Schlau wie 4 - 16. Die Entstehung der Arten – Darwin auf Galapagos



Samir und Tobi haben ein Referat über die Entwicklung der Arten auf der Erde vorbereitet, Pia und Lisa müssen die Schildkröten der Schule füttern – und beides weckt das Interesse an dem Naturforscher Darwin, die die Entstehung der Arten beschrieben hat. Klar, dass sie die vielen Wunder der Galapagos-Inseln selbst sehen wollen und den Navinauten zum Start bereit machen…

Das Grundschüler schon jede Menge auf dem Kasten haben, ist schon klar – in der 16. Episode von „Schlau wie 4“ wird das aber auf die Spitze getrieben. Da recherchieren Viertklässler wissenschaftlich korrekt die gesamte Zeitleiste der Entstehung der Arten vom Einzeller bis zum modernen Menschen, haben davon abgesehen noch Antworten auf alle, sogar recht komplexe Fragen der Lehrerin, die wie aus der Pistole geschossen kommen – sicherlich ein wenig übertrieben, im Kontext der Serie passt das aber überraschend gut. Die Handlung an sich braucht für meinen Geschmack etwas zu lange, um in Fahrt zu kommen, wie häufiger sind viele Szenen in der Schule und bei den vier Freunden im privaten Umfeld zu hören. Bis zum eigentlichen Thema der Handlung, der Reise nach Galapagos, dauert es gute 20 Minuten. Danach entwickelt sich die Episode aber sehr vorteilhaft – nicht nur, weil natürlich wieder viel Wissen vermittelt wird, sondern auch, weil einige Wendungen und Überraschungen eingebaut sind. So gibt es beispielsweise einen handfesten Streit zwischen Pia und ihrer Zwillingsschwester Lisa, ebenso wie Rassismus und Naturschutzthemen eingebaut sind. Gegen Ende wird es dann auch ein wenig spannend, das steht aber nicht im Vordergrund, sondern ist eine weitere gelungene Verzierung dieser gelungenen Episode.

Jesse Grimm ist hier als erwachsener Darwin zu hören und zeigt, dass er sich sehr gut an diese Rolle und die besondere Ausstrahlung des Mannes anpassen kann. Seine Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen kommt ebenso gut zur Geltung wie seine freundliche Art, die schon in seinen kurzen Momenten gut herüberkommen. Sein jüngeres Ich wird von Sten Brettschneider gesprochen, der zwar nicht durchgängig flüssig spricht, insgesamt aber eine überzeugende und glaubhafte Leistung abliefert – im Gegensatz zu anderen Sprechern von Schülern, die teilweise sehr hölzern und steif klingen. Auch wenn diese nur wenig Sätze sprechen, fällt dies doch unangenehm auf. Achim Buch ist als Erzähler wieder stark und führt mit seiner ebenso ruhigen wie freundlichen Art durch die Handlung. Weitere Sprecher sind Daniel Welbat, Oliver Warsitz und Elena Wilms.

Während Musik immer nur kurz zu hören ist, eine fröhliche Ausstrahlung haben und meist während der Szenenwechsel eingesetzt wurde, sind die Geräusche sehr vielfältig eingesetzt. Besonders im Hintergrund gibt es viele passende Sounds, die das Klassenzimmer, das Haus der Familie Zweistein oder eben später die Galapagos-Inseln mit ihren vielen Tieren – alles wirkt so lebendig und vielseitig.

Die Vermittlung von Wissen hört nicht bei der Geschichte an sich auf, sondern wird auch in der Gestaltung fortgeführt – wieder gibt es einige kleine Boxen mit zusätzlichen Informationen über die Galapagos-Arten und die einzigartige Tierwelt. Und natürlich ist wieder alles ansprechend gestaltet, was auch für das hübsche Titelbild gilt, auf dem die vier Freunde in der beschriebenen Kleidung die Riesenechsen auf der Insel beobachten.

Fazit: Gerade zu Beginn wäre etwas mehr Tempo wünschenswert gewesen, die Handlung lässt sich leider zu viel Zeit, um in Schwung zu kommen. Doch das gut gewählte und informativ eingebaute Thema sowie später eine wendungsreiche Geschichte sorgen für einige starke Momente. Schön, dass der gewählte Weg, Wissen an Kinder zu vermitteln, wieder so stark und hörenswert umgesetzt wurde.

VÖ: 7. Februar 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759453421

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