Küsten-Krimi – 2. Das Haus am Abgrund 2/2



Das Geheimnis um den begangenen Mord in ihrem geerbten Küstenhaus lässt Marieke Kielmann keine Ruhe, sodass sie gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Dominik Vogt weitere Nachforschungen anstellt. Dabei hat sie immer mehr Zweifel an der Aufrichtigkeit Siegfried Waldows, doch auch einige andere der Küstenbewohner scheinen ein dunkles Geheimnis zu verbergen…

Gleich zu Beginn der Hörspielreihe „Küsten-Krimi“ haben Christoph Piasecki und sein Team einen Zweiteiler veröffentlicht: „Das Haus am Abgrund“. Und während der erste Teil verständlicherweise erst einmal Charaktere und Szenerie vorstellen musste, geht es in diesem zweiten Teil deutlich schneller zur Sache. Dabei wirkt der Wiedereinstieg etwas rau, sofort geht es mit der Befragung eines Zeugen weiter, die Ereignisse aus dem ersten Teil sollte der Hörer also noch gut parat haben. Die Erzählweise ist wieder eher langsam, kommt aus diesem Grund aber auch ohne einen externen Erzähler aus. Die vielen Feinheiten, die in ganz unterschiedlichen Szenerien eingebunden wurden, verleihen sowohl den aktuellen Entwicklungen als auch dem Mord an Anna Jellinek eine gelungene Ausstrahlung – insbesondere, da die Bedrohung durch den Mörder immer noch greifbar erscheint, was besonders das Finale der Geschichte prägt. Bis dahin haben sich aber auch einige Szenen eingeschlichen, die für meinen Geschmack etwas zu lang geraten sind, die Dialoge ziehen sich zu sehr in die Länge, was wiederum die Handlung merklich abbremst. Auch ist die Auflösung des Ganzen schon einige Zeit vorher zu erahnen, was ein wenig Spannung herausnimmt. Davon abgesehen ist auch der zweite Teil von „Das Haus am Abgrund“ ein solider Krimi mit einer passenden norddeutschen Atmosphäre.

Detlef Tams ist in der Rolle des Dominik Vogt zu hören und setzt die zweite Hauptrolle der Geschichte gekonnt um, indem er den freundlichen jungen Mann ebenso sympathisch wie engagiert klingen lässt und seinen Charakter mit glaubhaften Facetten versieht. Michael Pans markante Stimme passt wunderbar in das Ambiente der Serie, Christian Oehlwein bekommt durch ihn einen sehr individuellen Ausdruck und sorgt trotz des langen Gesprächs mit ihm für Abwechslung. Auch Lutz Mackensy macht als Robert Scharper einen guten Eindruck, er setzt seine trainierte Stimme gekonnt ein, um einige ausdrucksstarke Momente zu kreieren. Weitere Sprecher sind Claus Vetser, Uve Teschner und Joachim Tennstedt.

Die akustische Umsetzung der Handlung ist wie immer bei dem Label sehr solide geraten und kombiniert eine Vielzahl von passenden Geräuschen mit stimmungsvollen Melodien. Dabei wird wieder stellenweise norddeutsches Flair mit eingebunden, aber auch typische, spannungsgeladene Hörspielmusik ist zu hören. Es gibt aber auch Momente, in denen die Dialoge für sich allein stehen, sodass die Umsetzung nicht überladen wirkt.

Das Cover des Zweiteilers ist clever gelöst, scheint doch ein simpler Perspektivwechsel vorgenommen worden zu sein: Statt einem Blick auf das Haus blickt man nun vermeintlich von diesem auf den Strand herunter und bekommt einen Eindruck von der Steilküste. Mit den kräftigen Farben ist das ansehnlich geraten und wird mit den schlichten Schriftzügen gelungen ergänzt.

Fazit: Es holpert hier zwar an der einen oder anderen Stelle, beispielsweise bei zu langen Dialogen, insgesamt wurde der Krimi-Zweiteiler aber unterhaltsam und spannend zu Ende gebracht. Dabei sind viele interessante Details eingebaut, die Vergangenheit ebenso wie Gegenwart betreffen, beides greift gelungen ineinander.

VÖ: 21. August 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-96762-050-4

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