Midnight Tales - 6. Die endlose Nacht



Die Fahrt durch einen Nationalpark sollte etwas länger dauern, als die Familie um Vater Bob und Mutter Mavis geplant hatte. Denn die Umgebung verfinstert sich plötzlich, nur die Scheinwerfer spenden noch etwas Licht. Doch es scheint etwas Unheimliches durch den Park zu streifen und es auf die Familie abgesehen zu haben...

Die "Midnight Tales" von Contendo Media sorgt auch in der sechsten Episode noch für Abwechslung, zum Start sind sehr unterschiedliche Szenerien entstanden, da in jeder Episode eine eigenständige Idee verfolgt wird. Fast ist diese Folge klassischer Grusel geworden, und zwar gut gemachter. Ich mag, wie sich die Handlung fast ausschließlich auf den Innenraum des Familienautos beschränkt und so eine sehr dichte, konzentrierte Stimmung entstanden ist. Von der typischen Szenerie eines Familienausflugs entwickeln sich bald ein paar erste unheimliche Momente, bis Eltern und Töchter immer tiefer in die undurchdringliche Dunkelheit geraten. Dabei sind einige sehr gelungene Elemente mit eingebaut, die mystisch wirken und ein paar religiöse Momente einfügen. Vieles bleibt dabei im Düsteren, wird eher angedeutet denn ausgeführt, was dennoch klar strukturiert wirkt und gut nachvollziehbar ist. Und wie immer bei der Serie gibt es am Ende eine unerwartete Wendung, die die bisherigen Ereignisse in ein anderes Licht tauchen und mir sehr gut gefallen hat. Schön, dass hier viele kreative Ideen eingebunden sind und zu einer sehr dichten Stimmung führen. Eine sehr starke Episode, die mit einer Nettolaufzeit ohne Intro und Outro von etwa einer halben Stunde sehr knackig erzählt ist.

Marc Schülert ist in der Rolle des Familienvaters Bob zu hören, mit seiner markanten Stimme passt er sehr gut in die Atmosphäre der Episode und gestaltet den Spannungsbogen gekonnt mit. Auch Petra Konradi ist als seine Frau Mavis sehr stark, sie geht gelungen auf die verschiedenen Situationen ein und bringt auch die Wandlung der Figur gut zur Geltung. Ilona Otto gibt mit Nancy anfangs den trotzigen Teenager mit ebenso viel Enthusiasmus wie die spätere Szenerie, beides ist sehr glaubhaft und ausdrucksstark geraten. Weitere Sprecher sind Ruby Lichtenberg, Tobias Brecklinghaus und Martin Sabel.

Akustisch ist die Episode abwechslungsreich umgesetzt. Anfangs gestaltet sich die Szenerie noch sehr realistisch, die Autofahrt mit dem störenden Radio wandelt sich bald zu einem düsteren Szenario, in dem unheimliche Geräusche, einige Schockmomente und dräuende Hintergrundmusik eine sehr dichte Stimmung ergeben. Das wirkt wie klassischer Grusel, funktioniert aber dennoch sehr gut und bringt die Handlung gut zur Geltung.

Auch wenn die Serie bislang nur digital veröffentlicht wird, gibt es selbstverständlich auch zu dieser Episode ein Cover - passend dazu in computergenerierter Optik. Dieses Mal passt dies jedoch gut zu dem blutroten Himmel, dem düsterem Wald und dem Auto der Familie. Der Schriftzug passt mit der weißen Farbe gut dazu und bildet einen gelungenen Kontrast dazu.

Fazit: "Die endlose Nacht" überzeugt mit einer sehr dichten Stimmung und einer greifbaren Szenerie, die sich immer weiter verdichtet und viele unheimliche Mystery-Elemente wirken lässt. Eine stimmige Produktion und besonders die ungewöhnliche Auflösung am Ende sorgen für eine sehr starke Episode der noch jungen Serie.

VÖ: 3. April 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620979

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