Sherlock Holmes & Co - 51. Der bleiche Tod



In einem Londoner Herrenclub findet die dort Bedienstete Sarah Hills die Leiche eines Clubmitglieds. Der Verdacht fällt dennoch auf sie, wurde sie doch kurz zuvor sexuell von ihm belästigt. Doch auch andere Männer werden tot aufgefunden, allesamt mit sehr bleicher Haut. Der Verdacht fällt oft genug auf deren Ehefrauen, was Sherlock Holmes übel aufstößt. Doch um ihre Unschuld zu beweisen, muss der Meisterdetektiv die Hilfe einer alten Bekannten in Anspruch nehmen...

"Sherlock Holmes & Co" handelt zwar nicht immer von dem titelgebenden Detektiv, die 51. Episode der Reihe präsentiert aber eine Geschichte um den wohl bekanntesten Ermittler aller Zeiten, die aus dem Englischen adaptiert wurde und bisher nicht auf Deutsch erschienen ist. "Der bleiche Tod" war dabei ein wahrer Glücksgriff, die Episode ist sehr atmosphärisch geraten, düster und aufregend, nicht nur was die Verbrechen angeht, sondern auch was aus diesen resultiert. Eine Art Geschlechterkampf ist fester Teil der Handlung, der verachtende Blick der Männer auf die Frauen, aber auch ihre Vermutung, dass diese aufbegehren und furiengleich Rache üben - zwar wirken einige Meinungen recht fortschrittlich und wären eher in unserer Zeit verankert als zum Anfang des 20. Jahrhunderts, das stört aber die Spannung und Stimmung des Hörspiels nicht weiter. Die Art, wie die Morde beschrieben werden, aber auch andere Szenen voller unterdrückender Gewalt, sind sehr präsent inszeniert und sorgen für jede Menge eindringlicher Stimmung. Der Verlauf ist sehr dynamisch geraten, da zwischen verschiedenen Blickwinkeln gewechselt wird und eben nicht nur Holmes und Watson im Fokus stehen. Zudem verdichtet sich die Handlung auch immer weiter und wird dramatischer und eindringlicher, bis sich alles zu einem packenden Finale zuspitzt. Eine sehr starke Episode der Serie, die mit viel Eindruck geschildert worden ist.

Harold Beachum wird Lutz Schnell gesprochen, der noch einmal eine andere Facette seines Könnens zeigt und jeden Funken Sympathie aus seiner Stimme verbannt. So entsteht eine ausdrucksstarke Figur, deren Wirkung dem Hörspiel eine zusätzliche Facette verleiht. Auch Stephanie Barker wird von einer sehr erfahrenen Sprecherin vertont, Arianne Borbach ist mit ihrer wandlungsreichen und präsenten Stimme eine sehr gute Wahl für die interessante Frauenfigur. Auch die wunderbare Luise Lunow hat mir als Diane Collingwood sehr gut gefallen, ihre raue und unverkennbare Stimme setzt sie wieder zielgerichtet und mit viel Ausstrahlung ein. Weitere Sprecher sind Horst Stark, Jaron Löwenberg und Marie Bierstedt.

Akustisch wird dem Hörer wieder eine stimmige Kulisse geboten, die hier aber düsterer und atmosphärischer als gewohnt geraten ist. Die Musik ist oft recht dramatisch und mit klassischen Instrumenten eingespielt, was sehr lebendig und markant wirkt. Doch auch die Geräusche sind treffend eingebaut und lassen die Dialoge stimmig wirken.

Eine metallene Badewanne steht einsam in einem kahlen Raum, das durch ein hohes Fenster spärlich beleuchtet wird. Die Trostlosigkeit der Szenerie passt sehr gut zu der Stimmung der Handlung und wird durch die Optik einer Akte in der Rahmengestaltung gut ergänzt. Im Inneren gibt es wieder eine Übersicht der Mitwirkenden, aber keine anderen Informationen.

Fazit: "Der bleiche Tod" hat mich auf ganzer Linie überzeugt: Ein markantes, aufwühlendes Thema, einige interessante Figuren, eine dichte und düstere Atmosphäre. Die Handlung ist aber auch gut auf Holmes und Watson zugeschnitten und bietet eine gelungene Einbindung ihrer Charaktere. Sehr hörenswert!

VÖ: 13. März 202
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736070

 
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