John Sinclair (TSB) – 97. Asmodinas Höllenschlange



Asmodina plant einen neuen Anschlag auf das Team von John Sinclair, im Keller eines Wohnhauses besucht sie einen Verbündeten, der Tausende von Schlangen unterirdisch gezüchtet hat. Die Attacke soll gerade an dem Tag startet, als Shao ihren Geburtstag feiert und viele asiatische Cousins von Suko ausgelassen zusammensind. Umso überraschender ist Asmodinas Übergriff – und sie hat noch ein weiteres Ass im Ärmel…

Von Anfang an hat Lübbe Audio versprochen, die Wiederveröffentlichung der „John Sinclair“-Umsetzung vom Tonstudio Braun als Hörspiel bis zum Ende zu treiben – und hält Wort, sodass der geneigte Hörer auch die 97. Episode „Asmodinas Höllenschlange“ in einer Kaufversion ins heimische Regal stellen kann. Natürlich macht die Serie in dieser Episode keinen Quantensprung, immer noch wirken viele Formulierungen sperrig, ist die akustische Umsetzung einfach und oft eher unfreiwillig komisch statt unheimlich, sind die Sprecher nicht immer optimal ausgewählt, entwickelt aber dennoch einen ganz eigenen Charme. Mir gefällt zudem die Themenwahl dieser Episode, neben der schier unendlich wirkenden Schlangeninvasion mit ihren ganz eigenen magischen wie körperlichen Fähigkeiten ist ebenso gelungen wie der Einschlag in die altägyptische Götterwelt, die eine sehr gelungene Nuance in die Handlung einbringt. Der Verlauf ist wegen der vielen Handlungsstränge dynamisch geraten, immer wieder wird zwischen verschiedenen Personen gewechselt – und das, obwohl sich diese fast durchgängig im gleichen Haus befinden. Das erzeugt eine sehr kompakte Szenerie, die der Wirkung der Geschichte guttut. So ist eine hörenswerte Episode entstanden, die mir gut gefallen hat.

Wie immer ist auch hier nicht mehr rekonstruierbar, wer die verschiedenen Rollen gesprochen hat – die Qualität ist aber auch durchaus gemischt. So klingt beispielsweise die Sprecherin der Shao etwas steif und unbeweglich, gerade überraschende Momente wirken bei ihr nicht sonderlich überzeugend, sodass die Figur keine wirkliche Tiefe erreichen kann. Der dämonische Verbündete von Asmodina überzeugt allerdings mit unheilvollem Klang und passender Betonung, sodass seine Szenen eine gelungene Stimmung erzeugen können. Das Ehepaar Cliff und Mary wird in ihrer kleinen Szene passend dargestellt, sie agieren gekonnt miteinander, auch wenn hier ebenfalls einige sperrige Formulierungen verwendet werden.

Vergleicht man die akustische Gestaltung mit der aktuellen Produktion der Serie, fällt sofort auf, wie sehr sich die Technik im Laufe der Zeit verbessert hat. Und obwohl der Ton hier etwas dumpfer ist, entwickelt die Episode bald den typischen Charme der Serie. Die Musik ist mit ihren Heimorgelklängen nicht allzu aufgefeilt, kann aber mit einigen düster wirkenden Melodien punkten. Die Geräuschkulisse ist auch eher auf einem Basislevel, sorgt in einigen Szenen aber für eine passende Untermalung.

Dass als Titelmotiv der Episode die Zeichnung von der Heftromanvorlage ausgewählt wurde, versteht sich quasi von selbst. Asmodinas Gesicht ist riesenhaft und mit dämonischem Blick über der Stadt zu sehen, während sich die Höllenschlange um ein Hochhaus zu finden scheint und mit ausgefahrenen Zähnen ziemlich bedrohlich wirkt. Das ist ansehnlich geraten und passt natürlich wunderbar zur Episode, wobei der Nostalgiefaktor wie immer eine große Rolle spielt.

Fazit: „Asmodinas Höllenschlange“ spielt mit der Mythologie der Serie und fügt ihr neue Aspekte hinzu, während sich die Handlung auf ein einziges Haus als Handlungsort fokussiert, von dort aber bei verschiedenen Personen ansetzt, deren Wege sich immer wieder kreuzen. Das ist hörenswert gelungen, auch wenn die Umsetzung natürlich wieder recht einfach geraten ist.

VÖ: 27. März 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785758977

Datenschutzerklärung