Sherlock & Watson: Neues aus der Bakerstreet – 7. Skandal in Bohemia



Dr. Watson ist wild entschlossen, die Reputation des verstorbenen Detektivs Sherlock Holmes wiederherzustellen. Doch als ihm anonym Posts zugehen, die auf einen nie veröffentlichten Fall anspielen, ist er verwundert, wie viele Details um den „Skandal in Bohemia“ bekannt waren. Und so erinnert er sich an den Besuch von Godfroy Norton, einem erfolgreichen Moderator im Kinderfernsehen, mit dem dieser Fall begonnen hat…

Nach etwas längerer Pause geht es mit „Sherlock & Watson“ vom Audio Verlag Schlag auf Schlag weiter, gleich zwei Episoden sind zum Start der neuen Staffel erschienen. Bereits im direkten Vorgänger von „Ein Skandal in Bohemia“ wurde die neue Rahmenhandlung ausführlich geschildert, sodass hier direkt darauf zugegriffen werden kann. Und so werden weitere Facetten der Idee eingebaut, wie John Watson das Ansehen seines Freundes retten will und dafür alte Fälle erneut erzählt, aber auch wie er mit Depressionen und Schuldgefühlen zurechtkommt – eine interessante Facette, die der Serie eine ganz neue Ebene verleiht. Der Fall an sich gefällt mir ebenfalls sehr gut und geht von einer geheimnisvollen Erpressung aus, die den bekannten Moderator vieler Kindersendungen Godfroy Norton ängstigen. Bereits zu Beginn sind viele interessante Beobachtungen eingebaut, die den Hörern Rätsel aufgeben, ebenso wie Bildbearbeitungen oder soziale Medien sehr authentisch ihren Platz einnehmen. Der Verlauf des Falles ist sehr abwechslungsreich, insbesondere da der Fall einige unerwartete Bahnen einnimmt und zu einem Finale führt, das die Ausgangssituation nicht vermuten ließ. Dass einige bekannte Figuren dabei mitwirken, steigert den Reiz nur noch weiter.

Felix von Manteuffel ist als Godfroy Norton eine hervorragende Wahl, nicht nur weil seine gealterte und sympathische Stimme so gut zu der Rolle passt, sondern auch weil er eine sehr feine und glaubhafte Darstellung seines Charakters darbietet und feine Facetten einbringt. Peter Jordan ist als Inspector Lestrade ebenfalls eine sehr gute Wahl, seine markante Stimme und sein pointiertes Auftreten sorgen für viel Aufmerksamkeit für den bekannten Ermittler, der hier seinen eigenen Charme entfaltet. Als Irene Adler ist Kathrin Angerer zu hören, die ihrer Stimme passend zu der Rolle einen dramatischen Klang verleiht und zudem viele gelungene Feinheiten einbaut. Weitere Sprecher sind Britta Steffenhagen, Patrick Güldenberg und Tonio Arango.

Die akustische Gestaltung gefällt mit einmal mehr sehr gut und unterstreicht das Tempo der Handlung, lässt aber auch ruhige Momente mit klassischer Musik vorkommen. Ein gelungener Kontrast dazu: Die moderne, elektronische Musik während der Internet-Chats. Aber auch die die schnellen Gedankenketten von Sherlock Holmes werden mit passender Musik und Halleffekten unterlegt, was ihnen eine sehr reizvolle Note verleiht. Alles wirkt sehr gut aufeinander abgestimmt und wurde sehr hochwertig in Szene gesetzt.

Erneut wurde für das Titelbild eine Fotografie der beiden Hauptsprecher gewählt, wobei besonders der verschmitzte Ausdruck von Johann von Bülow überzeugt. Als Hintergrund wurde dabei ein mit vielen hölzernen Ornamenten verziertes Treppenhaus ausgewählt, was viel zusätzliche Stimmung mit sich bringt. Im Inneren des mehrfach aufklappbaren Digipacks befinden sich neben den üblichen Angaben inklusiver der verwendeter Songs noch Kurzinformationen zu den beiden Sprechern und eine hübsche Fotografie.

Fazit: Auch die zweite Episode der Rückkehr von „Sherlock und Watson“ ist äußerst stark geraten und überzeugt mit einer flüssig erzählten Handlung voller gelungener Ansatzpunkte über überraschender Wendungen. Doch auch die Einbettung in die Rahmenhandlung ist sehr gelungen, mehr als zuvor ist bemerkbar, dass die Fälle eng zusammenhängen und auch gemeinsam eine Geschichte erzählen – sehr gelungen!

VÖ: 23. Oktober 2020
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 9783742417114

Datenschutzerklärung