Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - 44. Die Glocken des Teufels



Auch wenn Sherlock Holmes alles andere als begeistert ist, seinen Freund Dr. Watson zu einer Lesung seiner Werke in einem Literaturclub zu begleitet, steigert sich seine Laune bald beträchtlich. Denn während einer kurzen Pause der Veranstaltung ertönt ein lauter Schrei, eine Leiche wird aufgefunden. Holmes wittert einen Fall, auch wenn ein Herzstillstand diagnostiziert wurde...

Auch die 44. Episode der neuen Fälle für Sherlock Holmes aus dem Hause Romantruhe widmen sich vorrangig einem verzwickten Fall, doch auch hier hat Autor Eric Niemann einige äußerst liebenswerte Szenen eingebaut, die die besondere Stimmung zwischen den beiden Hauptfiguren sehr gekonnt aufgreift. Es ist sehr schön zu hören, wie die beiden Protagonisten einander aufziehen, Holmes immer einen Schritt voraus ist und Watson immer wieder sehr verdattert reagiert. Das sorgt für einige Lacher, die den eigentlichen Fall auflockern. Dieser ist am Anfang noch sehr undurchsichtig, da dem Zuhörer nur wenige Anhaltspunkte geboten werden, welche der vielen eingebauten Informationen wichtig sind und welche nicht. Im Laufe der Zeit kristallisiert sich immer mehr von den Hintergründen heraus, viele teils überraschende Fakten sorgen für einen dynamischen Verlauf. Immer wieder gibt es neues zu entdecken, wobei mit dem undurchsichtigen Medium Anora Black, die eine wesentliche Rolle im letzten Drittel der Handlung annimmt, eine besondere Würze mit einbringt. Ein bisschen übernatürliche Stimmung, ohne dass es den festen Boden der Tatsachen verlassen würde, ist ein interessantes und passendes Element für diese Handlung. Die Hintergründe der Episode sind gelungen umgesetzt und laden zum Miträtseln ein, was in dieser Episode auch gut gelingt, da viele wichtige Fakten in den vorigen Verlauf eingebaut sind. Eine hörenswerte Episode, die trotz der Laufzeit von immerhin 75 Minuten sehr kurzweilig wirkt.

Die Rolle des Trevor Milton wird von Achim Buch übernommen, dessen Stimme einen markanten und präsenten Klang annimmt und der Figur so eine passende Ausstrahlung verleiht. Dabei agiert er sehr lebendig und authentisch, die Interaktion mit den anderen Figuren wirkt ebenso glaubhaft. Auch Kaspar Eichels einprägsamer Klang passt sehr gut in das Ambiente der Episode, der Gerichtsmediziner Edward Lee bleibt dank ihm in lebhafter Erinnerung. Die ausdrucksstarke Rolle der Anora Black bekommt durch Kerstin Draeger eine intensive, herrlich theatralische Wirkung an, die durch gelungene Modulationen ihrer Stimme viel Energie bekommt. Weitere Sprecher sind Robert Missler, Jannika Jira und Dirk Müller.

Sehr überzeugend ist hier wieder die akustische Gestaltung der Episode geraten, was nicht nur an den dezenten, aber vielfältigen Geräuschen liegt. Denn auch die Musik ist wieder hervorragend umgesetzt, wobei eine Geige immer wieder hervorsticht und die Szenenübergänge sehr lebendig gestaltet und ganz unterschiedliche Stimmungen erzeugt, was den Spannungsverlauf der Handlung unterstreicht.

Der Besuch bei Anora Black als zentraler Wendepunkt der Handlung wird auch auf dem Titelbild thematisiert, das wie immer im Stil eines Ölgemäldes gehalten ist. Dabei kommen nicht nur die Figuren gut zur Geltung, auch das Haus der geheimnisvollen Frau ist ansehnlich inszeniert. Im Innerem gibt es eine Übersicht über einige der letzten Episoden, bei dem auch die Coverbilder erneut Verwendung finden.

Fazit: Die vielen Informationen über den Tod des Vorstandes eines Literaturclubs sind auf vielfältige und kreative Weise eingebaut, viele weitere Nebenarme sind gelungen hinzugefügt. Das wirkt sehr unterhaltsam und macht auch wegen der vielen humorvollen Sprüche und Anspielungen viel Spaß. Mir gefällt, dass erst zum Schluss der Bezug zum Folgentitel geschlagen wird, eine weitere passende Idee in der gelungenen Episode.

VÖ: 20. März 2020
Label: Allscore
Bestellnummer: 9783864734458

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