Das Schwarze Auge – 11. Werkzeug des Bösen



Gundar Gemmenschneider und seine Gefährten gehören zu den wenigen Wesen, die von der Gefahr wissen, die von dem Namenlosen ausgeht, dem Gegenspieler der Götter Aventuriens. Denn dieser soll wiedererweckt werden, was das Land in Chaos und Untergang führen würde. Doch wieder fällt die bunt gemischte Gruppe auf und zieht den Ärger auf sich, insbesondere da einige Mitglieder im Land in Ungnade gefallen sind…

Auch wenn das Thema und die Thorwaler in der vorigen Episode halbwegs abgeschlossen wurde, ist der zweite Handlungsstrang der Fantasy-Hörspielserie „Das Schwarze Auge“ nach dem gleichnamigen Rollenspiel noch nicht abgeschlossen, sondern schwenkt nur auf eine andere Szenerie um. Im Mittelpunkt steht nun eine deutlich düstere und bedrohlichere Stimmung um die Erweckung des namenlosen Antagonisten der Götter und den Anführer der Vampire von Aventurien. Das geht gewohnt abwechslungsreich zu, so gibt es heitere Momente um die ungleichen Abenteurer mit bissigen Wortgefechten, schnelle Actionszenen und düstere Augenblicke, die vor Magie und Mystik sprühen. Das ist auf gewohnt hohem Niveau und überzeugt mit einer neuen Atmosphäre, wird aber auch langsam vorhersehbar – bis auf kleinere Überraschungen gibt es nur wenige Wendungen, die wirklich packen können. Gerade der Verlauf der Episode scheint etwas zu gleichförmig zu den Vorgängern zu sein – unterhaltsam ist die Geschichte aber dennoch. Und das liegt an der besonderen Atmosphäre der Serie und den lieb gewonnenen Charakteren sowie den neuen Elementen um Bragdul, die für Spannung sorgen. Und die Neugier auf die kommenden Ereignisse wird ebenfalls geweckt, da die wesentlichen Stränge zum Ende dieser Episode noch viel Potenzial für aufregende Entwicklungen bieten.

Mit Torsten Sense hat ein weiterer sehr erfahrener Sprecher einen Auftritt, wobei sein markanter Klang durch einen Stimmverzereffekt noch unterstützt wird. So wirkt die Figur des Bragdul sehr machtvoll und bösartig, seine Ausstrahlung ist dabei bestechend. Die Rolle der Alinne wird natürlich wieder von Gabrielle Pietermann gesprochen, deren authentisches und spontan wirkendes Auftreten auch hier wieder sehr gut funktioniert. Erzähler Axel Ludwig spricht seine Texte sehr betont und stimmungsvoll, was das Hörspiel noch ausdrucksstärker wirken lässt und viel zusätzliche Atmosphäre aufkommen lässt. Weitere Sprecher sind Rene Dawn-Claude, Alexander Döring und Jill T. Böttcher.

Auch in dieser Episode überzeugt der Abwechslungsreichtum in der akustischen Gestaltung, sodass wieder ganz unterschiedliche Stimmungen aufkommen. Dafür sorgen vor allem die vielen Geräusche, die die Dialoge lebendig gestaltet und gekonnt auf jede Szene zugeschnitten sind. Aber auch die Musik ist überzeugend, die mittelalterlich angehauchten Klänge sind mal heiter, mal bedrohlich oder mystisch, was die jeweils vorherrschende Stimmung hervorhebt.

Das Cover hat wieder den fantastischen und fantasievollen Look der Vorgänger, Flavio Bolla hat die Düsternis Aventuriens darin gekonnt eingefangen. Die ikonisch wirkende Darstellung mit zuckenden Blitzen, erhobenem Hammer und wehendem Mantel zieht die Aufmerksamkeit auf sich, doch auch der Hintergrund mit dem zerstörten Gebäude und dem aufgescheuchten Gabenschwarm passt sehr gut zur vorherrschenden Stimmung. Im Inneren gibt es wieder einige Hintergrundinformationen und einen ersten Coverentwurf.

Fazit: „Werkzeug des Bösen“ kann zwar in wesentlichen Punkten nicht mehr wirklich überraschen, erzählt aber eine weitere fantasievolle und abwechslungsreiche Geschichte mit vielen unterschiedlichen Stimmungen. Die mystische Bedrohung der Welt von Aventurien bekommt hier noch weitere Facetten hinzugefügt, während auch die besondere Stimmung der Serie mit ihren gut gestalteten Hauptfiguren wieder gut funktioniert.

VÖ: 24. Juli 2020
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 9783960662723

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