Die drei ??? – 204. Der dunkle Wächter



Da Bob sowohl seine Cousine Mary bei ihrem Besuch in Rocky Beach beherbergen soll als auch auf die Katzen des abgeschieden und verreisten Mr. Pinches aufpassen muss, fällt der Ausflug zum Surfen gemeinsam mit Justus und Peter aus. Durch Zufall entdeckt er bei seinem ersten Besuch eine geheime Kammer – danach ist der Detektiv verschwunden, was seine Freunde durch Marys Ankunft erfahren. Natürlich unterbrechen Peter und Bob ihren Urlaub, um Bob zu suchen…

Die Kriminalgeschichten der „drei ???“ werden auch immer wieder mit mystischen Elementen angereichert, so auch in der 204. Episode, in der bereits das Cover auf das Thema hindeutet: Der Zerberus, Wächter der Unterwelt aus der griechischen Mythologie, ist darauf abgebildet und spielt eine kleine, aber durchaus entscheidende Rolle in der Handlung. Nachdem die Rahmenbedingungen um Bobs Cousine und das Füttern der Katzen abgesteckt sind, geht es schnell recht unheimlich zu: Der dritte Detektiv ist dabei in einem recht geschickt eingefädelten Monolog zu hören, was sehr stimmungsvoll geraten ist. Auch im Laufe der restlichen Handlung wird immer wieder kurz zu ihm geschaltet, sodass er die Geschichte mit seinen Sinneseindrücken bereichert. Dass das eingeschworene Team getrennt wurde, ist sicherlich ebenfalls ein gelungenes Element der Handlung, auch wenn er mit Mary eine Vertretung bekommt, die frischen Wind, aber auch ein wenig Nervpotenzial mit einbringt. Die Recherchen werden kurzweilig erzählt, sind aber nicht immer wirklich spannend aufbereitet und plätschern eher vor sich hin, nur ab und an sticht eine aufregende Szene hervor und heizt dann Tempo oder Dramatik an. Natürlich wird um Bobs Verschwinden ein gelungenes Geheimnis aufgebaut, das im typischen Stil der Serie mit mehreren Nebenarmen aufgebaut wird und gekonnt aufgeschlüsselt wird. Allerdings ist manchmal ein wenig zu viel Zufall ins Spiel gebracht, ein wenig zu dick aufgetragen und ein paar skurrile Ideen zu viel eingebaut. Doch insgesamt gefällt mir „Der dunkle Wächter“ recht gut, da die dichte Atmosphäre und viele gelungene Ideen für eine unterhaltsame Handlung sorgen, die sich am Ende zuspitzt und mit dem Track mit dem sehr passenden Namen „In der Hölle“ abschließt.

Ohne Frage ist Andreas Fröhlich wieder als Bob zu hören (und das seit der ersten Episode), was er gekonnt locker und authentisch spricht. So wird auch das anfängliche Selbstgespräch unterhaltsam, besonders stark ist er aber natürlich wieder in der direkten Kommunikation mit seinen Kollegen. Ziemlich aufgedreht und mitteilungsbedürftig ist Marion Gretchen Fröhlich in der Rolle von Bobs Cousine Mary, was zwar der Beschreibung des Charakters entspricht, aber nicht nur auf die Hobbydetektive, sondern auch auf den Hörer schon nach wenigen Momenten etwas nervig wirkt. Jürgen Uters markante Stimme passt sehr gut in die düstere Atmosphäre der Handlung, die Rolle des Mr. Pinches bekommt durch ihn eine gelungene Aura, die auch bestens zu seinem düsteren Haus passt. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Holger Mahlich und Axel Milberg als Erzähler.

Gut auf die Handlung abgestimmt ist die akustische Umsetzung mit ihren vielen Geräuschen, die für eine passende Atmosphäre sorgen und sehr vielfältig eingesetzt sind. Wie immer werden dabei nicht nur die Handlungen der Protagonisten illustriert, sondern auch passende Hintergründe geschaffen – besonders in den unheimlichen Momenten. Dabei werden die Dialoge auch mal durch sphärische Musikstücke untermalt, was die gruselige Stimmung der Episode gekonnt betont.

Der Zerberus mit seinen drei Köpfen und grünlich leuchtenden Augen ist beeindruckend auf dem Cover umgesetzt – und erst auf dem zweiten Blick zieht man, dass er auf einem typisch amerikanischen Briefkasten sitzt und gar nicht so riesig ist wie vermutet. Einige steinerne Statuen und das Anwesen von Mr. Pinches ergänzen das sehr ansehnliche und mystische Cover. Natürlich gibt es wieder eine Trackübersicht auf der Rückseite sowie eine Übersicht der Mitwirkenden und einen Ausblick auf das Titelbild der nächsten Episode.

Fazit: Schnell baut sich hier eine düstere und packende Handlung auf, die mit einer unheimlichen Umgebung und spannenden Szenen punktet – vor allem, wenn kurz zum verschwundenen Bob geschaltet wird. Die dezenten Anleihen an die griechische Mythologie und eine packende Abschlusssequenz sorgen ebenfalls für Spannung, während andere Elemente wie die überdrehte Mary ein wenig störend wirken. Dennoch ist insgesamt eine hörenswerte Episode entstanden.

VÖ: 13. März 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 190759873823

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