Die drei ??? Kids – 74. Das Schienen-Monster



Kommissar Reynolds hat sich eine dicke Erkältung eingefangen und bittet Justus, Peter und Bob darum, die Einweihung eines hochtechnisierten Hochgeschwindigkeitszugs zu begleiten und die wertvolle Fracht zu bewachen. Selbstverständlich sind die drei Hobbydetektive sofort mit dabei und haben viel Spaß dabei, die vielen Gimmicks auszuprobieren, beobachten aber auch schnell einige merkwürdige Ereignisse – ein neuer Fall steht an…

Erwachsene und Kinder haben natürlich unterschiedliche Ansprüche an ein Hörspiel – die jüngeren Hörer lieben es oft abenteuerlich und aufregend, wobei es nicht immer vollkommen logisch zugehen muss. Das ist auch okay, in der 74. Episode der „drei ??? Kids“ wird dies jedoch mal wieder überstrapaziert. Dass es Polizist krank wird und einen wichtigen und nicht ungefährlichen Auftrag drei Minderjährigen ohne jegliche polizeiliche Ausbildung überträgt, da scheinbar kein anderer Kollege vertreten kann, ist dann doch sehr weit hergeholt. Auch die Idee des „Dienobots“, einem Roboter, der wie von Geisterhand alle nur gewünschten Speisen und Getränke hervorzaubern, ist ebenfalls nicht sonderlich stimmig. Mir persönlich gefallen auch die vielen, sehr lang und ausführlich beschriebenen Details nicht sonderlich, die im Laufe der Episode eingebaut sind und gefühlt deutlich mehr Zeit einnehmen als der eigentliche Fall. Die Ideen, die dabei eingeflossen sind, sind durchaus kreativ erdacht und sorgen für einige interessante Momente, die witzig und abwechslungsreich sind. Die futuristische Anmutung des neuen Hochgeschwindigkeitszuges mag zudem die Fantasie der jungen Zuhörer anregen, ist für zuhörende Erwachsene aber zu platt geraten. Der Fall an sich ist nicht so komplex oder vielseitig, wie man es von der Serie gewohnt ist, der Kreis der Verdächtigen ist zu begrenzt, um wirkliche Überraschungen zuzulassen. Mir gefällt jedoch die Stimmung unter den drei Detektiven, auch die vielen witzigen Szenen sorgen für Heiterkeit und Kurzweil.

Sebastian Walch sorgt als „Dienobot“ für eine sehr witzige Komponente und schafft den Spagat zwischen technischer Maschine und menschlicher Witzigkeit sehr gekonnt, sodass er die Lacher durchgängig auf seiner Seite hat. Marc Oliver Schulze macht seine Sache als John Mac Stew insgesamt gut, klingt aber teilweise etwas leidenschaftslos und hölzern, zumal er einige Spuren zu deutlich und offensichtlich auslegt. David Wittmann kleidet die Rolle des Bob Andrews wieder gekonnt aus und legt viel Energie in seine ausdrucksstarke Stimme, zumal er sich sehr gut an die Stimmung der Handlung anpasst. Weitere Sprecher sind Gregor Höppner, Lisa Maria Mino und Erzähler Johannes Steck.

Wie immer ist die Musik der Folge weitestgehend identisch zu den Vorgängerepisoden, was den jungen Zuhörern zwar eine schnelle Einordnung der Ereignisse in spannend, rätselhaft, aufregend oder heiter ermöglicht, aber auch recht redundant wirkt. Die Geräusche sind da schon passender eingebaut und schaffen passende Kulissen, die etwas übertriebene Ausstrahlung mag für die Zielgruppe angemessen sein.

An die „große“ Vorlage angelehnt und dennoch eigenständig: Auf dem Cover dominiert die schwarze Grundfarbe, während im unteren Teil eine comichafte Zeichnung zu sehen ist, die den Hochgeschwindigkeitszug aus dem Hörspiel zeigt. Die Gesichter der Hauptfiguren wirken wegen der weit aufgerissenen Augen jedoch eher unheimlich als ansprechend. Hinter der CD ist dieses Bild wie immer noch einmal etwas größer abgedruckt.

Fazit: „Das Schienen-Monster“ erlaubt sich wieder zu viele unsauber erdachte Details, die in sich nicht stimmig wirken. Ausgeglichen wird dies jedoch durch viele witzige und spannende Momente und einige technische Ideen, die bei Kindern für Begeisterung sorgen dürften. In meinen Augen hätte man mit einer flüssigeren Erzählweise mit weniger unwichtigen Details und einer authentischeren Sprache aber noch mehr aus der interessanten Grundidee herausholen können.

VÖ: 14. Februar 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759875520

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