Offenbarung 23 – 87. Solidarität



Nolos Bruder Genadi hat T-Rex und seine Freunde aus der Gefangenschaft von F befreit und hilft ihnen bei der Flucht, wobei sie quer durch Europa nach Polen gebracht werden. Doch dies geschieht nicht nur, um ihre Spuren zu verwischen, sondern hält auch gleich ein neues Rätsel für die Hacker-Gruppe bereit. Denn die bewegte Geschichte des osteuropäischen Landes hallt bis heute noch mit politischen Entwicklungen nach…

Wild durch die Themen der Menschheitsgeschichte bewegt sich die Verschwörungstheorien-Serie „Offenbarung 23“, wobei in der 87. Episode so etwas wie eine Nachhilfestunde in der polnischen Geschichte und der Entwicklung des Kommunismus beim Auseinanderbrechen der UdSSR ansteht. Die Introszene direkt aus der Zeit ist stimmungsvoll, die kurze Nachrichtensequenz schlägt hingegen einen Bogen zu aktuellen politischen Entwicklungen. Dies beides unter einen Hut zu bringen ist Aufgabe der nachfolgenden Handlung, was aber nicht sonderlich überzeugend gerät. Am Anfang wird grob die neue Situation der Hauptfiguren geschildert, danach werden in vielen langen Dialogen und nur wenigen Spielszenen aus der jeweiligen Zeit zahlreiche Fakten aus der Geschichte präsentiert, was leider auf sehr schlichte Weise geraten ist: Die Figuren erzählen sich schlicht davon. Manches mal scheinen die Informationen den anderen vollkommen klar zu sein, egal wie unwichtig diese auch im Laufe der Historie sein mögen, anderes scheint dann völlig überraschend zu sein, was in dieser Kombination etwas unglaubwürdig wirkt. Und leider ist das auch für den Hörer nicht sonderlich unterhaltsam, sondern wirkt wie eine Abhandlung, die man irgendwann man für eine schriftliche Schulprüfung lernen musste. Und: Wer diese nicht abgelegt hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit kein sonderlich großes Interesse an dem Thema und kann deswegen nicht viel mit den vielen Fakten anfangen. Mir fiel es sehr schwer, dem allem zu folgen, Spaß hat es mir kaum gemacht – vor allem, weil eine wirkliche Verschwörungstheorie in wenigen Sätzen abgehandelt wird und dann auch auf ziemlich wackeligen Beinen steht.

Alexander Turek wirkt in dieser Folge etwas aufgeweckter als in einigen vorigen Episoden, kann aber die trockenen Ausführungen auch nicht mehr viel Leben abgewinnen. Davon abgesehen: In den Dialogszenen ist er hier glaubwürdig und gestaltet seine Szenen glaubhaft. Als Nolos Bruder Oberst Genadi Alexander Solnzekov ist Björn Schalla zu hören, dessen markante Stimme auch hier sehr gut funktioniert, zumal er einen eingängigen Sprechrhythmus mit gelungener Betonung anbietet. Und natürlich darf Marie Bierstedt als Nolo nicht fehlen, die ihre helle Stimme wieder gekonnt anpasst und so die Stimmung der Serie aufgreift. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Rüdiger Schulski und Wolfgang Bahro.

Akustisch bietet die Folge keine großen Überraschungen, die Introszene um die Demonstrierenden ist aber mit vielen passenden Geräuschen unterlegt und lässt so einen lebendigen Hintergrund entstehen. Ansonsten sind die Geräusche passend eingebaut, der sehr gezielte Einsatz wirkt dabei stellenweise etwas dröge. Die Musik in den Szenenübergängen ist hingegen stimmig und sorgt für eine passende Atmosphäre.

Dass der Hintergrund der Covergalerie bislang immer schwarz ist, wird hier durchbrochen – zumindest beim eigentlichen Motiv. Denn hier ist die polnische Flagge zu sehen, vor der eine erhobene Faust zu sehen ist, wie immer also schlicht, aber gut zu der Episode passend. Auch hier sind die Sprecherangaben direkt auf der Rückseite der Hülle zu finden.

Fazit: Hier muss man schon viel Interesse für das Thema aufbringen, um dem Hörspiel etwas abgewinnen zu können, und selbst dann ist die Präsentation mit den vielen langen Dialogen nur wenig ansprechend oder gar spannend. Eine Handlung ist kaum existent, auch Dynamik kommt kaum auf – hier stechen viele Hindernisse der Serie besonders stark hervor. Das wurde in einigen vorigen Folgen schon besser in den Griff bekommen!

VÖ: 28. Februar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785759905

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