Die Schule der magischen Tiere ermittelt – 1. Der grüne Glibber-Brief



Vor dem Briefkasten von Ida liegen einige Papierschnipsel, die das Mädchen ängstigen: Ein paar Worte sind noch zu erkennen, die auf eine Bedrohung von Ida schließen lassen. Ihr Fuchs Rabbat bittet Eisbärt Murphy um Hilfe, der detektivisch begabt ist und zunächst die Papierfetzen untersucht. Doch was der grüne Schleim zu bedeuten hat, der an dem anonymen Brief klebt, weiß selbst der scharfsinnige Detektiv nicht…

„Die Schule der magischen Tiere“ ist momentan ein richtiger Hit bei den Kindern, die Bücher werden von vielen jungen Leseratten geliebt, sodass auch schon eine erfolgreiche Hörspielserie nach den Vorlagen von Margit Aurer entstanden ist. Dem ersten Ableger um die Ferienabenteuer der sprechenden Tiere folgt nun ein weiterer: „Die Schule der magischen Tiere ermittelt“ ergänzt die liebevolle Stimmung um ein paar Krimielemente – natürlich sehr kindgerecht, sodass im ersten Fall „Der grüne Glibber-Brief“ der Autor eines anonymen Briefs gefunden werden will, der dann auch noch zerrissen wurde und nicht mehr komplett vorhanden ist. Ein guter Grundgedanke, aufregend und gleichzeitig nicht zu komplex, sodass schon die angesprochene Zielgruppe ab vier Jahren den Grundzügen folgen kann, für ältere Kinder sind aber auch noch einige weitere Elemente eingefügt. Beispielsweise die witzigen Reime von Murphy, die er in eine Art Detektivtagebuch schreibt oder einige gelungene Nebenarme. Besonders gefällt mir, dass der Fall zwar konsequent weitererzählt wird, aber auch ein wenig mehr aus dem Privatleben der Kinder eingebaut wurde – inklusive einer kleinen Liebesgeschichte. Mit einer Länge von 27 Minuten ist das Hörspiel ziemlich knapp geraten – ausreichend, um die Handlung rund und stimmig wirken zu lassen, zumal auch jüngere Hörer nicht überfordert werden. Ganz am Ende, noch nach den vorgelesenen Credits, gibt es noch ein kleines Rätsel, das die Aufmerksamkeit der Kinder fördert und vielleicht sogar zum nochmaligen Hören auffordert. Die Auflösung ist nämlich im Hörspiel zu finden – und wird im beiliegenden Booklet aufgeklärt. Eine hübsche Idee!

Eisbär Murphy wird von Daniel Welbat gesprochen, der mit seinem tiefen und brummigen Ausdruck liebenswert und gemütlich klingt, die leicht tollpatschige Art des engagierten Detektivs kommt dabei sehr gut zur Geltung. Josephine Martz spricht die Rolle der Ida und wirkt – wie schon in der ursprünglichen Serie – aufgeweckt und spontan, geht aber auch kurz auf die Stimmung des Falles ein und lässt diesen rätselhaft erscheinen. Als Erzählerin ist Laura Maire im Einsatz, ihre sanfte und angenehme Stimme führt ruhig durch die Handlung, wobei sie viel zusätzliche Stimmung einbaut. Weitere Sprecher sind Stefan Brönneke, Tim Kreuer und Katja Brügger.

Die akustische Umsetzung der Geschichte gefällt mir gut, da die Szenen mit vielen Geräuschen versehen sind. So wirken die Dialoge der Charaktere lebendig und vielseitig, die verschiedenen Hintergründe wirken sehr passend. Und auch die eingebaute Musik ist passend eingespielt und sorgt für zusätzliche Atmosphäre, sowohl in den Übergängen als auch während einiger Erzähltexte. Das wirkt kindgerecht und fröhlich und verbreitet eine positive Grundstimmung.

Klar, dass auf dem Cover auch Eisbär Murphy und Fuchs Rabbat zu sehen sind, jeweils mit ihren Partnerkindern Benni und Ida ziehen sie durch die im Hintergrund angedeutete Stadt und suchen nach Spuren. Die Lupe und der sherlockholmeseske Hut von Murphy sind witzige Details. Die restliche Gestaltung der CD ist ebenso bunt geraten und zeigt weitere Portraits von Kindern und Tieren, aber natürlich auch die Mitwirkenden der Produktion.

Fazit: „Der grüne Glibber-Brief“ ist ein witziger Fall aus der Lebenswelt von jungen Schulkindern, der ein paar gruselige und spannende Elemente enthält, aber eben auch die fröhliche Stimmung der „Mutterserie“ transportiert. Verständlich aufbereitet und mit liebenswerten Charakteren und kleinen Sprachspielereien versehen ist eine hörenswerte Produktion geraten, die gerade Fans der magischen Tiere freuen dürfte.

VÖ: 1. Mai 2020
Label: Silberfisch
Bestellnummer: 9783745601848

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