Eifel Krimi - 5.1 Eifel Gold



Obwohl er den Tag eigentlich in Ruhe mit seiner Katze Krümel verbringen will, muss Journalist Sigi Baumeister seiner Arbeit nachgehen, als er einen anonymen Hinweis auf zwei an einen Baum gefesselte Männer bekommt. Diese entpuppen sich als Fahrer eines Geldtransporters, die nach einem fingierten Unfall überfallen wurden. Und da die Polizei mal wieder die falschen Schlüsse zieht, mischt sich auch Sigi Baumeister in die Ermittlungen mit ein…

Mit der fünften Episode des „Eifel-Krimis“ betritt WinterZeit mal wieder neues Terrain und hat den Roman in über 300 Minuten Laufzeit umgesetzt – so lang wie keine andere Geschichte um Sigi Baumeister zuvor. Ganze vier CDs wurden dafür gebraucht, wobei dies auf zwei Teile gesplittet wurde – „Eifel Gold“ startet also in Episode 5.1. Sowohl das Intro als auch die gesamte Episode sind durchzogen von dem wunderbar trockenen Humor von Sigi Baumeister, der sich auch als Erzähler einige sehr gelungene Sprüche leistet und seine Gesprächspartner mit seiner Dreistigkeit oftmals verdattert zurücklässt, genau dadurch aber auch wieder die Sympathien des Zuhörers weckt. Der Fall nimmt durch den frühen anonymen Anruf schnell an Fahrt auf, es wird keine Zeit vergeudet, um die Folge in Fahrt zu bringen. So ist bereits nach wenigen Minuten Laufzeit nicht nur die oben beschriebene Grundsituation geschildert, sondern auch gleich noch die ersten Widersprüche aufgedeckt sowie die Unfähigkeit der örtlichen Polizei recht überspitzt in Szene gesetzt. Schon dabei ist die sehr genaue Beobachtungsgabe der Hauptfigur wichtig, die sich im Laufe des Hörspiels als sehr essentiell herausstellt. Durch die gelungene Erzählweise bekommt auch der Hörer all diese Informationen mitgeteilt, sodass man sehr nahe an der Geschichte ist und mit Sigi rätseln und kombinieren kann – was wegen der großen Komplexität der Handlung gar nicht so einfach ist. Sicherlich ist alles einfach nachzuverfolgen, es kommen aber immer weitere Details und Handlungsbögen hinzu, die erst einmal sinnvoll miteinander verbunden werden wollen. Schon am Ende dieses ersten Teils ist man an einem Punkt angelangt, den ich zu Beginn niemals erwartet hätte und der dennoch sehr stimmig erzählt wurde. Und da noch viele Fragen offen sind, ist der zweite Teil der Episode obligatorisch für Freunde ruhig erzählter und dennoch spannender Krimis.

Die Sprecher machen ihre Sache wieder sehr gut und lassen ihre Rollen lebendig wirken, allen voran natürlich Matti Klemm als Sigi Baumann, der nicht nur den trockenen Humor und die Hartnäckigkeit des Journalisten gekonnt darstellt, sondern auch die Spannungskurve der Geschichte stetig hochhält und den Druck in seiner Stimme nie abfallen lässt. Die wunderbare Giuliana Jakobeit ist als Elsa zu hören und setzt ihren hellen und freundlichen Klang sehr gekonnt ein, verleiht der Figur aber auch viele weitere Facetten und bleibt so sehr positiv im Gedächtnis haften. Konrad Bösherz hat einen ebenfalls sehr überzeugenden Auftritt als Unger, bei dem er seine ganze Professionalität einfließen lässt, aber auch die nötige Leidenschaft nicht vermissen lässt. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Bernd Egger und Magdalena Turba.

Akustisch ist die Episode wieder sehr sicher umgesetzt, was die Wirkung der Handlung gekonnt unterstützt. Dafür sorgen zahlreiche Geräusche, die passgenau in die Dialoge eingebaut wurden und diese in Szene setzen – mal einer dezent im Hintergrund, in einigen Szenen aber auch deutlich markanter, beides ist sehr wirkungsvoll. Die Musik ist sicherlich ungewöhnlich für ein Hörspiel, fügt sich mit der ruhigen Machart aber gekonnt ein und gefällt mir wieder sehr gut.

Wie immer ist das Cover zu der Episode recht dunkel geraten, was die Stimmung der Geschichte gut zur Geltung bringt. Als Motiv wurde dunkelblau eingefärbtes, dickes Bündel Geldscheine, wie immer umrahmt von der schwarzen Rahmengestaltung mit den schlichten Schriftzügen. Im Inneren des Booklets, das wieder auf hübschem Hochglanzpapier gedruckt wurde, gibt es neben der üblichen Auflistung der Mitwirkenden noch eine ausführliche Biographie von Autor Jacques Berndorf und Sprecher Matti Klemm und einem ersten Coverentwurf.

Fazit: Sigi Baumeister überzeugt auch in diesem bislang längsten Fall mit seiner robusten und ironischen Art. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf, wird dennoch ruhig und wie immer ohne große Actionelemente erzählt. Zudem ist die verschachtelte Handlung mit den vielen Elementen und überraschenden Wendungen wieder sehr gradlinig und spannend erzählt, was bereits diesen ersten Teil der Geschichte sehr hörenswert erscheinen lässt.

VÖ: 1. Mai 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661252

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