Sinclair Dead Zone – 6. Nemesis



Shao und Zuko werden in der Londoner Kanalisation von den unheimlichen Spinnenwesen angegriffen und haben mit ihrem Leben bereits abgeschlossen, werden dann aber von einem geheimnisvollen Fremden mit knapper Not gerettet. Den Kampf gegen die Wesen geben sie deswegen nicht auf – trotz der eindringlichen Warnung ihres Retters. Währenddessen stattet Pamela Scott Ernest Beaufort einen Besuch ab, der allerdings anders ausfällt als ihre vorigen Begegnungen…

Von Anfang an auf sechs Folgen angelegt ist die Hörspielserie „Sinclair Dead Zone“ aus der Feder von Dennis Ehrhardt in sich abgeschlossen und erzählt eine eigenständige Geschichte, losgelöst von der bekannten Geschichte um den Geisterjäger mit vielen veränderten und neuen Elementen. Im Zentrum steht ausgerechnet der Tod der titelgebenden Hauptfigur, der in dem sechsten Teil „Nemesis“ natürlich aufgeklärt wird, ebenso wie dies auch für die vielen restlichen Handlungsstränge gilt. Und dabei setzt die Handlung oft direkt mitten in einer Szenerie an, in Momenten höchster Not oder mit besonders grausigen Momenten. Das ist natürlich nicht ohne Kenntnis der vorigen Tele zu verstehen, wobei man einige wichtige Details auf dem Plan haben sollte – ansonsten findet man aber auch nach einiger Abwesenheit schnell in die Handlung. Diese ist direkt sehr druckvoll angelegt und wird von Anfang an sehr temporeich erzählt, auch die übernatürlichen Komponenten kommen hier schnell richtig zur Geltung und lassen sich nicht so lange Zeit wie sonst, um ihren Einfluss auf die Handlung auszuüben. Wieder sind viele besonders gelungene Ideen eingeflossen, insbesondere der Schauplatz des großen Showdowns – eine halb verfallene Abtei – ist hervorragend gewählt und gekonnt beschrieben. Toll, wie hier alles zusammengeführt und aufgeklärt wird, aber eben doch noch ein paar Mysterien offenbleiben und so die unheilvolle Atmosphäre der Serie unterstreichen. Ein sehr gelungener Abschluss der Serie, der mir sehr gut gefallen hat.

Die wunderbare Bianca Krahl hat als Pamela Scott wieder einen größeren Part und überzeugt mit dabei vollkommen – mit ihrer leicht rauen, sehr markanten Stimme, aber auch mit der eindringlichen Sprechweise und der gelungenen Betonung, was sowohl die Dialoge als auch ihre Erzähltexte betrifft. Auch Bert Franzke ist als Aldous Lockhart bestechend, seine Stimme nimmt einen düsteren und unheilvollen Klang an, der bestens in die düstere Szenerie der Episode passt und ihr einige gelungene Facetten hinzufügt. Gerrit Schmidt-Foß ist natürlich wieder als Zuko Gan zu hören, seine ebenso spontan wirkende wie ausdrucksstarke Sprechweise überzeugen mich einmal mehr. Weitere Sprecher sind Peter Kirchberger, Maria Koschny und Thomas Schmuckert.

Die markante akustische Umsetzung der Serie funktioniert natürlich auch in dieser letzten Episode des Sechsteilers hervorragend, bietet aber auch einige neue Ansätze. So wirkt die Musik an einigen Stellen noch temporeicher, was die Dramatik der sich zuspitzenden Szenen betont. Gepaart mit den insgesamt recht lauten Geräuschen (natürlich besonders in den Actionszenen) ergibt das eine intensive Atmosphäre, was die Handlung gekonnt unterstützt.

Keine Neuerungen gibt es auf dem Cover zu vermelden, bis auf den Folgentitel und die Nummer unterscheidet es sich nicht einmal in Details von ihren Vorgängern. Schade, denn so geht den Episoden Individualität verloren – und dass durchaus Potenzial für Abwandlungen vorhanden gewesen wären, beweisen die neuen Fotos im dicken Booklet, die die Stimmung der Episode gekonnt aufgreifen und neben den üblichen Angaben auch einige Zitate aus dem Drehbuch enthalten.

Fazit: „Nemesis“ ist ein hervorragender Abschluss für die Miniserie – nicht nur, weil die Handlung gekonnt zu einem Ende geführt wird, sondern auch, weil sich die Stimmung noch einmal verdichtet und von Anfang an eine sehr packende, düstere Szenerie geboten wird. Toll, wie sich auch noch neue Einfälle einbauen lassen, die der Atmosphäre noch einmal neue Facetten verleihen und das große Finale so sehr abwechslungsreich wirken lassen.

VÖ: 28. Februar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755761

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