John Sinclair Classics – 39. Die Killerpuppen



Bei der Erstaufführung einer Neuinszenierung des klassischen Dramas Medea jubelt das Publikum, Hauptdarstellerin Diana Torkato und ihr Mann Rick, der als Autor das Stück inszeniert hat, werden von der Presse ebenso gefeiert. 26 Jahre später lernt auch Geisterjäger John Sinclair die beiden kennen, denn in ihrem Umfeld werden mehrere Menschen grausam ermordet. Doch welches Geheimnis sich hinter der Fassade verbirgt, hätte selbst er nicht vermutet…

Mit „Die Killerpuppen“ wird in den „John Sinclair Classics“ eine weitere in sich abgeschlossene Episode erzählt, die für sich alleinsteht und nur wenige Bezüge zum Fortlauf der Serie aufweist. Auch als Einstieg ist Episode 39 deswegen geeignet, da sich die Zusammenstellung der Charaktere auch so schnell erschließt. Und da die Geschichte einige Spannung aufweist und ein klassisches Gruselmotiv beinhaltet, bin auch ich schnell mit der Folge warm geworden. Der Start mit der umjubelten Theaterpremiere und einem ersten Todesfall ist dynamisch geraten, und auch wenn es nicht ganz so spannungsgeladen weitergeht, wird jedoch durchgängig eine interessante Szenerie mit einigen Wendepunkten aufgebaut. Zugegeben: Manches davon ist vorhersehbar, insbesondere das Motiv hinter den Morden wird nicht gerade sorgfältig verborgen. Hier geht es aber auch nicht um einen verzwickten Krimi, sondern um eine schnell erzählte Geisterjäger-Geschichte mit Spannung und einigen gruseligen Momenten. Dass der Humor der Serie nicht zu kurz kommt und es immer wieder auch Momente zum Lachen gibt, rundet das Drehbuch gelungen ab, das zudem noch wie immer mit flüssig wirkenden Dialogen aufwarten kann. Schön, dass der Zusatz „Classic“ im Titel der Serie zwar für einige im besten Sinne altmodischen Elemente steht, aber auch hier die Weiterentwicklung des Mediums Hörspiel aufgegriffen wird.

Peter Kamepfe hat in dieser Episode die Rolle des Rick Torkato übernommen und spricht diese mit lebendig und glaubhaft wirkender Stimme, wobei er eben nicht immer sympathisch wirkt, sondern auch die unangenehmen Seiten des Theatermachers herauskehrt. Die wunderbare Maria Koschny spricht seine Frau Diana ebenso zwielichtig und abwechslungsreich, wobei sie ihre sehr variable Stimme gekonnt nutzt, um alles aus der Figur herauszukitzeln. Sarah Madeleine Tusk hat einen kurzen, aber einprägsamen Auftritt als Fay Ronson, besonders das Ende ihrer Szenen ist eindrucksvoll und energiegeladen geraten. Weitere Sprecher sind Katharina von Keller, Gerlinde Dillge und Gerhard Garbers.

Routiniert wie immer hat das Team um Dennis Ehrhardt die Episode umgesetzt und für eine vielfältige Umsetzung gesorgt. Die Musik wirkt auf die jeweilige Stimmung maßgeschneidert und steigert Spannung, Dramatik und Dynamik der Geschichte, aber auch die zahlreichen Geräusche und Sounds sind passgenau in die Dialoge eingebaut. Zusammen ergibt das eine sehr stimmige und in sich runde Kulisse, die sehr wertig wirkt.

Das Theater-Thema wird mit dem obligatorischen roten Vorhang gekonnt aufgegriffen, auch die titelgebenden Killerpuppen mit den blutenden Augen kommen dank düsterer Beleuchtung sehr gut zur Geltung. Die Optik wirkt dieses Mal überraschenderweise ein wenig wie ein Ölgemälde, was aber sehr stimmig wirkt. Das Innere ist wie immer schlicht und übersichtlich gestaltet, wobei im Inneren ein Überblick über alle bisher erschienenen Cover der Serie zu finden ist.

Fazit: Ein dynamischer Start, abwechslungsreiche Entwicklungen und ein packendes Finale – auch wenn nicht jedes Details absolut perfekt ist und die Handlung ab und an etwas durchhängt, ist „Die Killerpuppen“ sehr hörenswert gelungen. Die ganz großen Überraschungen bleiben aus, die sehr solide Umsetzung sorgt aber für ein sehr unterhaltsames Hörspiel.

VÖ: 1. Mai 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785780770

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