Gruselkabinett - 161. Heimkehr



Mittlerweile wird Alwyne Hargreave jede Nacht von schrecklichen Alpträumen geplagt, in der die Besatzung eines Luftschiffs um ihre Hilfe fleht. Doch erst durch ein Treffen mit Tante Marilyn führt sie auf die richtige Spur, denn ihre Freundin Hedy Baumholzer plant, an dem Jungfernflug eines Zeppelins teilzunehmen. Doch welche Kette an Ereignissen sie damit auslösen würden, ahnten die Hargreaves noch nicht...

"Heimkehr" ist bereits die fünfte Episode des Gruselkabinetts, die sich um die Hargreaves dreht. Und wieder hat sich Marc Gruppe unter seinem Alias Per McGraup eine Geschichte für das übersinnlich begabte Ehepaar und dessen exzentrische Tante Marilyn erdacht, da der ursprüngliche Autor Allan Upward nur eine einzige Geschichte über Alwyne und Colin geschrieben hat. Diese startet markant mit dem oben beschriebenen Traum von Alwyne und dramatischen Klängen, schwenkt dann aber wieder schnell zu dem humorvollen Teil der "Serie in der Serie" um. Tante Marylin bekommt dabei Unterstützung von ihrer nicht minder vorlauten und eigensinnigen Freundin Hedi Baumholzer, beide bringen ihren ganz besonderen Charme mit ein, der die Handlung aber nicht so sehr prägt wie bei "Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni". Hier stehen mehr die übernatürlichen Ereignisse im Vordergrund, auch die Entwicklung von Alwynes Fähigkeiten als Medium sind ein sehr gelungener Teil der Episode. Das Thema des Luftschiffsunglücks wird dabei gekonnt umgesetzt, da man zwar von Anfang an ahnen kann, worum es schwerpunktmäßig geht, aber eben doch zahlreiche Überraschungen und unerwartete Wendungen eingebaut sind. Viele wohlig gruselige Momente sorgen dabei für viel Spannung, ebenso wie die geschichtliche Einbindung mit einigen realen Ereignissen hervorragend gelungen ist. Schön, dass "Heimkehr" zwar die besondere Stimmung der Hargreaves aufgreift, aber dennoch viele eigenständige Elemente einbringt und auch den Charakteren den Raum gibt, um sich weiterzuentwickeln.

Silvana Sansoni übernimmt die Rolle der Hedy Baumholzer und fügt der Geschichte einen weiteren sehr prägnanten Charakter hinzu. Ihr leichter, aber nicht übertriebener Wiener Akzent unterstützt den exzentrischen Charakter sehr gekonnt, die aufgeregte alte Dame entwickelt so einen ganz eigenen Charme. Als Captain George Howard Raymond ist Louis Friedemann Thiele zu hören, dessen markanter Klang die Szenerie bereichert, zumal er eine sehr betonte und glaubhafte Sprechweise wählt, die die natürliche Autorität der Figur unterstreicht. Natürlich ist auch Stephanie Kellner als Alwyne Hargreave wieder mit dabei und überzeugt mit ihrem sehr lebendigen Ausdruck, der vor allem in den unheimlichen Momenten sehr gekonnt wirkt. Weitere Sprecher sind Benedikt Weber, Ursula Sieg und Valentin Stroh.

Das Intro um Alwynes Traum setzt gleich einige markante akustische Signale, donnerndes Knallen, verzweifelte Schreie, dräuende Musik - sehr gelungen. Danach wird die wie immer gekonnte und sehr gut aufeinander abgestimmte Atmosphäre geboten, die mit passenden Kulissen und viel stimmungsvoller Musik für eine sehr eingängige Stimmung sorgen. Der Handlungsbogen wird dadurch sehr gekonnt unterstrichen, die Dialoge mit Leben gefüllt.

Fazit: Ich mag an dieser Folge nicht nur die abwechslungsreiche und geschickte Erzählweise, in der sich das Ehepaar Hargreave mit kleinen Erzähltexten abwechselt, sondern auch die sehr dichte Stimmung, die von dem gefürchteten Unglück eines Zeppelins ausgeht. Die dichte und unheimliche Stimmung ist ebenso gelungen wie die markanten Charaktere.

VÖ: 1. Mai 2020
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785781616

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