Geister-Schocker – 89. Die Welt der lebenden Toten



Nur 72 Stunden sind seit dem Ausbruch der Zombie-Epidemie vergangen, und schon hat sich ein Großteil der Menschen infiziert. Die lebenden Toten werden zudem immer gefährlicher und bedrohen, bald die letzte Hoffnung der Menschheit zunichte zu machen. Laura Janssen, Dylan Christopher und Agent Baker begegnen auf dem Weg nach Bern, zu einem Sitz der WHO und Lauras ehemaligen Mentor Professor Hans Schneider, einer jungen Frau, die immun gegen die Bisse zu sein scheint…

Der Dreiteiler um eine Zombie-Apokalypse aus der „Geister-Schocker“-Reihe von Romantruhe Audio ist bislang nur als Schallplatte erschienen – und auch wenn das Medium bei Liebhabern eine Renaissance feiert, war vielen der Zugang deswegen bisher verwehrt. Nun wurden die Hörspiele aber auch in die normale Serie integriert, wobei Episode 89 mit dem Titel „Die Welt der lebenden Toten“ die Handlung nun abschließt. Gut gefällt mir, dass dabei noch einmal ein anderer Schwerpunkt gewählt wurde und nun die Suche nach einer Heilung der Seuche im Vordergrund steht, aber auch die politische Komponente wird weiterhin gelungen eingebaut und fügt der Horror-Geschichte noch einmal eine andere Ebene hinzu. Das wirkt zwar manchmal etwas plattitüdenhaft und greift einige Klischees auf, ist aber eben dennoch spannend und kurzweilig geraten. Und gegen Ende gibt es dann auch noch einige Wendungen, die das sowieso schon hohe Tempo noch einmal steigern. Das macht einen recht wichtigen Eindruck, wobei für Feinheiten, Zwischentöne oder leisen Grusel kein Platz ist, dafür aber umso mehr für gepflegtes Popcorn-Hörspiel. Die in den ersten beiden Teilen gelegten Fäden werden gelungen weitergesponnen und zu einem hörenswerten Ende geführt, sodass auch diese Episode ein gelungener Teil der Trilogie geworden ist.

Die Sprecherleistung ist insgesamt gelungen, besonders da einige gestandene Hörspielsprecher ihre Parts sehr überzeugend darbieten. Beispielsweise ist Kerstin Draeger wieder in der Rolle der Laura Janssen zu hören, die ihre Stimme agil an die unterschiedlichen Situationen anpasst und damit den Spannungsbogen und die Dynamik der Handlung gekonnt unterstreicht. Andre Beyer ist als General Sergejew ein prägnanter Gegenspieler und setzt seine Szenen mit starkem Ausdruck um, wobei er sich gelungen der harten Szenerie der Handlung anpasst. Marie Burghardt wirkt mit der Rolle der Emma allerdings etwas überfordert und kann nicht immer einen glaubhaften Gefühlsausdruck einbringen, einige ihrer Passagen wirken leider überzogen. Weitere Sprecher sind Ingo Abel, Douglas Welbat und Christoph Memmert.

Ganz im Stil der restlichen Serie und besonders der beiden Vorgängerfolgen ist auch hier die Umsetzung sehr plakativ und lebendig, wobei vor allem Wert auf Geräusche und wuchtige Sounds gelegt wurde. Diese sind dann auch vielfältig eingebaut und ständiger Begleiter der Dialoge – manchmal vielleicht auch etwas zu sehr, sodass sie die Gespräche zu überdecken drohen. Die Musik ist ebenfalls gut an die Stimmung der Folge angepasst und sorgt für einen noch dramatischeren Ausdruck.

Gleich mehrere Motive aus dem Hörspiel werden auch auf dem Cover aufgegriffen, die Motorräder, die Zombiehorde, die Mauern der Großstadt und die sich daraus ergebende Enge. Ungewöhnlich für ein Horror-Hörspiel ist die eher helle Farbgebung, was mir aber gut gefällt und einen angenehmen Kontrast bildet. Fotos einiger der Sprecher sind im Inneren zu finden, ebenso wie ein Ausblick auf die kommende Episode und natürlich die üblichen Produktionsangaben.

Fazit: Der Dreiteiler um den bedrohlichen Zombie-Virus wird temporeich und mit vielen eingebauten Wendungen fortgesetzt, was sehr unterhaltsam und kurzweilig wirkt. Die politische Ebene ist ebenso ungewöhnlich wie passend integriert und sorgt für eine spezielle Note. Auch wenn einiges sicherlich etwas klischeebeladen erzählt wurde – den Gelingen des Hörspiels steht dies nicht im Wege.

VÖ: 18. September 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736230

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