Inspector Lestrade – 9. Kainsmal



Durch unermüdliche Ermittlungen konnte Inspector Lestrade einen Maulwurf in den eigenen Reihen enttarnen: Sein Kollege Stanley Hopkins hat wertvolle Informationen an ein Verbrechersyndikat geliefert. Bei seiner Inhaftierung bittet er inständig um eine Sache: Seine Frau soll in Sicherheit gebracht werden. Doch diese ist im gemeinsamen Haus nicht anzutreffen – und kurz darauf ist auch Hopkins aus seiner Zelle verschwunden. Was haben seine merkwürdigen Andeutungen in den Verhören damit zu tun?

Längst hat sich die Krimi-Serie „Inspector Lestrade“ eine eigene Identität aufgebaut und sich von der Starthilfe der Sherlock-Holmes-Reihe gelöst – eine kleine Anspielung auf den bekannten Meisterdetektiv ist in der neunten Episode dennoch zu hören, hat aber keine entscheidenden Einfluss auf die Handlung. Diese startet direkt furios: Die Enttarnung eines Verräters in den eigenen Reihen erschüttert Scotland Yard, was aufregend und reizvoll geraten ist, was durch das Verschwinden des Maulwurfs und seiner Frau noch weiter unterstrichen wird. Schon dabei sind erste Andeutungen zu hören, dass mehr hinter dem Fall stecken muss als die bloße Weitergabe von Informationen, was sich bei den späteren Ermittlungen immer weiter erhärtet. Doch die Zusammenhänge bleiben lange unklar und werden nur Stück um Stück offenbart, wobei mit einem umfassenden Geständnis noch lange nicht das Ende bedeutet, denn daran schließt sich noch ein äußerst reizvolles und spannendes Finale an. Die Erzählweise ist ungewöhnlich, die Spannungskurve zu Beginn sehr hoch, woraufhin mit einigen wirklichen Wendungen immer neue Richtungen eingeschlagen werden. Das ist wirklich packend geraten und ist in meinen Augen die bislang beste Episode der Serie, die mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Klaus-Peter Grap ist in der Rolle des Stanley Hopkins zu hören, der seine Stimme eindringlich klingen lässt, aber ebenfalls eine geheimnisvolle Aura um den verräterischen Inspector schafft – eine sehr gelungene Leistung. Lutz Mackensy hat eine kleine, aber ausdrucksstarke Rolle gesprochen, die dank seiner eindringlichen Art und der unverkennbaren Stimme sehr gut in die Handlung passt. Als Mrs. Letrade ist natürlich wieder Margrit Strausberger zu hören, die der Episode durch ihre einfühlsame und doch robuste Art um eine weitere Ebene erweitert und mir sehr gut gefallen hat. Weitere Sprecher sind Heiko Akrap, Aline Staskowiak und Tobias Nath.

Akustisch ist eine stimmige Atmosphäre geschaffen worden, die sich oft auf die Sprecher und die Dialoge konzentriert und nebenbei keine anderen Klänge ertönen. Die dadurch entstehende ruhige Atmosphäre wird gekonnt nur einige atmosphärische Melodien ergänzt, die überraschend auch mal etwas emotional wirken und die Szenenübergänge treffend gestalten. Und auch die Geräuschkulisse ist wieder überzeugend und sehr treffsicher eingesetzt.

Das Covermotiv ist wieder im Stil eines alten Ölgemäldes gestaltet und versprüht dadurch ganz besonderen Flair. Zu sehen sind zwei Ermittler am Hafen von London vor dem Bug eines Schiffes mit der Figur eines Meeresgottes, das auch in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Besonders gefällt mir, wie im Hintergrund Nebel und verschiedene Hafengebäude angedeutet werden, wodurch das Bild mehr Tiefe erhält.

Fazit: Eine sehr starke Episode der Serie, die gleich zu Beginn einige Spannungspunkte setzt und dann während der Erzählung durch einen stetigen Informationsfluss nur selten nachlässt. Die langsame Aufklärung des Falles und ein packendes Finale, dazu Anleihen an organisiertes Verbrechen und geheime Verbände – sehr hörenswert!

VÖ: 24. Juli 2020
Label: Allscore
Bestellnummer: 9783864735356

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