John Sinclair Classics - 37. Zirkus Luzifer



Chen Lu tritt seit einigen Wochen im „Zirkus Luzifer“ als Assistentin des Messerwerfers auf und lässt sich scheinbar jeden Abend von ihm töten. Doch auch hinter den Kulissen des Horror-Zirkus gehen schreckliche Dinge vor, sodass sie die Flucht vor dem unheimlichen Direktor Mandarin versucht - vergeblich. Ihre Freundin Ting Mai, die ihr bei der Flucht helfen will, wendet sich an Suko, der gerade seine Polizeiausbildung abgeschlossen hat...

Auch wenn die Classic-Serie zeitlich vor den eigentlichen Episoden von „John Sinclair“ spielt, hat die technische Entwicklung hier keinen Halt gemacht, sodass sich die Figuren sehr selbstverständlich in der modernen Welt bewegen. Auch in der 37. Episode der Serie sind Handys und schnelle Kommunikation selbstverständlich, was das Tempo der Folge immer wieder hochhalten kann. Zunächst bekommt der Hörer eine Zirkusvorstellung und den oben beschriebenen Fluchtversuch in einer langen, sehr ausdrucksstarken und gelungenen Introszene präsentiert, bevor die Szenerie auf John Sinclair und Suko umschwenkt. Die Handlung ist aber weiterhin sehr dicht und beschäftigt sich schnell wieder mit dem eigentlichen Thema der Episode. Der düstere Zirkus im Zentrum mit seiner sehr unheimlichen Wirkung ist ein äußerst gelungener Aufhänger und stellt sogar noch überraschend sozialkritisch die Frage, wie weit Unterhaltung gehen darf, wie sich die Menschen von morbiden Ereignissen faszinieren lassen. Die Handlung ist sehr dicht erzählt und mit viel Tempo umgesetzt, packende Wendungen, überraschende Momente und heftige Schockmomente fesseln den Hörer. Dabei steigert sich die Szenerie deutlich, lässt eine sehr dichte Atmosphäre mit starken Bildern entstehen und endet in einem wahren Inferno, die markant umgesetzt wurde. Das Ende ist offen, nicht alle Fäden werden aufgelöst, sodass sich eine weitere Folge zu diesem Thema anbahnt.

Celine Fontange ist in der Rolle der Ting Mai zu hören und spricht sehr glaubhaft und ausdrucksstark, sodass die Angst und die Panik der jungen Frau sehr gut zur Geltung kommt und die Stimmung der Folge verschärft. Der Mandarin wird von Bodo Wolf gesprochen, der eine ruhige, machtvolle Aura verbreitet und den dämonischen Ausdruck der markanten Figur sehr präsent wirken lässt, seine Szenen wirken so sehr eindringlich. Auch Ela Nitzsche macht ihre Sache als Ilonka sehr gut, sie verstärkt die düstere Szenerie der Episode mit einer gelungenen Modulation ihrer Stimme und düsterem Anklang. Weitere Sprecher sind Nicolas König, Sarah Madeleine Tusk und Thomas Albus.

Natürlich ist auch bei dieser Folge die gelungene akustische Gestaltung der Serie zu hören, was besonders die Actionszenen viel Spannung und Dynamik erzeugt. Die Musik und die Geräusche sind dann auch mal sehr laut gedreht, sodass Dialoge und Erzähltexte eng darin eingebettet sind und den Druck hinter diesen Szenen verdeutlichen. Auf Zirkusmusik wurde weitgehend verzichtet, um den Ausdruck des Hörspiels düster wirken zu lassen.

Das Cover der Episode ist mit ihrer collagenhaften Optik äußerst gelungen. Während John Sinclair in kämpferischer Pose komplett zu sehen ist, sind dahinter zahlreiche grotesk entstellte Zirkusmenschen zu sehen, wobei der geheimnisvolle Mandarin mit den weißen Augen und dem ernsten und kalten Gesichtsausdruck den meisten Raum einnimmt. Sehr passend und sehr gut gelungen!

Fazit: Diese Folge hat mich völlig mitgerissen und überzeugt mit einer sehr dichten und packenden Szenerie, die von Anfang an aufgebaut wird und im Laufe der temporeichen Handlung nicht nachlässt. Das Thema mit dem Horror-Zirkus ist sehr präsent umgesetzt, ebenso wie die vielen Wendungen und gruseligen Momente ihre Wirkung voll entfalten können. Äußerst hörenswert!

VÖ: 30. August 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757376

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