Johnny Sinclair – 8. Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen 2/3



Nach der unheimlichen Begegnung im nächtlichen Wald mit einer Geistergräfin wollen Johnny und Russell mehr über das Wesen herausfinden und hoffen auf die Unterstützung von Erasmus von Rothenburg. Doch dazu müssen sie erst einmal tief in die Schlossbibliothek von Tattenberg eintauchen – gar nicht so einfach, wenn gleichzeitig ein nerviges Geschwisterpaar um ihre Aufmerksamkeit buhlt und die Snowboardpiste lockt…

Eine interessante Mischung aus lustigem Urlaub und einer unheimlichen Geistergeschichte ist „Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen“ als dritter Dreiteiler von „Johny Sinclair“ etwas verhalten gestartet, eben weil der Urlaubsbericht zu sehr im Vordergrund stand. Der zweite Teil startet nun deutlich unheimlicher und atmosphärisch dichter, einfach weil die Rahmenbedingungen bereits bekannt sind und die erste Begegnung mit der unheimlichen Gräfin noch nachwirkt. Und auch danach wirkt die Handlung deutlich konzentrierter und dichter, sodass sie mir deutlich besser gefallen hat. Denn auch hier ist eine gelungene Dynamik entstanden: Es gibt unheimliche Momente ebenso wie Szenen, in denen vorige Ereignisse gelungen rekapituliert werden oder die Hauptfiguren recherchieren oder eben einen lustigen Urlaub verbringen – dieses Mal aber eben in der richtigen Dosis. Da wirkt auch ein längerer Bericht über die Hintergründe der Geistererscheinung wohl platziert, zumal die klassische Geistergeschichte sehr gruselig geraten ist. Die Spannungskurve zeigt deutlich nach oben, und auch hier gibt es wieder einen gelungenen Cliffhanger zur nächsten Episode. Der Dreiteiler nimmt hier richtig Fahrt auf und präsentiert ein deutlich stimmigeres Bild der Stärken der Serie, sodass mir dieser Teil sehr gut gefallen hat.

Florentine Stein und Liza Ohm geben als Geschwisterpaar Levina und Larissa ein perfektes Duo ab, ihre aufdringliche Art kommt sehr gut zur Geltung und wird von ihnen mit viel Energie und einer passenden Attitüde aufgeladen, ohne dass sie sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Leon Blaschke hat mir als Russell Moore auch wieder sehr gut gefallen, seine lockere und gradlinige Art kommt gut zur Geltung, zumal er auch den Humor der Serie gelungen aufgreift und die spannenden Momente betont. Mit Claudia Urbschat-Mingues ist eine der absoluten Top-Sprecherinnen als Violante von Tattenberg zu hören, welche sie professionell und leidenschaftlich wie immer perfekt umsetzt. Weitere Sprecher sind Heinz Trixner, Sarah Madeleine Tusk und Dirk Petrick.

Überzeugend ist auch die Umsetzung des Hörspiels, das eine gelungene Kombination aus entspannten, modern wirkenden Musikstücken im Hintergrund, vielen authentisch wirkenden Geräuschen und einigen unheimlichen, gekonnt inszenierten Gruselszenen bietet. Das ist sehr gut aufeinander abgestimmt, das Timing passt perfekt zu Dialogen und Erzähltexten, sodass alles wie aus einem Guss wirkt und die Handlung sehr gekonnt unterstützt wird.

Das Cover ist fast identisch zu dem der ersten Folge des Dreiteilers – die geisterhafte Gräfin mit dem wallenden Kleid und dem ersten Gesichtsausdruck, davor Johnny und Russel mit erschrockener Miene und erhobener Taschenlampe. Lediglich die Einfärbung des Kleides ist leicht anders. Hier wäre ein eigenständiges Cover oder eine stärkere Variation schön gewesen, um mehr Einzigartigkeit zu erreichen – auch, damit junge Zuhörer bereits am Cover die richtige Folge erkennen.

Fazit: Der Dreiteiler nimmt hier schnell Fahrt auf, präsentiert lockere Momente ebenso wie spannende Entwicklungen und unheimliche Momente. Mir gefällt die Vielseitigkeit dabei sehr gut, sodass auch der Humor der Figuren wieder wunderbar funktioniert. Das Tempo ist gesteigert, aber nicht zu hoch, sodass eine sehr gelungene Episode entstanden ist.

VÖ: 15.Mai 2020
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602508397516

Datenschutzerklärung