. Blutsfeinde



Dracula kommt mit der Hilfe von Victor Frankenstein in einem Hotel an der niederländischen Küste an, doch auch sein Gegenspieler Abraham van Helsing ist vor Ort – und eine geheimnisvolle Gräfin, die ihre eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Dracula will einen Pakt mit ihr eingehen und übermittelt ihr ein unwiderstehliches Angebot. Doch dabei führt er Finsteres im Schilde und will um jeden Preis seine Macht erweitern…

Das mittlerweile gar nicht mehr so kleine Serienuniversum um den „Zirkel der Sieben“ bedient sich gerne und reichhaltig an verschiedenen realen wie fiktiven Persönlichkeiten und führt diese in oft unerwarteter Weise zusammen. So ist der legendäre Vampir „Dracula“ schon länger Teil des Komplexes, die eigenständige Serie um den Bösewicht fügt in der zweiten Episode „Blutsfeinde“ sogar noch mehr solcher Charaktere ein. Eine geheimnisvolle Gräfin taucht auf, wird von Dracula für seine Zwecke eingespannt und gibt der Episode so einige gelungene Wendungen. Auch das Konstrukt um Mina und Jonathan Harker sowie Abraham van Helsing aus der ursprünglichen Geschichte von Bram Stoker wird weiter ausgebaut. Diese beiden Themen fließen schon recht bald ineinander und sorgen für einige gelungene Wendungen, sodass die Charaktere unter immer neuen Vorzeichen agieren. Das ist oft kreativ gelöst und stellt merklich die Weichen für die kommenden Folgen. Das verläuft oft auf recht ruhige Weise in Dialogen ohne viele Handlungen, was aber dennoch sehr unterhaltsam und kurzweilig geraten ist – vor allem, wenn sich gegen Ende alles zuspitzt und in einigen sehr markanten Szenen zusammenlaufen, was in sehr düsteren und unheimlichen Szenen endet. Mir gefällt, dass keiner der Charaktere ein wirklicher Held ist und man mit den Bösewichten ebenso mitfiebert wie mit den vermeintlichen Helden,
was eine ganz besondere Stimmung mit sich bringt. Die Serie wird gekonnt fortgeführt und um weitere Ebenen ergänzt.

Die Sprecher der Episode gefallen mir wieder sehr gut und sorgen für einen markanten Eindruck ihrer Charaktere. So ist die wunderbare Arianne Borbach in der Rolle der machtvollen Gräfin zu hören und stattet sie mit einer geheimnisvollen und düsteren Aura aus, legt aber auch viel Energie in ihre Stimme und schafft so eine einprägsame Aura. Liane Rudolphs leicht rauer und tiefer Klang passt ebenfalls sehr gut zu deren beflissenen Dienerin Anna und sorgt für zusätzliche Stimmung, wobei sie ihre Szenen noch intensiver wirken lässt. Torsten Michaelis ist ebenfalls wieder sehr stark, die Rolle des titelgebenden Dracula ist mit seiner knurrenden, düsteren Art sehr auffällig umgesetzt, was für viel Aufmerksamkeit und Präsenz sorgt. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Victoria Sturm und Peter Kirchberger.

Die düstere Grundstimmung der Episode wird durch die akustische Gestaltung gelungen unterstrichen, wobei der Spannungsbogen unterstrichen wird. Die Musik wird in den intensiveren Momenten lauter und dramatischer, die Geräusche prägnanter, doch auch in den ruhigeren Szenen werden die Dialoge lebendig und abwechslungsreich begleitet. Das wirkt alles wie aus einem Guss und sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck.

Ein düsteres Schloss, das herrschaftlich in den Himmel ragt und zu dem eine steinerne Brücke über ein Tal führt – das Bauwerk auf dem Cover zur Episode wird einerseits durch einen großen Rabenschwarm unheimlicher gemacht, andererseits durch ein weibliches Augenpaar, welches den Betrachter direkt anzuschauen scheint. Die rötlich-braune Einfärbung passt gut zu dem Motiv und greift die Idee des ersten Covermotivs gekonnt auf.

Fazit: „Blutsfeinde“ überzeugt mit seiner größtenteils ruhigen, aber dennoch bedrohlichen und markanten Erzählweise. Die Dialoge sind mit interessanten Details gespickt und sorgen für einen kurzweiligen Verlauf, während die verschiedenen Ideen gekonnt zusammenfließen und mit düsterer Ausstrahlung punkten. Schön, dass etwas klarer wird, in welche Richtung sich die Serie entwickelt – das weckt auf jeden Fall die Lust nach mehr.

VÖ: 17. Dezember 2020
Label: Maritim
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