Andi Meisfeld – 13. und der Abteistraßenraub



Andi Meisfeld bekommt die einmalige Chance, gemeinsam mit einigen Freunden in den legendären Aufnahmestudios in der Abteistraße einen Song aufzunehmen. Axel McMartin, der Sohn des Besitzers, hat sie dazu eingeladen, die sie begeistert annehmen und gut vorbereitet ankommen. Dabei stoßen sie jedoch auf ein Rätsel, dass Axels Vater ihm auf einer Testpressung eines Albums hinterlassen hat. Doch ein Einbruch spät am Abend bringt das Abenteuer erst richtig ins Rollen…

Ein wahres Liebhaberprojekt ist die wunderbare Hörspielserie „Andi Meisfeld“, von der zwar keine Flut an neuen Folgen erscheinen, die aber sehr liebevoll und detailreich gestaltet werden. Keine Ausnahme davon bildet Nummer 13, bei dem der Titel „Andi Meisfeld und der Abteistraßenraub“ bereits auf das Thema der Episode anspielt. Nicht nur der Name des weltbekannten Londoner Aufnahmestudios, sondern auch zahlreiche Band- oder Albumnamen werden innerhalb der Episode auf die Ameisenwelt angepasst – Auftritte einiger bekannter Musiker inklusive. Das ist sicherlich eher für erwachsene Zuhörer zugänglich, die die Anspielungen auch verstehen, aber auch davon ab wird eine spannende Geschichte auf Ameisenart erzählt: Nicht sehr temporeich, aber sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die Erzählweise ist sehr gelungen: Andi erzählt seinem besten Freund Armin und seiner Schwester Anna von seinen Erlebnissen, sodass kein zusätzlicher Erzähler notwendig ist und dennoch eine sinnvolle Art gefunden wurde, weitere Details oder eine Abkürzung der Ereignisse einzufügen. Der Einbruch in das Tonstudio ist dabei aufregend erzählt, die restlichen Ermittlungen schließen sich wieder eher ruhig, aber konsequent an. Und so eignet sich das Hörspiel sehr gut für Kinder, die der Handlung sehr gut folgen können, aber auch Erwachsene werden wegen des feinen Humors ihren Spaß mi dieser Episode haben.

Wie immer wunderbar in der Hauptrolle ist Tom Steinbrecher, der spontan und sehr liebenswürdig wirkt. Toll, dass er sowohl die Erzähltexte mit den passenden Emotionen versehen und dabei Spannung erzeugen kann, aber auch die Dialoge sehr glaubwürdig gestaltet. Martin Keßler ist in der Rolle des Alex McMartin zu hören, seine markante Stimme nimmt einen zugänglichen Klang und wirkt dabei sehr sympathisch, er passt sehr gut in die Atmosphäre der Serie. Die hochgestochene Art von Meckelroy kommt durch seinen Sprecher Marc Schülert sehr gut zur Geltung, was eine zusätzliche humorvolle Ebene hinzufügt. Weitere Sprecher sind Irene Weber, Sven Matthias und Katharina von Daake.

Akustisch entwickelt die Episode wieder schnell den Charme der Serie und erinnert dabei teilweise an die Hochzeiten des Mediums in den 80er Jahren, hat dem aber einen unverkennbar modernen Anklang verliehen. Viele Melodien sind aus den vorigen Episoden bekannt, passen aber auch gut zu dieser Handlung. Die Geräusche sind eher sparsam eingesetzt, dennoch wirkt die Gestaltung lebendig und passend. Toll ist, wie anhand von passenden Instrumenten die Entstehung eines Musikstücks verdeutlicht wird und der Klang dabei immer satter und runder wirkt.

Natürlich macht auch das Titelbild des Hörspiels keinen Halt mit den vielen Anspielungen, nicht umsonst geht Andi Meisfeld darauf mit seinem Gitarrenkoffer über einen Zebrastreifen. Seine Figur ist als einziges in Farbe umgesetzt, während der Hintergrund sehr detailreich in Schwarz und Graustufen gehalten ist. Sehr ansehnlich, zumal auf der Rückseite des kleinen Einlegers noch Portraits einiger anderer Ameisen zu finden sind. Schön, dass immer noch eine CD-Version des Hörspiels aufgelegt wurde!

Fazit: Auch die 13. Episode der Serie überzeugt mit ihrem wundervollen Humor und den witzigen Wortspielereien, die Stimmung in Meisenstedt kommt dabei wieder sehr gut zur Geltung. Die eingebaute Geschichte ist nicht sonderlich komplex, dafür konsequent erzählt und mit einigen aufregenden Momenten versehen, zumal die Erzählweise geschickt gewählt wurde.

VÖ: 31. Juli 2020
Label: Steinbrecher Entertainment
Bestellnummer: 9020072217015

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