Edgar Wallace löst den Fall – 8. Zimmer 13



Nachdem er gemeinsam mit einer Verbrecherbande an einem spektakulären Juwelenraub verwickelt war und viele Jahre im Gefängnis gesessen hat, wird Johnny Grey entlassen. Prompt lauern ihm seine alten Kumpane auf und wollen ihn wieder auf seine Seite ziehen - und an die immer noch verschwundenen Juwelen kommen. Doch die Liebe zu seiner Verlobten Marlene hält ihn auf der richtigen Seite, doch im Haus ihrer Familie bekommt Johnnys Hoffnung auf ein besseres Leben einen empfindlichen Dämpfer…

„Zimmer 13“ ist zwar bereits der achte Teil der Reihe „Edgar Wallace löst den Fall“ von WInterZeit, aber erst der zweite Teil mit dem neuen Konzept und Inspector Bliss als federführender Ermittler, sodass die Episode zwar schon in gefestigten Bahnen verläuft und gerade die akustische Ästhetik schon sehr eingespielt und sicher ist, aber eben dennoch viele Elemente noch nicht vollständig ausgereizt sind. So ist beispielsweise das Auftauchen von Autor Edgar Wallace noch überraschend, seine Rolle als Berater von Bliss weiterhin sehr reizvoll und ein kleines Highlight in der Handlung, der auch den Hörer auf die Zielgerade der Handlung führt. Doch auch der Grundsatz um den entlassenen Juwelendieb, dessen neues Leben außerhalb der Gefängnismauern sehr anders verläuft als gedacht. Neben einigen privaten Turbulenzen gibt es auch einen Mord, den Bliss aufklären muss und gleichzeitig als eine Art Schutzpatron für Johnny dient. Dieses enge Zusammenspiel der verschiedenen Perspektiven ist sehr gut geraten und führt zu einem sehr detaillierten Blick auf die Ereignisse, wobei auch die Hintergrundgeschichte um den ersten Juwelenraub immer weitere Details hinzugewinnt. Das ist sehr abwechslungsreich und dynamisch geraten, sodass die spannende Handlung sehr gut zur Geltung kommt. Und auch die Darstellung der bekannten Charaktere mit ihren speziellen Eigenheiten ist gelungen und bringt an der einen oder anderen Stelle viel Humor mit ein.

Oliver Bender ist in der Rolle des Johnny Grey sehr gut besetzt und bringt die anfängliche Hoffnung ebenso elanvoll und lebendig zur Geltung wie die spätere Härte in seiner Stimme, sodass ein ebenso überzeugender wie spannender Charakter entstanden ist. Mir gefällt ebenfalls die hämische Figur des Jeffrey Kane sehr gut, der von Axel Malzacher beeindruckend facettenreich gesprochen wird und mit seinem machtvollen Auftreten für markante Szenen sorgt. Nicole Hannak ist in der Rolle der Marlene Ashcroft ebenfalls sehr gut besetzt und überzeugt mit ihrem gefühlsbetonten Auftritt, der viel von der unterdrückten Frau offenbart. Weitere Sprecher sind Engelbert von Nordhausen, Frank Felicetti und Liane Rudolph.

Die wunderbare Stimmung der Wallace-Romane überträgt sich gekonnt auch auf diese Hörspiele, das neblige und düstere London wird durch viele gelungene Hintergrundgeräusche oder passende Halleffekte auf den Stimmen heraufbeschworen. Und auch die eingebaute Musik ist sehr passend eingebaut, neben dem prägnanten Titelsong gibt es viele Melodien, die die Szenenwechsel atmosphärisch gestalten oder besonders spannende Momente gelungen unterstreichen.

Natürlich ist auch das Titelbild dieses Falles in den rot-gelben Farben zu sehen, nur die Holztür als eigentliches Motiv setzt sich dunkel davon ab. Die schlichten Schriftzüge und das umrahmende Ornament passen wieder gut dazu. Dieses Konzept setzt sich auch im inneren des beiliegenden Booklets fort, das einen ausführlichen Einleitungstext von Autor und Produzent Markus Winter enthält, in dem er das neue Serienkonzept mit einigen Hintergründen erklärt.

Fazit: Das neue Konzept der Serie funktioniert auch in dieser Episode hervorragend, wobei diese auch mit ihrer gut durchdachten Handlung überzeugt, die einen Juwelenraub aus der Vergangenheit mit einem aktuellen Mordfall verbindet. Der feine Humor sehr Serie, die gut gestalteten Charaktere und eine spannende Entwicklung funktionieren sehr gut zusammen und sorgen für einen überzeugenden Gesamteindruck.

VÖ: 12. September 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661313

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