Die drei ??? – 206. und der Mottenmann



Die drei ??? werden von Mr. Mason Huntington um Hilfe gebeten, da er sich von einem geheimnisvollen Mottenmann bedroht fühlt. Bereits sein Vater wurde von dem Mischwesen von Motte und Mensch verfolgt, nun hat es auch seinen Sohn entdeckt. Aufgetaucht ist es plötzlich auf einem Gemälde, das bereits seit Jahren bei ihm im Wohnzimmer hängt. Natürlich glauben die Detektive nicht an einen Spuk und forschen direkt nach einer logischen Erklärung…

Ein klassisches Motiv der „drei ???“ ist die Aufklärung von mysteriösen, übernatürlich wirkenden Fällen, hinter denen allerdings eine logische Erklärung steckt. Das wirkt manchmal etwas aufgesetzt, ist in der 206. Folge der Detektivserie aber hervorragend eingebaut – insbesondere weil eben keine schrecklich gruselige Szene am Anfang für gezwungene Stimmung sorgt, sondern der Fall mit dem Auftauchen des Mottenmanns auf dem Bild ruhig beginnt und auch später nicht zu Übertreibungen neigt. Der Verlauf ist eher durch Befragungen, Beobachtungen und Recherchen geprägt, entwickelt sich dadurch aber nicht minder spannend und dicht weiter. Mir gefällt, dass im Laufe der Zeit immer neue Details aufkommen und immer nur kleine Teile des Gesamtbildes offengelegt werden. So hat der Hörer zwar öfters eine Ahnung, wer in den Fall verwickelt sein könnte, Motive und Zusammenhänge sind allerdings lange Zeit im Dunkeln gehalten. Und auch die Figur des Mottenmanns, der erst spät in der Realität in Erscheinung tritt, fügt der Folge eine ganz eigene Note hinzu. Mir gefällt, dass in dieser Folge nicht nach einem eingefahrenen Schema erzählt wird und der Fall so stimmig und dicht erzählt wurde, ohne dass es zu allzu großen Übertreibungen kommt. Eine sehr hörenswerte Episode, die mich mal wieder vollkommen überzeugt hat.

Auch die Sprecher der Episode haben mich sehr überzeugt, sie sorgen für einen sehr lebendigen Eindruck der gelungenen Geschichte. So ist die Angst die Verwirrung und auch die Panik von Mr. Huntington durch Wolfgang Häntsch sehr intensiv dargestellt, was ihm mit seiner angenehm gealterten und leicht rauen Stimme treffsicher gelingt. Mignon Reme hat einen sehr expressiven und harschen Auftritt als Mrs. Brankle, eine aufgebrachte Nachbarin, was sie facettenreich und sehr präsent umsetzt. Überzeugend ist auch Lina Maria Millat, die trotz ihres jungen Alters sehr authentisch wirkt und mit gelungener Betonung und flüssigem Sprechverlauf überzeugt, besonders die Genervtheit des Mädchens wirkt sehr gelungen. Weitere Sprecher der Episode sind Holger Mahlich, Rosemarie Wohlbauer und Sandra Keck.

Wie immer wirkt die akustische Gestaltung der Episode herrlich nostalgisch und hat sich seit vielen Episoden nicht wesentlich geändert, das Team um Regisseurin Heikedine Körting hat hier wieder einen gelungenen Mix aus viele Geräuschen und passender Musik erschaffen. Vieles stammt davon aus dem Archiv und kommt dem aufmerksamen Hörer bekannt vor, gerade die Geräusche sind aber dennoch sehr gelungen und authentisch angepasst.

Das Cover gefällt mir dieses Mal besonders gut, der Mottenmann ist in einer dunklen Vollmondacht zu sehen, lediglich seine roten Augen stechen hervor. Die Fühler und die anliegenden Flügel setzen das mystische Wesen sehr gelungen um, was durch die typische Optik der Serie gekonnt unterstützt wird. Natürlich gibt es auf der Rückseite wieder eine kleine Trackliste samt Kapitelbezeichnung, während im Inneren neben den Mitwirkenden vor allem Produktplatzierungen anderer Episoden zu finden sind.

Fazit: Trotz mysteriösem Hintergrund gibt es keine allzu übertriebenen Spannungsmomente, sondern unterhaltsame Ermittlungen und eine gut aufgebaute Erzählweise. Schön, dass die Charaktere dabei wieder sehr gut zur Geltung kommen und ihren Charme in die Folge mit einbringen. Eine sehr hörenswerte Episode mit dichter Stimmung und schlüssig erzähltem Fall.

VÖ: 17. Juli 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759874028

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