Irene Adler – 7. Tödliche Riffe



Irene Adler bekommt erneut Besuch von Mycroft Holmes, der in einer dringlichen Angelegenheit ihre Unterstützung benötigt. Denn Chester Brixen, ein Seemann auf einem kürzlich nach Reykjavik in ein Unglück verwickelten Dampfschiff, berichtet von einem starken Strom, der sogar das Ruder beschädigt hat. Die Opernsängerin soll die merkwürdigen Umstände untersuchen und trifft dabei auf einige alte Bekannte – und nicht jeder davon ist ihr in guter Erinnerung geblieben…

In der siebten Episode hat sich die Abenteuer-Mystery-Serie „Irene Adler“ von Maritim schon ihren eigenen Ausdruck entwickelt und spielt nun mit den gesetzten Parametern, sorgt dabei aber auch für einige neue Elemente. So ist in der siebten Folgen „Tödliche Riffe“ deutlicher als sonst ein roter Faden durch die Serie zu erkennen – nicht nur, weil einige Charaktere erneut auftauchen und die Bezüge zu den übrigen Serien um den „Zirkel der Sieben“ noch stärker in den Fokus gerückt werden, sondern auch weil eigenständige Geheimnisse aus den vorigen Folgen übernommen und vertieft werden. Das gefällt mir gut, weil die Episode dennoch ein eigenständiges Abenteuer erzählt. Nach einer spannenden Intoszene um das Schiffsunglück ist der Auftrag von Mycroft Holmes an die titelgebende Agentin wohl eine Spur zu lang geraten – die Informationsdichte ist nicht so hoch, der Dialog nicht so ausdrucksstark, dass der Dialog durchgängig unterhalten kann. Das wird später glücklicherweise besser gelöst, denn die Reise auf die Inseln in der Nordsee ist wendungsreich gelungen und beinhaltet viele markante Szenen, zumal einige weitere Hinweise auf die Hintergründe des Schiffsunglücks eingebaut sind und weitere Charaktere vorgestellt werden. Dabei geht es mal abenteuerlich, mal unheimlich und mal witzig zu, wobei besonders die spitze Zunge der Protagonistin und der eigentümliche Charme ihres Begleiters Mister Wu gelungen sind. Der Verlauf ist spannend und verdichtet sich immer weiter, zumal die Handlung zu einem Finale führt, die der Serie äußerst gut zu Gesicht steht.

Michael Pan hat als Mister Wu mal wieder einen größeren Auftritt und nutzt den eigentümlichen Charme der Figur gekonnt aus, seine unverkennbare Stimme passt wunderbar dazu und sorgt für viel Aufmerksamkeit. Tom Solo ist als Chester Brixen ebenfalls eine gute Wahl, der die Introszene lebendig und aufregend und seinen Bericht geheimnisvoll und spannend wirken lässt. Sebastian Winkler spricht die Rolle des Huntley Irving und passt sich dabei gekonnt der Szenerie der Serie an, er kanalisiert die Energie in seiner Stimme auf überzeugende Weise. Weitere Sprecher sind Dirc Simpson, Hans-Eckart Eckhardt und Ingo Abel.

Akustisch ist die Episode wieder stimmig und lebendig umgesetzt, wobei besonders die verschiedenen Szenenhintergründe für die richtige Atmosphäre sorgen. Sei es eine Zugfahrt, die Szenen auf dem oder am Meer oder die Lebendigkeit eines Gasthofes, alles ist passend untermalt. Doch auch die Musik ist treffend eingebaut uns sorgt für mehr Dynamik, was besonders in den Szenenübergängen zusätzlichen Flair mit sich bringt.

Da anfängliche Seeunglück, das die Introszene ausfüllt, ist auch auf dem Titelbild der Episode zu sehen, wieder in der grünlichen Einfärbung der vorigen Covers. Die aufgewühlte See und das sich zur Seite neigende Segelschiff sorgen dabei für einen sehr dynamischen Eindruck. Die recht lange Sprecherliste ist wie immer auf der Rückseite der Hülle abgedruckt, während das Innere des Booklets keine zusätzlichen Informationen preisgibt.

Fazit: Die Verbindung zu den anderen Hörspielserien um den „Zirkel der Sieben“ wird hier noch weiter ausgebaut, aber auch die Rahmenhandlung bekommt hier mehr Hintergrund verliehen. Gepaart mit der abenteuerlichen Reise mit vielen spannenden Momenten und überraschenden Wendungen ist aus „Tödliche Riffe“ ein unterhaltsames Hörspiel geworden, welches alleine ebenso gut funktioniert wie im Kontext des Serienuniversums.

VÖ: 27. November 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823474

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