Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 24. Die geheimnisvolle Insel



Gemeinsam mit der britischen Journalistin Maud Brewster konnte Phileas Fogg von der Ghost und ihrem brutalen Kapitän fliehen, trifft auf einer einsam gelegenen Insel aber auf einen Stamm Ureinwohner mit spitz gefeilten Zähnen, doch er findet auch Spuren, die nur seine Frau Aouda hinterlassen haben kann. Diese versucht gemeinsam mit ihrem treuen Diener Passepartout, aus der Gefangenschaft von Frankenstein zu entkommen und trifft dabei einen alten Bekannten…

„Die geheimnisvolle Insel“ ist das Ende der mittlerweile sechsten Staffel von „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“, die sich um einen neuen Plan Roburs dreht, der in der 21. Episode der Serie ihren Anfang genommen hat. Man merkt hier schnell, dass sich alles schnell zuspitzt und auf ein spektakuläres Finale zusteuert. Deswegen ist das Tempo von Anfang an sehr hoch, immer neue Erkenntnisse und Wendungen sind eingebaut, die 67 Minuten Laufzeit sind prall gefüllt und sorgen für viel Spannung. Dennoch kommen die einzelnen Ideen sehr gut zur Geltung und werden gekonnt eingearbeitet, lediglich die Anleihen an die griechische Mythologie gehen etwas unter und hätten für meinen Geschmack stärker eingearbeitet werden können. Dafür sind zahlreiche sehr gelungene Ideen eingebunden: Verrat und Missgunst zwischen einigen Charakteren, ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Heldengruppe zu retten, eine markante Umgebung mit ganz besonderen Eigenheiten, dazu viel Magie und Mystik. Toll auch, dass hier ein sehr rundes Ende gefunden wurde und dennoch ein paar Fäden für die kommenden Staffeln offen gelassen werden. Die Elemente aus den vorigen Geschichten werden gelungen miteinander kombiniert und packend zu einem Finale geführt, was sehr flüssig und spannend geraten ist – ein gelungener Abschluss der Staffel!

Kerstin Draeger beweist sich in dieser Episode als sehr gelungene Ergänzung in der Rolle der Maud Brewster, sie passt ihre markante Stimme gekonnt der düsteren Stimmung der Episode an und betont den Druck der Szenen mit einer dynamischen Sprechweise. Tommi Pipers raue Stimme sorgt als Vodoo-Priester Shabul für einige sehr gelungene Momente, er lässt sie besonders rau und kratzig klingen, um eine sehr geheimnisvolle Aura entstehen zu lassen. Christian Brückners Rolle als Erzähler ist wie immer in der Serie sehr gelungen, mit direkter Ansprache der Hörer und ausdrucksstarker Betonung schafft er viel Atmosphäre, nimmt sich an den richtigen Stellen aber auch zurück und überlässt den Rollensprechern die große Bühne. Weitere Sprecher sind Dietmar Wunder, Torsten Michaelis und Daniel Zillmann.

Mir gefällt auch hier die imposante Musik der Serie sehr gut, sie betont besonders markante Momente oder sorgt für flüssige Szenenübergänge, was die Stimmung der Folge in eine düstere und unheimliche Richtung lenkt. Auch die Geräusche sind passend eingebaut und sorgen für ganz unterschiedliche Kulissen, die mal laut und prägnant, dann aber auch wieder leise oder bedrohlich wirken können. Die Dynamik, die dadurch entsteht, ist gelungen an den Spannungsbogen der Handlung angepasst und wirkt sehr markant.

Wunderbar düster und stimmungsvoll ist wieder das Titelbild der Episode geraten, welches die von dichtem Urwald bedeckte Insel zeigt. Durch die dunkle, gräuliche Farbgebung und einen Totenschädel kommt die richtige Atmosphäre auf, die gut zur Handlung der Episode passt. Das Innere ist wie immer schlicht aufbereitet, enthält aber alle wesentlichen Informationen zur Produktion der Folge.

Fazit: Ein dramatisches Finale mit markanten Charakteren, viel Action und einer sehr spannenden Handlung, in der es immer wieder brenzlig wird. Intrigen, Fallen und offen ausgetragene Konflikte sorgen für einen sehr flüssigen Verlauf, welches in einigen markanten Schlussszenen endet und sogar noch ein paar Wege für mögliche neue Fortsetzungen bietet – sehr gelungen!

VÖ: 21. August 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662648

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