Sherlock Holmes & Co – 55. Perlen des Todes



Es schien ein gewöhnlicher Abend in einem Gasthaus in Plymouth zu werden, doch die Ankunft eines schweigsamen Reisenden setzt eine Kette unglücklicher Ereignisse in Gang, sodass nach einem Stromausfall ein Mord aufzuklären ist. Und obwohl zufällig ein Polizist zugegen ist, tappt Scotland Yard zunächst im Dunkeln. Sherlock Holmes wird auf den Fall aufmerksam, wobei ihm schnell bewusst wird, dass er hier äußerst schnell agieren muss…

Bereits seit vielen Jahren hat sich „Sherlock Holmes & Co“ als Krimihörspielserie etabliert, auch sind daraus schon andere Ableger entstanden. Ein ähnliches Prinzip wird auch in der 55. Episode angewendet, bei dem mal wieder der titelgebende Detektiv ermittelt und dabei schnell auf einen gewissen James Moriarty trifft. Kennern der Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle (oder diverser moderner Ableger) wird dieser Name als gerissener Superschurke bereits bekannt vorkommen, hier wird aber eine Begegnung geschildert, bei der sich die beiden Figuren noch nicht kennen. Als Grundlage wird das bekannte Motiv eines Mordes verwendet, bei dem der Tote in einem verschlossenen Zimmer aufgefunden wird und zeitgleich nur eine begrenzte Zahl an Personen für die Tat verantwortlich sein können. Doch im Gegensatz zu sonst geht es hier nicht darum, die möglichen Motive und Möglichkeiten der Anwesenden zu ermitteln und so den Mörder zu stellen, sondern eher auf die Ausführung an sich und eine clevere Idee, eigentlich ein ganz anderes Verbrechen zu begehen. Das ist clever konstruiert und mit einer dynamischen Entwicklung gespickt. Allerdings wird natürlich etwas Spannung genommen, da dem Hörer natürlich schnell klar sein kann, dass Moriarty auf die eine oder andere Weise an dem Mord beteiligt ist. Dennoch funktioniert die vielschichtige Geschichte mit vielen Details hervorragend und präsentiert einige ungewöhnliche Ideen, wobei auch der Startschuss zu der neuen Serie gelungen ist und neugierig macht.

Andreas Fröhlich hat die Rolle – ebenso wie in der gleichnamigen Serie – als Moriarty zu hören und zeigt eine ganz andere Facette seiner Stimme, die zwar den freundlichen Grundton beibehält, allerdings auch hinterhältig und boshaft klingen kann. So schafft er einen sehr gelungenen Antagonisten für die Folge, die einiges an Potenzial mit sich bringt. Als Dominic West ist Udo Schenk zu hören, dessen unverkennbarer Klang auch hier intensiv und volltönend wirkt, sodass seine Szenen viel zusätzliche Atmosphäre erhalten. Auch Arianne Borbach hat mir als Dottie Lynch sehr gefallen, die Szenen im Wirtshaus wirken durch ihre präsente und energische Sprechweise sehr lebendig. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Sina Zadra und Ilona Otto als resolute Arzthelferin.

Die akustische Gestaltung ist solide und erfüllt mit dem klaren Klang und einer lebendigen Wirkung alle Anforderungen an ein modernes Hörspiel, ist aber in manchen Details nicht vollkommen stimmig. So klingt das Stimmgemurmel im Gasthaus nach dem Mord ebenso unaufgeregt wie vorher, insgesamt kommen Musik und Geräusche aber stimmig herüber und sorgen für einen stimmigen Eindruck der Handlung.

Drei sanft glänzende Perlen werden in einer gebeugten Hand gehalten – das Motiv der Episode ist wie immer bei dieser Hörspielreihe sehr schlicht geraten, passt aber gut zum Titel und besitzt genug Individualität, um es einzigartig zu machen. Die restliche Gestaltung ist bereits hinlänglich aus den vorigen Episoden bekannt, neben einer ausführlichen Übersicht der Mitwirkeden gibt es keine weiteren Extras, sondern Hinweise auf andere Hörspiele.

Fazit: „Perlen des Todes“ überzeugt mit einem in sich abgeschlossenen Fall, der sich von einer klassischen Ausgangssituation überraschend und wendungsreich weiterentwickelt. So ist der Verlauf nicht vorhersehbar und überzeugt mit einigen gelungenen Ideen und markanten Charakteren. Dass sich die „Moriarty“-Serie auch auf diese Episode bezieht, ist ein reizvoller Ansatz und macht neugierig auf die weiteren Entwicklungen des Verbrechergenies.

VÖ: 25.09.2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736308

Datenschutzerklärung