John Sinclair Classics – 40. Der Albtraum-Friedhof



Die Auszubildende in einem abgelegenen Hotel im Schwarzwald wird eines Nachts völlig durch einen unheimlichen Mann in Angst und Schrecken versetzt und verschwindet daraufhin. Das Heikle: Eben dieser Mann, Anton Leitner, ist schon seit einiger Zeit gestorben. Will Mallmann, der zufällig in dem Hotel logiert, wird gebeten, in dem Fall zu ermitteln und entdeckt auf dem nahegelegenen Friedhof eine erste Spur…

Auch wenn London Dreh- und Angelpunkt des „John Sinclair“-Universums ist, gibt es auch immer wieder Episoden, die außerhalb von Deutschland spielen. So wie die 40. Episode des „Classic“-Ablegers, die im deutschen Schwarzwald angesiedelt ist. Und wer die Serie kennt, ahnt hier bereits, dass Will Mallmann als Gefährte des bekannten Geisterjägers nicht fehlen darf. Tatsächlich übernimmt dieser in einem Großteil der Folge die Ermittlungen und steht im Mittelpunkt, wofür er genügend Eigenheiten und eine passende Aura mitbringt, die allerdings nicht immer zum Strahlen kommt – dafür fällt die Spannung dann doch immer wieder etwas ab. Und leider funktionieren die unheimlichen Momente ebenfalls nicht so gut wie gewohnt, besonders der Start mit der unheimlichen Begegnung fällt etwas zu flach aus, um wirklich neugierig auf die Handlung zu machen. Dafür gibt es andere Elemente, die gut funktionieren, besonders gilt dies für den Charakter des Xaver Jurc, der alte Gräber in der Gegend untersuchen will und einerseits als Triebfeder für die Handlung dient, andererseits aber auch eine eigenständige und geheimnisvolle Aura mit einbringt. Das (recht späte) Auftauchen von John Sinclair läutet dann ein Finale ein, dass wieder mit Spannung und Action geladen ist, aber auch nur wenige wirkliche Überraschungen bietet. Die Romanvorlage wirkt leider nicht mehr ganz zeitgemäß, ein wenig mehr Raffinesse hätte bei der Überarbeitung als Hörspielskript gutgetan. So bleibt „Der Albtraum-Friedhof“ eine solide, aber nicht vollkommen überzeugende Episode der Serie.

Als Will Mallmann ist der wunderbare Lutz Riedel zu hören, der den deutschen BKA-Beamten nicht nur sehr eingängig wirken lässt, sondern auch den Spannungsbogen der Handlung mit seiner Stimme nachzeichnet und so für eine gelungene Dynamik sorgt. Herbert Tannigkeit ist in der Rolle des Archäologie-Professors Xaver Jurc zu hören, der durch ihn eine markante Aura erhält und dem Hörer einige Rätsel aufgibt, er passt seht gut in das Ambiente dieser Episode. Auch Gerhard Garbers ist als Harald König überzeugend, er sorgt für einige gelungene Facetten der Figur und punktet mit eingängiger Sprechweise. Weitere Stimmen stammen von Dirk Petrick, Peter Kirchberger und Wolfgang Häntsch.

Die etwas ruhigere Episode hat natürlich eine ebensolche Umsetzung zur Folge, was aber natürlich auch mit vielen gelungenen Details geschehen ist. Bei der Musik hört man ab und an eine Hommage an die gute alte Heimorgel heraus, die an die legendäre erste Umsetzung der Serie erinnert. Doch auch andere, spannungsgeladene Melodie und natürlich eine Vielzahl äußerst stimmig eingefügter Geräusche sorgen für einen lebendigen Eindruck der Dialoge.

Timo Wuerz hat zu dieser Episode wieder ein sehr gelungenes Cover geschaffen, dass das Thema sehr unheimlich umsetzt. Denn die Skelette, die aus halb umgestürzten Grabsteinen hervorkriechen, wirken sehr düster und gruselig, was durch die erdige Farbgebung noch unterstrichen wird. Im Inneren des kleinen Booklets sind neben einer Auflistung der Mitwirkenden keine weiteren Informationen zu finden, hinter der CD ist das Titelbild aber noch einmal in etwas größer und ohne den Schriftzug zu sehen.

Fazit: Der Folge fehlt es ein wenig an Schwung, die gesetzten Spannungsmomente reichen leider nicht aus, um mich vollkommen zu überzeugen. Dafür ist die Stimmung wieder dicht geraten und punktet mit einigen unheimlichen Szenen, auch der Einsatz von Will Mallmann als zentrale Figur der Episode funktioniert gut und sorgt noch einmal für einen anderen Anstrich.

VÖ: 24. Juli 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785780800

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