Dorian Hunter - 42. Schuld und Sühne



Dorian Hunter hat sich zurückgezogen, um sich in Ruhe seiner Frau Lilian zu widmen, die nach ihrem Klinikaufenthalt immer noch sehr labil ist. Doch der vermeintliche Frieden währt nicht lange, da unheimliche Wesen durch die Gegend streifen. Währenddessen muss sich Bethany Bail weiter für ihr Vorgehen rechtfertigen - und dabei werden ihr einige Dinge klar...

Einige Handlungsstränge von Dorian Hunter haben sich unlängst aufgelöst - beispielsweise der Mehrteiler um Marucha oder Lilians Aufenthalt in dem Sanatorium. Doch es gibt immer noch reichlich neue Ansätze für den Fortlauf der Serienhandlung, die in der 42. Episode dann auch fortgeführt werden. Die Erzählweise ist wieder sehr gelungen, da auf verschiedenen Ebenen erzählt wird - und nicht alle davon spielen auf der gleichen Zeitlinie. So berichtet Bethany Bail in einem besonderen Verhör von vergangenen Ereignissen, die ein paar Lücken schließen, vor allem aber für spannende neue Momente sorgen. Hier kommt ziemlich oft eine bedrohliche, sehr düstere Stimmung auf, die Gefahr für die Charaktere durch die dunklen Mächte ist dabei ständig greifbar. Subtil und emotional geht es bei Dorian und Lilian zu, die in ihrem neugewonnenen Leben zu zweit noch mit vielen Startschwierigkeiten zu kämpfen haben. Dass dabei nicht alles glattläuft, war erwartbar, wie eindringlich und packend das abläuft, ist dann aber doch sehr gut gelöst. Wieder gibt es einige neue Ideen und Elemente, während die Charaktere unter den neuen Voraussetzungen weiter in Pose gebracht werden. Der Verlauf ist dadurch zwar etwas ruhiger als gewohnt, aber nicht weniger fesselnd und unterhaltsam. Mir gefällt das sehr gut, da die Folge geordneter und aufgeräumter wirkt als sonst, ohne die düstere und komplexe Stimmung einzubüßen. Eine weitere sehr starke Episode der Reihe, die in diesen turbulenten Zeiten vielleicht nicht ganz so leicht erhältlich ist wie sonst - auf der Homepage des Labels sollte dies aber problemlos möglich sein.

Iris Artajo ist als Lilan Hunter ganz hervorragend und wandelt gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Irrsinn und Realität, zwischen Begierde und abgrundtiefem Schrecken, was eine faszinierende Figur erschafft, die die Episode prägt. Sven Plate setzt seine unverkennbare Stimme gekonnt ein, lässt die deutlich düsterer und rauer klingen als sonst, sodass die Szenen mit Jerome Hewitt im Gedächtnis bleiben - wieder mal eine sehr gelungene Performance. Auch Hartmut Becker hat mir als Stanley Whelan sehr gefallen, mit seiner ruhigen und angenehmen Stimme ist er ein passender Gegenpart zu Bethany Bail und bringt eine sehr interessante Aura in die Folge mit ein. Weitere Sprecher sind Tobias Lelle, Jan-David Rönfeldt und Walter Gontermann.

Natürlich hat die Serie akustisch längst seinen eigenen Stil gefunden, und dieser Mix ist natürlich auch hier wieder zu hören. So gibt es sehr passend auf die Dialoge abgestimmte Geräusche, die in den passenden Momenten für gelungene Schockmomente sorgen, ebenso wie düstere Musik, die mal melancholisch, mal heftig und modern wirken. Doch dabei gibt es auch neue Facetten, beispielsweise wenn gleich zu Beginn eine klassische Walzermelodie erklingt. Schön, dass hier immer noch Variationen geboten werden, die Produktion aber weiterhin so hochwertig ist.

Auch wenn die Farbgebung immer eine ähnliche ist - düstere Sepia-Töne - werden auf den Covern immer neue Stimmungen geboten. Für diese Episode wurde ein düsteres Wesen voller Tattoos und mit Lederweste ausgewählt, wobei die Schatten auf seinem Rücken an düstere Flügel erinnern - sehr ansehnlich und markant! Und im Inneren gibt es neben einer Übersicht der Mitwirkenden auch wieder einen einleitenden Text, der sich unter anderem mit der Musikauswahl dieser Folge dreht.

Fazit: Eine Episode der Serie, die einige neue Akzente setzt und besonders die Serienhandlung in neue Bahnen lenkt. Die eher ruhige Erzählweise lässt viel Raum für spannende und unheimliche Szenen, während sich die Handlung am Ende noch einmal deutlich zuspitzt. Toll ist, wie abwechslungsreich die Handlung durch die vielen kurzen Szenen geraten ist, die Handlung jedoch klarer und besser strukturiert wirkt als sonst.

VÖ: 3. April 2020
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 9783954267026

Erhältlich bei: zaubermond.de/hoerspiele/schuld-und-suehne.html
Datenschutzerklärung