John Sinclair Classics - 38. Die Totenkopf-Gang



John Sinclair und Suko konnten zwar dem Zirkus Luzifer entkommen und die meisten dämonischen Wesen vernichten. Der geheimnisvolle Anführer, der Mandarin, konnte aber flüchten und versucht, in der Londoner Unterwelt neue Anhänger zu finden. Und so muss sich auch John Sinclair mit den verschiedenen Banden auseinandersetzen - ein Treffen mit dem Mandarin scheint aber unvermeidbar...

Haben die "John Sinclair Classics" anfangs vor allem noch eher in sich abgeschlossene Geschichten geboten haben, hat sich die Serie in diesem Punkt deutlich gewandelt. Mittlerweile gibt es gleich mehrere Geschichten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben oder aufeinander Bezug nehmen. Folge 38. ist ein Mittelding aus beiden und setzt fast nahtlos an die Ereignisse aus "Der Horror-Zirkus" an und greift daraus bekannte Figuren und weitere Ereignisse auf. Das versteht man auch ohne Vorkenntnisse, es macht aber mehr Spaß, wenn man die einzelnen Zusammenhänge und Anspielungen versteht. Glücklicherweise wurden aber noch mehr Elemente statt nur einer Fortsetzung zu bieten. So kommt hier noch eine Mischung aus Mafia und Skelettkriegen hinzu, was interessante Aspekte einbringt - derbe Sprüche, Bandenkriege, heftige Kämpfe, typischer Sinclair-Stil also. Besonderer Reiz geht aber von der Figur des Mandarin aus, der mit seiner machtvollen und ruhigen Aura die Folge entscheidend mitbestimmt. Die Wechsel zwischen den Szenen um Sinclair und Suko wechseln sich gelungen mit dem Blick auf ihre Gegenspieler sind dynamisch, hätten aber stellenweise etwas kurzfristiger kommen können. Manche Szenen wirken etwas zu lang geraten und hätten eine kürzere Laufzeit vertragen. Unterhaltsam und flüssig erzählt ist die Episode dennoch.

Die Sprecherleistung ist auf einem gewohnt hohen Niveau, sodass die Szenen in ihrer Wirkung unterstützt werden. Bodo Wolf ist wieder als Mandarin zu hören und bietet eine sehr betonte, atmosphärische Sprechweise, die die Macht des übernatürlichen Wesens ebenso zu treffen versteht wie die oft vornehme Zurückhaltung mit der machtvollen Ausstrahlung. Tobias Lelle hat einen gelungenen Auftritt als Killer-Pete, den er aufregend und lebendig gestaltet. Seine Szenen wirken so sehr präsent, wobei der Druck durch Lelle noch erhöht wird. Gerrit Schmidt-Foss verleiht seiner Rolle Edward Raines eine ganz andere Ausstrahlung, bringt viel Düsternis mit ein und arbeitet mit passenden Facetten. Weitere Sprecher sind Laura Ehrich, Nicolas König und Volker Hanisch.

Natürlich wird dem treuen Hörer wieder der bekannte Mix aus vielen Geräuschen, prägnanten Schockmomenten, lauten Actionszenen und stimmungsvoller Musik geboten. Doch die Serie weiß auch nach der langen Laufzeit immer noch neue Akzente zu setzen, besonders in der Introszene ist mal eine andere, melodischere Musik im Einsatz. So entsteht auch mal ein anderer Klang, ohne die gewohnte Qualität vermissen zu lassen.

Niemand anderes als "Die Totenkopf-Gang" ist natürlich auch auf dem Cover zu sehen, drei der düsteren Skelette sind in typischer Mafioso-Manier mit hohem Trenchcoat und beigefarbenen Hüten zu sehen. Das ist sehr stimmig und detailreich gearbeitet und passt natürlich wunderbar zu der Episode. Im Raum hinter der CD ist noch einmal ein größerer Ausschnitt des Bildes zu sehen, im Inneren gibt es einen Überblick über alle bisherigen Titelbilder.

Fazit: Zwar keine Fortsetzung der vorangegangenen Episode, aber dennoch eng mit ihr verknüpft. "Die Totenkopf-Gang" setzt jedoch noch einmal andere Akzente und sorgt mit viel brutaler Action, einer flüssig erzählten Handlung und der typischen Atmosphäre der Serie überzeugen. Besonders das Ende ist sehr gut erzählt und bringt einige interessante Aspekte mit ein.

VÖ: 31. Januar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757383

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