Professor van Dusen: In neuen Fällen - 21. zählt nach



Robert Willings sucht aufgeregt Hutchinson Hatch auf, um durch ihn die Hilfe von Professor van Dusen zu erhalten. Er fürchtet um sein Leben, da er eine große Geldsumme von einer Versicherung in Aussicht hat, sofern er der letzte Überlebende einer Gruppe von Menschen ist - und einer scheint ihm nach dem Leben zu trachten. Doch der Professor hat ebenfalls Besuch...

Marc Freund, der Autor der überwiegenden Anzahl an neuen Fällen für Professor van Dusen, hat sich für die 21. Episode der bei allscore erscheinenden Neuinterpretation der Hörspielserie wieder einen sehr trickreichen Fall ausgedacht. Denn der Hörer bekommt immer nur einzelne Puzzleteile der Geschichte präsentiert, weiß schnell, worum es geht, tappt aber lange Zeit im Dunkeln und weiß nicht, welcher der Charaktere ein falsches Spiel treibt. Ob es sich um merkwürdige Unfälle oder Mordanschläge handelt, ist ebenso lange unklar wie die Frage nach dem Täter. Umso überraschender kommt es dann, dass die Scharade einiger Charaktere für den Hörer aufgedeckt wird, was aber eher für noch mehr Verwirrung denn Klarheit sorgt. Durch die begrenzte Anzahl an handelnden Personen ist die Übersicht dennoch gegeben, man kann der Handlung wunderbar folgen und sich dann auf das ebenso überraschende wie trickreiche Finale freuen. Das Gedankenspiel mit der ungewöhnlichen Versicherung als Grundlage der Episode ist dabei reizvoll eingebunden. Und natürlich ist das Duo der beiden Hauptfiguren wieder in Hochform, auch wenn die anderen Charaktere mehr im Vordergrund stehen als sonst - dem wunderbar trockenen Humor der Serie und der Darstellung der ganz besonderen Beziehung zwischen van Dusen und Hutchinson Hatch schadet das nicht, was wieder für eine gelungene Atmosphäre sorgt.

Harry Kühn ist in der Rolle des Robert Willings sehr gut aufgehoben und bringt die Aufregung des Mannes, die Angst vor den Anschlägen sehr gut zur Geltung, wobei er spontan und authentisch wirkt. Auch Klaus-Peter Grap hat mir als Norman Quigley gut gefallen, seine Stimme ist markant und ausdrucksstark, zumal er sie mit feinen Details moduliert und so einen individuellen Charakter schafft. Als Wilma Droud ist Nora Jakhosha zu hören, auch sie spricht sehr kraftvoll und überzeugt mit einer glaubhaften Sprechweise, die in allen Szenen punkten kann. Weitere Sprecher sind Sven Brieger, Fabian Oscar Wien und natürlich das wundervolle Duo aus Bernd Vollbrecht und Nicolai Tegeler in den Hauptrollen.

Auch diese Episode der Serie ist akustisch eher dezent umgesetzt, wobei die Gestaltung des Hintergrundes mit einigen Geräuschen dennoch lebendig geraten ist. Und auch die Melodien, die in den Szenenübergängen eingebaut sind, erfassen die vorherrschende Stimmung gekonnt, drängen sich durch ihre Kürze aber auch nicht zu sehr auf.

Die Idee der Covergestaltung passt auch zu dieser Episode, die aufwendige Bleistiftradierung mit den vielen Details im weinroten Rahmen zeigt dieses Mal die beiden Protagonisten in einer Bank, deren Schalter mit den hohen Gittern an die damalige Zeit erinnert. Neben den üblichen Angaben gibt es im Inneren noch eine Übersicht aller bisher erschienenen Episoden und Fotos von einigen Sprechern.

Fazit: "Professor van Dusen zählt nach" ist ein trickreicher Fall, der im Laufe der Handlung immer neue, teils verwirrende Details hinzufügt. Das sorgt dafür, dass der Hörer bald nicht mehr weiß, wem er trauen soll, bis die Auflösung nicht nur spannend und unterhaltsam präsentiert wird, sondern auch clever erdacht wurde. Ein sehr stimmiger Fall, der die Qualität der Reihe unterstreicht.

VÖ: 27. März 2020
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698531138

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