Midnight Tales – 28. Tote neue Welt 4/4



Kurz vor der deutsch-französischen Grenze müssen die Überlebenden der ehemaligen Forschergruppe anhalten und werden ihres Autos beraubt. Gemeinsam versuchen sie, sich in ihre Kölner Heimat durchzuschlagen, doch durch ihre angeschlagene Gesundheit wird das immer schwieriger. Auf ihrer Reise hören sie plötzlich schreckliche Schreie und finden auf einer Waldlichtung einen gefesselten Mann, dem ein unglaubliches Schicksal bevor steht…

Eine dystopische Szenerie, in der sich die Welt innerhalb von drei Jahren vollständig verändert hat und die wenigen überlebenden Menschen um ihre pure Existenz kämpfen, während sich eine vorher von der Außenwelt abgeschottete Gruppe von Menschen nach ihrer Isolation zurechtzufinden versucht – das sind die Grundzüge des Vierteilers „Tote neue Welt“ innerhalb der „Midnight Tales“ von Contendo Media. In den ersten drei Folgen hat sich diese Szenerie beständig weiterentwickelt, und auch die letzte Episode setzt noch einmal neue Akzente. Ein neuer wichtiger Charakter betritt die Bühne und bringt seine eigene Facetten in die Handlung ein, ein bisschen Humor und eine sympathische Wirkung umgeben den freundlichen Adem, seine offene Art scheint aber nicht so ganz in die düstere Szenerie zu passen. Nach einigen gemeinsamen Erlebnissen steuert die Episode dann aber auf den Höhepunkt der Szenerie auf, löst noch einige ungeklärte Fragen und versetzt die Charaktere noch einmal in eine andere Situation. Auch hier wird noch einmal deutlich gezeigt, was die Apokalypse mit den Menschen gemacht hat, wie sehr sich alles geändert hat, wie dunklere Aspekte der Seele zutage treten. Auch in der Serie werden dabei neue Akzente gesetzt, ein Fenster zu einer möglichen Fortsetzung aber auch offengelassen. Ein überzeugender Abschluss des Vierteilers, der noch einmal neue Schwerpunkte setzen kann.

Heiko Obermöller ist in der Rolle des Adem zu hören und macht gleich einen sympathischen Eindruck, kann aber auch den Schrecken der Geschichte überzeugend darbieten und bringt noch einmal eine andere Facette in die Szenerie ein. In der Rolle des Dr. Kamphausen ist Marko Bräutigam zu hören, dessen Stimme viel Ausdruck hat und der so eine Figur schafft, die sehr gut in das düstere Ambiente der Handlung passt. Auch Constantin von Westphalen macht als Oberst Schäfer einen sehr guten Eindruck, den er mit viel Energie ausstattet. Stephanie Kirchberger, Vera Bunk und Jürgen Holdorf sind ebenfalls zu hören.

Die Klangkulisse, die Produzent Christoph Piasecki mit seinem Team für die Episode aufgebaut hat, gefällt mir besonders durch die eingebauten orchestralen Klänge gut, beispielsweise wenn in einem ruhigen Moment ein leises Klavier im Hintergrund eingespielt wurde. Doch auch die anderen, dräuenden Melodien und die vielseitigen Geräusche sorgen für einen markanten Eindruck der Handlung und gestalten lebendige, bedrohliche Stimmungen.

Das Cover zu dieser Episode gefällt mir außerordentlich gut, die riesige Krähe mit rotglühenden Augen und Schnabel überspannt die Silhouette Kölns mit ihren Schwingen, was sehr bedrohlich und düster wirkt. Auch der Vogelschwarm und der dunkle Himmel über der Stadt mit den blauen und roten Elementen passt sehr gut zur Stimmung des Hörspiels. Von den vier Teilen der Geschichte ist dieses Cover wohl am besten geraten.

Fazit: Eine neue Hauptfigur, häufig wechselnde Szenerien und ein Ende, das ungewohnt harmonisch ist – der vierte Teil von „Tote neue Welt“ bringt noch einmal andere Aspekte mit ein und gefällt mir auch dank der eher ruhigen Erzählweise gut. Die recht kurze Laufzeit von etwa 34 Minuten (ohne die Credits am Ende) ist gut ausgefüllt, sodass keine langwierigen Szenen aufkommen.

VÖ: 23. Oktober 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967621235

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