John Sinclair – 137. Kampf um Lady X



John Sinclair kann zwar mit Hilfe von Frantisek Marek knapp die Fahrt des Vampir-Expresses stoppen, doch die Schlacht ist noch lange nicht gewonnen. Im Gegenteil: Nicht nur muss er Sarah Goldwyn aus der Gefangenschaft der Vampirsippe retten, sondern auch deren Plan vereiteln, eine alte Gegnerin erneut ins Spiel zu bringen, die eigentlich für immer in ihrem magischen Gefängnis ruhen sollte: Lady X, die selbsternannte Herrscherin der Vampire…

Auch wenn es sich bei den Folgen 136 und 137 von John Sinclair einen Zweiteiler bilden, haben sie jeweils einen sehr eigenen Ausdruck und unterscheiden sich in Ablauf und Stimmung deutlich, dennoch ist die eng zusammenhängende Handlung eine Einheit, die untrennbar zusammengehört. Der Start in die Handlung des zweiten Teils „Kampf um Lady X“ wird durch einen umfangreichen Rückblick gelungen gestaltet, bei der nicht nur die Ereignisse des letzten Teils aufgegriffen werden, sondern auch die Geschichte um Lady X noch einmal rekapituliert wird. Danach wird in dynamischer Weise in eher kurzen Szenen weitererzählt: Da gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, Traumvisionen mit düsteren Ankündigungen, aktuelle Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen und mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Das ist abwechslungsreich gelungen, konzentriert sich dann aber auf die Handlung um John Sinclair auf einer Art gefährlichem Roadtrip, um das Grab von Lady X zu erreichen und ihre Wiedererweckung zu verhindern. Das ist spannend und atmosphärisch geraten und steuert unweigerlich auf einen dramatischen Höhepunkt zu. Das gefällt mir alles sehr gut, auch wenn das Finale dann etwas flach geraten ist – der letzte Kampf hat nicht die Kraft, die man von der Serie gewohnt ist und wird auch der Figur der Lady X nicht ganz gerecht, die eine der einprägsamsten Gegnerinnen der Serie war. Insgesamt macht die Folge aber wieder viel Spaß und bietet 67 Minuten spannende und düstere Unterhaltung.

Tobias Lelle ist in der Rolle des Radu Wintek bestens aufgehoben und sorgt mit einer sehr ausdrucksstarken Sprechweise für viele gelungene Momente und einen denkwürdigen Charakter, der die Folge und dessen Stimmung entscheidend prägt. Kirstin Hesse ist als Vera Bogdanowich ebenfalls eine hervorragende Besetzung, mit feinen Facetten und hartem Klang variiert sie ihre Stimme passend zu den einzelnen Szenen und wirkt dabei sehr lebendig. Katrin Fröhlich hat in den Jahren ihrer Abwesenheit den Spaß an der Figur der Lady X nicht verloren und setzt diese wieder sehr präsent und markant um, sodass sie trotz des eher kurzen Auftritts positiv im Gedächtnis bleiben kann. Weitere Sprecher sind Timo Kinzel, Manfred Liptow und Sven Plate.

Die Umsetzung der Handlung funktioniert dank der dichten Ausstattung mit düsteren Melodien sehr gut und setzt die Stimmungen gekonnt um – mal mit dräuenden Sounds, dann mit einer einsamen Klaviermelodie oder härteren Gitarrenriffs. Das wirkt abwechslungsreich und gut auf die Szenen abgestimmt. Und natürlich sind auch die Geräusche sehr gekonnt eingesetzt, was sehr lebendig und kinoartig wirkt, die Handlung wirkt dadurch eindringlich und leicht zugänglich.

Vampire, Fledermäuse, Wölfe mit leuchtenden Augen, eine angedeutete Burg, die im Nebel versinkt – im Hintergrund ist auf dem Cover allerlei los und sorgt für eine wunderbar unheimliche Stimmung. Im Vordergrund ist dagegen das eigentliche Thema der Folge zu sehen, die Rettung von Lady X in ihrem langen, weißen Kleid ist gelungen umgesetzt. Der klassische Zeichenstil des Titelbildes sorgt dabei wieder für viel nostalgischen Charme.

Fazit: Überraschend, wie unterschiedlich die Stimmung dieser Episode zum Vorgänger ist, aber auch hier kommt die düstere Bedrohung durch die Vampirsippe gekonnt zur Geltung. Der abwechslungsreiche Aufbau der Handlung hat mir auch gut gefallen, selbst wenn das Finale noch spektakulärer hätte sein können, um dem Zweiteiler einen erinnerungswürdigen Abschluss zu bieten. Insgesamt aber dennoch eine hörenswerte Episode.

VÖ: 27. März 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785781371

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