Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 23. Verschwörung auf dem Atlantik



An Bord der Lady of Liberty hofft Phileas Fogg immer noch, Frankenstein einzuholen und die mächtigen Statuen der griechischen Götter zurückzuerlangen. Doch durch den intriganten Kapitän wird er über Bord geworfen und kann nur mit knapper Not dem sicheren Tod entgehen. Gerettet wird er von einem Schiff, dessen Besatzung sich zunächst aufopferungsvoll um ihn kümmert, ist sein erstes Zusammentreffen mit dem Kapitän alles andere als erfreulich…

Die Staffeln der Hörspielserie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach Motiven von Jules Verne und vielen anderen bekannten Geschichten sind in kleine Staffeln zu vier Episoden aufgeteilt, die jeweils einen zusammenhängenden Handlungsbogen präsentieren. Und so steht in der 23. Folge bereits das Staffelfinale kurz bevor, dennoch schafft es „Verschwörung auf dem Atlantik“, auch eine eigenständige Geschichte mit mehreren Strängen zu erzählen – und das geht schon kurz nach dem Start in die Vollen. Phileas wird schnell von Aouda und Passepartout getrennt, sodass die Dynamik sofort recht hoch ist. Und das nicht nur, weil die Schnitte zwischen den beiden Strängen für Abwechslung sorgen, sondern auch weil die Charaktere in viele gefährliche Situationen geraten und inmitten feindlich gesonnener Schiffbesatzungen keine Chance zur Flucht haben. Die bedrohliche Stimmung, die dadurch aufkommt, gepaart mit dem rauen Seefahrerambiente, bringt eine sehr eigenständige Note in die Serie und sorgt für viele spannende Momente. Die drei Hauptfiguren müssen sich in immer neuen Situationen zurechtfinden und können sich nur mit Cleverness und Dickköpfigkeit daraus befreien. Gut gefällt mir, dass die Rahmenhandlung der Serie um die versteinerten Götter und den finsteren Plan von Foggs Gegenspielern gelungen eingebaut sind, der Fokus aber eben auf der Handlung dieser Episode liegt.

Der wunderbare Thomas Nero Wolff ist in der Rolle des Wolf Larsen zu hören und verleiht seiner markanten Stimme einen sehr raubeinigen, herrischen Klang, der bestens zu der bekannten Romanfigur passt und ihr ein präsentes Auftreten verleiht. Auch Hans-Georg Panczak hat mir als Thomas Mugridge sehr gut gefallen, der Schiffkoch wird von ihm mit viel Ausdruck und einer vielseitigen Attitüde gesprochen, sodass seine Szenen lange in Erinnerung bleiben. Annina Braunmiller-Jest ist natürlich wieder als Phileas‘ Gattin Aouda zu hören, wieder passt sie sich geschickt den verschiedenen Szenerien an, bleibt ihrem Charakter aber durchgängig treu und verleiht ihr eine charmante Aura. Weitere Sprecher sind Jaron Löwenberg, Daniel Welbat und Kerstin Draeger.

Akustisch wird wieder eine sehr solide Leistung geboten, insbesondere die eingespielte Musik mit ihrem markanten, klassischen Ausdruck sorgt für eine passende Stimmung. Auch die Hintergrundgeräusche sind passend eingespielt, das sanfte Knarren der Schiffsplanke oder das Plätschern der Wellen sind passende Begleiter der Dialoge, während die markanteren Sounds nicht immer passend eingebaut sind. So wirkt beispielsweise eine Prügelei recht künstlich und comichaft, was nicht so recht zum Rest der akustischen Gestaltung passen mag.

Das düster dreinblickende Gesicht des bärtigen Seewolfs ziert das Cover und überschattet dabei das imposante Segelschiff, beides wieder gelungen in einem altertümlichen Zeichenstil ansehnlich ausgestattet. Wie immer ist die restliche Gestaltung sehr schlicht geraten, die inneren beiden Seiten des kleinen Booklets sind beispielsweise ohne gestalteten Hintergrund abgedruckt. Alle notwendigen Informationen sind dennoch vorhanden.

Fazit: Die Trennung der Hauptcharaktere sorgt für eine dynamische und spannende Handlung, die brenzligen Situationen für den notwendigen Druck. Die Konzentration auf die Weiterentwicklung der Handlung gefällt mir sehr gut, zumal die Rahmenhandlung der Staffel nicht außer acht gelassen wird. Eine hörenswerte Episode mit sehr prägnantem Ausdruck.

VÖ: 3. Juli 2020
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662631

Datenschutzerklärung