John Sinclair – 139. Werwolf-Omen



In einer Vollmondnacht fährt John Sinclair beinahe auf dem Weg nach London versehentlich eine junge Frau an und entschließt sich, sie auf das nahe gelegene Gehöft ihrer Eltern zu fahren. Doch mitten in der Fahrt zerreißt sie ihren Gurt und flüchtet in die Dunkelheit. Der Geisterjäger ahnt sofort, dass es sich um einen neuen Fall handelt und folgt ihr auf den Weg zu ihren Eltern – und findet dort schnell beunruhigende Hinweise…

Nach der experimentellen Vorgängerfolge zeigt sich in der 139. Episode der „John Sinclair“-Reihe von Lübbe Audio, dass manchmal die eher klassischen Motive die besseren sind. Denn mit „Das Werwolf-Omen“ ist eine sehr hörenswerte Episode entstanden, die mit dem sehr klassischen Konflikt zwischen Werwölfen und Vampiren spielt. Bereits der Start in den ersten Minuten ist aufregend und unheimlichen geraten, was einen stimmungsvollen Einstieg in de Handlung ermöglicht und direkt die Richtung für das kommende vorgibt. Der Verlauf der Episode ist zudem sehr abwechslungsreich geraten, da der Kampf der Vampire gegen die Werwölfe immer weiter an Fahrt aufnimmt und sich zuspitzt. Durch die typischen schnellen Schnitte der Serie wirkt die Episode zudem dynamisch und gewinnt an Spannung hinzu. Das gefällt mir schon alles sehr gut, doch besonders wird die Geschichte durch eine recht differenzierte Betrachtung der gegnerischen Parteien, die immer wieder für kleine Überraschungen sorgt. John Sinclair, der immer weiter zwischen die Fronten gerät und sich mal wieder in allerlei gefährlichen Situationen beweisen muss, ist dabei ein gelungener Motor für die Handlung, drängt sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund, sodass die anderen Charaktere ebenso gut zur Geltung kommen. Das packende Finale der Handlung ist ein spektakulärer Ausklang für diese sehr gelungene Episode. Denn auch wenn das Motiv der Episode klassisch erscheint, sind immer noch viele überraschende Wendungen eingebaut, um das Geschehen unterhaltsam zu gestalten.

Die wunderbare Bianca Krahl hat in dieser Episode einen gelungenen Auftritt als Alexis Ascot, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme einen prägnanten Charakter schafft, den sie facettenreich und mit gekonnter Betonung spricht. Konstantin Graudus lässt seine langjährige Erfahrung als Sprecher in die Rolle des Traian Bogdanovich einfließen und verleiht seiner Figur viele gelungene Aspekte und ein markantes Auftreten. Der Auftritt von Lupina bekommt seine Würze wieder von der wunderbaren Claudia Urbschat-Mingues verliehen, die ihre Szenen ausdrucksstark und markant wie immer spricht. Auch Milton Welsh, Douglas Welbat und Nicolas König sind zu hören.

Das Team um Regisseur Dennis Ehrhardt versteht es auch hier wieder gelungen, den einzelnen Szenen einen passenden Klang zu verleihen. So sind unheimliche Momente mit dräuenden Melodien hinterlegt, werden Actionszenen mit viel Wucht und lauten Geräuschen unterlegt und gewinnen so an Dramatik, während es auch ruhigere Szenen mit passenden Hintergrundklängen gibt. Die Dynamik der Handlung wird dadurch überzeugend wiedergegeben.

Ein alter Straßenbahnwagen – ein ungewöhnliches Motiv für ein Geisterjäger-Hörspiel mit diesem Thema. Die halb zum Wolf mutierten Menschen auf den Schienen schlagen aber den Bogen zu einer Szene aus dem Hörspiel, zumal das recht helle Titelbild mal eine Abwechslung zu den ansonsten immer sehr düsteren Titelbildern ist. Im Inneren herrscht wieder eher Schlichtheit, die Mitwirkenden sind aber natürlich übersichtlich aufgelistet.

Fazit: „Das Werwolf-Omen“ startet unheimlich und düster, wird aber schnell zu einem spannenden Action-Spektakel, das spannend und abwechslungsreich erzählt wurde. Dabei ist der klassische Kampf von Vampiren gegen Werwölfe eine gelungene Kulisse und bietet immer neue Anreize, die Handlung unterhaltsam zu gestalten. Eine starke Episode der Serie, die mir mal wieder richtig gut gefallen hat.

VÖ: 29. Juni 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785781395

Datenschutzerklärung