TKKG – 214. Diamantenrausch auf der A9



Ein paar Tage ganz allein in der Sauerlich-Villa – was so vielversprechend für TKKG klingt, beginnt unschön: Ein Mega-Stau blockiert den Weg. Doch ein rücksichtsloser Autofahrer gefährdet die vielen Menschen, die sich auf der Straße aufhalten. Das wollen die vier Juniordetektive natürlich so nicht hinnehmen und nehmen die Verfolgung auf – und stecken mitten in einem neuen Fall, der gefährlicher ist, als sie es zunächst vermutet hätten…

Nicht immer treffen die neuen Episoden von TKKG meinen persönlichen Geschmack, doch die 214. Folge der langlebigen Juniordetektiv-Reihe hat es mir mal wieder angetan. Bereits das Intro ist spannend geraten, gerade weil TKKG dort eben nicht zu hören sind, sondern ein Überfall auf einen Werttransport für Nervenkitzel sorgt. Danach stehen Tim, Karl, Klößchen und Gaby aber wieder voll im Mittelpunkt, weitere Perspektiven werden nicht mehr geboten, der Verlauf ist dafür kurzweilig und oft wirklich spannend geraten. Die Ermittlungen sind abwechslungsreich geschildert und sorgen mit vielen kleinen Wendepunkten und neuen Erkenntnissen für Kurzweil, was sich bis ins gelungen erzählte und actiongeladene Finale zieht. Die Charaktere (sowohl die Hauptrollen als auch die Nebencharaktere) sind gut präsentiert, ihre persönlichen Eigenheiten fließen ein, werden aber eben nicht überzeichnet. Ein paar gut funktionierende Gags, ein paar Anspielungen auf aktuelle Themen wie Demonstrationen gegen den Klimawandel, meist authentisch wirkende Dialoge – das funktioniert schon alles sehr gut, sodass man über ein paar Stolpersteine hinwegsehen kann. Fraglich ist beispielsweise, warum die Möglichkeit einer Ausweichstrecke im großen Autostau nur von den Verbrechern und TKKG genutzt wird oder Karl klüger und gewiefter zu sein scheint als die IT-Abteilung der Polizei. Ein bisschen Feinarbeit hätte die Folge also noch vertragen, insgesamt ist sie aber durchaus hörenswert geraten.

Die Sprecher der Episode gefallen mir wieder besser als sonst und scheinen mit mehr Motivation bei der Sache zu sein. Insbesondere Sandra Keck als Mathilda Guggenheim bringt eine energiegeladene Vorstellung mit und sorgt für einen herrlich exzentrischen, aber nicht zu übertriebenen Eindruck ihres Charakters. Chauffeur Georg wird dieses Mal von Gordon Piedesack gesprochen, der sehr authentisch klingt und trotz ernsthaften Auftretens einige passende Sprüche gekonnt herüberbringt. Till Huster ist als Hans Theodor Meier-Lütt zu hören, auch er hinterlässt einen überzeugenden Eindruck und bringt die Rolle sehr glaubhaft herüber. Weitere Sprecher sind Mignon Reme, Holger Wemhoff und Woody Mues.

Die akustische Gestaltung der Episode ist wieder grundsolide gehalten, wobei besonders die Geräusche für die passende Atmosphäre sorgen. Diese sind gut angepasst, aber auch nicht übermäßig im Einsatz – viele Dialoge stehen auch für sich allein und bringen eine passende Ruhe mit ein. Die Musik ist gut angepasst, oft aber auch schon aus vorigen Episoden bekannt. Die Szenenübergänge werden dennoch angenehm gestaltet.

Eine der anfänglichen Szenen ist auf dem Titelbild zu sehen, das brennende Auto und die aufgeregten Juniordetektive samt kläffendem Oscar sind in passendem Comicstil zu sehen. Das ist sehr ausdrucksstark geraten und funktioniert wieder einmal sehr gut mit der Idee der Zeitungsausschnitte, die auch in der restlichen Gestaltung genutzt wird. Weitere Extras gibt es hier nicht.

Fazit: Sicherlich wird das Rad hier nicht neu erfunden und einige bekannte Ideen eingebunden, die aber zu einem unterhaltsamen Ganzen zusammengefügt wurden. Spannend, actiongeladen und witzig geht es zu, sodass man über einige Schwächen im Skript hinwegsehen kann. Schön, dass die Sprecher auch wieder engagierter klingen und sich die Inszenierung treu bleibt.

VÖ: 6. März 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759888520

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