Edgar Wallace löst den Fall – 7. Der Club der gelben Schlange



Nachdem Chiefinspector Bliss in den Ruhestand geschickt wurde, hat Inspector Mander seine Position übernommen. Doch die kriminalistischen Herausforderungen haben sich zunächst rar gemacht, sodass er beinahe erfreut ist, dass eine Leiche am Londoner Themseufer gefunden wird und er sich als Ermittler beweisen kann. Doch völlig allein kommt er nicht voran, sodass Autor Edgar Wallace einige entscheidende Hinweise…

Es ist schon einige Zeit her, dass die bis dato letzte Episode von „Edgar Wallace löst den Fall“ erschienen ist – und das hat auch einen guten Grund. Denn der Autor Dietmar Kuegler hat eben nur sechs Geschichten um Inspector Bliss geschrieben, der Kriminalfälle mit Hilfe der Romane von Edgar Wallace gelöst hat. Für Folge sieben musste also nicht nur eine neue Geschichte, sondern auch gleich ein neues Konzept erdacht werden. Herausgekommen ist „Der Club der gelben Schlange“, das den bisherigen Nebencharakter Mander in den Mittelpunkt rückt und auch Edgar Wallace selbst in wichtiger Position auftreten lässt. Die neue Zusammenstellung der Charaktere funktioniert hervorragend und sorgt für markante Szenen, einige Konflikte und einen wunderbar bissigen Humor. Dabei kommen viele Facetten der Figuren hervor, was sehr durchdacht wirkt und viel Potenzial für weitere Entwicklungen bietet. Doch auch der Fall selbst ist gelungen – nicht nur, weil die düsteren Gassen von London und die nebligen Ufer der Themse für reichlich Flair sorgen. Auch das Konstrukt des Falles funktioniert bestens und zeigt neben den Ermittlungen auch einige Szenen um den unbekannten Gegenspieler der Episode, was einen herrlich mystischen Touch bekommen hat. Einige spannende Entwicklungen und ein gut durchdachtes Verbrechen sorgen für sehr gute Unterhaltung inklusive gelungenem Finale – schön, dass sich die Serie so stark zurückmeldet.

Peter Flechtner hat seine Sprechweise gekonnt an das neue Konzept der Serie angepasst und die Arroganz des Ermittlers weiter in den Mittelpunkt gerückt, schafft es aber dennoch, ihn sympathisch wirken zu lassen – eine gelungene Mischung, die eine interessante Hauptfigur erschafft. Konrad Bösherz spricht Sergeant Elk ebenfalls mit passender Stimme und variablem Klang, sodass viele Feinheiten dieses interessanten Charakters zur Geltung kommen. Sehr gut gefallen hat mir auch Uwe Büschken als Edgar Wallace, der immer viel Humor in seine Stimme legt und eine heitere Lockerheit in die Szenerie mit einbringt, was für angenehme Abwechslung sorgt. Weitere Sprecher sind Erich Räuker, Josephine Schmidt und Jeremias Koschorz.

WinterZeit hat auch hier eine äußerst passende akustische Gestaltung für die Handlung erschaffen, die mit vielfältigen Geräuschen für eine lebendige Wirkung sorgt. Diese sind nicht nur sehr genau an die Handlung angepasst, sondern klingen auch realitätsnah und glaubhaft. Die Musik sorgt an den passenden Stellen für zusätzliche Spannung, beispielsweise mit düsteren Geigenklängen, aber auch beschwingte Barmusik wurde im Hintergrund eingesetzt.

Am Coverkonzept hat sich trotz neuer Ausrichtung nicht viel geändert, immer noch ist das Motiv komplett in Rot und Schwarz gehalten, während die Schriftzüge in hellem Gelb gehalten sind – das ist ungewöhnlich und sticht direkt ins Auge, was auch bei der Darstellung einer Schlange gut funktioniert. Im Inneren des Booklets ist ein ausführlicher Text von Markus Winter zu lesen, in dem er die Grundzüge des neuen Konzepts und dessen Zustandekommen erklärt.

Fazit: Die Rückkehr der Serie mit dem neuen Konzept landet direkt einen Volltreffer. Die Handlung ist sehr dynamisch aufbereitet und verbindet ganz unterschiedliche Hinweise und Ereignisse zu einem stimmigen Ganzen. Die Zusammenstellung der Charaktere geht hier direkt auf und sorgt für zusätzlichen Charme und Witz, wobei auch die Stimmung in London gut zur Geltung kommt.

VÖ: 19.06.2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661306

Datenschutzerklärung