Die drei ??? Kids – 77. Die Musikdiebe



Ein neues Tonstudio wird in Rocky Beach eröffnet – und gleich zum Anfang gibt es eine ärgerliche Panne: Wichtige Aufnahmen werden gestohlen, eine andere Sängerin hat ein neu komponiertes Lied aufgenommen. Die Besitzerin des Studios, die bekannte Sängerin Modena, sucht mit Hochdruck nach Beweisen, wie das neue Lied nach außen dringen konnte und landet dabei auf dem Schrottplatz von Titus Jonas, der einen alten Flügel angekauft hat…

„Die drei ??? Kids“ haben als Ableger der erfolgreichen Hörspielreihe um Justus, Peter und Bob ebenfalls eine beachtliche Leistung vollbracht und viele Kinderzimmer im Sturm erobert. Folge 77 der Reihe greift erneut ein anderes Thema auf und lässt im kleinen Küstenstädtchen Rocky Beach ein hochmodernes Top-Tonstudio entstehen – nicht der einzige Stolperstein in der Episode. Es gibt wieder einige Ungereimtheiten, die auch unaufmerksamen Hörern auffallen, ebenso wie viele der Dialoge recht gestelzt wirken und gesprochen etwas hakelig oder sperrig klingen. Davon abgesehen ist die Geschichte unterhaltsam erzählt, auch wenn das Tempo wieder eher langsam geraten ist und einige Szenen etwas in die Länge gezogen werden. Es gibt aber einige gelungene Rätsel zu lösen, zumal die Hintergründe des Falls interessant erdacht sind und witzige Details eingebaut sind. Es wird ein wenig unheimlich und spannend, aber auch witzig und rätselhaft, sodass der Wunsch nach Abenteuern der jungen Zuhörer erfüllt werden. Schön ist auch, dass der Fall Stück für Stück aufgelöst wird und nicht am Ende eine wahre Informationsflut auf den Hörer einbricht, sodass auch die Zielgruppe der Handlung folgen kann. Die Beschränkung auf eine gute Stunde Laufzeit tut der Episode ebenfalls sehr gut, länger sollten die Folgen der Serie auch nicht sein.

Annabelle Krieg ist in der Rolle der erfolgreichen Pop-Sängerin Modena zu hören und bringt eine freundliche, aber auch etwas forsche Art mit ein, eine solide Leistung, auch wenn sie mit einigen merkwürdigen Formulierungen im Drehbuch zu kämpfen hat. Als John de Meza ist Sänger und Musikproduzent Frank Ramond zu hören, der auch als Sprecher eine gute Figur macht und sich gut dem Ambiente der Episode anpasst, hält sich manchmal aber auch zu sehr zurück. Das Trio aus Jannik Schümann, Yoshij Grimm und David Wittmann spielt wieder sehr gut zusammen und wirkt wie immer authentisch und spontan, beweisen dieses Mal bei ihren Gesangseinlagen zudem noch viel Humor. Weitere Sprecher der Episode sind Anja Welzel, Anni Salander und Bert Franzke.

Musik und Instrumente spielen eine wichtige Rolle im Hörspiel, was durch passende Klänge umgesetzt wurde. Klavierklimpern ergänzt so die vielfältige Geräuschkulisse, die wie immer gut auf die einzelnen Szenen angepasst wurde und einen lebendigen Eindruck hinterlässt. Die Musik an sich ist meist schon aus früheren Episoden bekannt und wird mal im Hintergrund, mal als Szenenübergang eingesetzt, was manchmal allerdings etwas unstimmig wirkt.

Der ungewöhnliche Vogel, der eine wichtige Rolle in dem Hörspiel spielt, ist auf dem Zentrum des Covers abgebildet, auch sein goldener Käfig ist zu sehen – natürlich neben Justus, Peter und Bob im Umfeld eines Aufnahmestudios. Der Zeichenstil ist wie immer ansprechend und modern geraten, was durch weitere Zeichnungen, die Fortführung des Sammelrückens und einen kleinen Detektivtipp aus der Handlung ergänzt wird.

Fazit: Leider gibt es auch in diesem Drehbuch zahlreiche Ungereimtheiten und Formulierungen, die recht sperrig wirken. Die Handlung der Episode jedoch unterhaltsam und kurzweilig gelungen, wieder sind einige kreative Einfälle eingeflossen. Da stetig neue Teilauflösungen eingebaut wurden, ist die Geschichte auch für die anvisierte Zielgruppe gut verständlich geraten.

VÖ: 31. Juli 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759875827

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