Die drei !!! - 64. Der Graffiti-Code



Der Besuch beim örtlichen Supermarkt hält für Kim, Franzi und Marie eine unangenehme Überraschung bereit: Auf dem Salat haben sich zahlreiche Maden breit gemacht. Da weichen sie lieber auf den kleinen Laden von Frau Blume aus. Doch immer weitere Vorfälle ereignen sich in dem Discounter, sodass sich die drei !!! bald sicher sind, dass sie einen neuen Fall haben. Hat etwa noch jemand eine Rechnung mit dem Leiter Thorsten Schmidt offen?

Die Idee hinter der 64. Folge der „drei !!!“ ist ein gelungener: Sich wieder hin zu Regionalität begeben, kleine Geschäftsleute zu unterstützen, für mehr Vielfalt zu sorgen – aber auch, wie man das gemeinsam und nicht gegeneinander schaffen kann. Hübsch eingebaut ist das, weil es eben nicht mit erhobenem Zeigefinger geschieht, sondern sich gut in die Handlung einfügt. Und da schimmert dann ab und an sogar eine Erinnerung an die Hörspiele der 80er Jahre durch, in denen solche Themen noch deutlich öfter vorkamen, das aber ohne eingestaubt zu wirken. „Der Graffiti-Code“ kann da beim Spannungsaufbau leider nicht ganz mithalten, gerade in der ersten Hälfte, stellenweise aber auch danach, passiert über weitere Strecken einfach zu wenig, der Hörer wird manchmal mit zu wenigen Informationen versorgt – oder es werden Selbstverständlichkeiten ausführlich erläutert. Die 70 Minuten Laufzeit entpuppen sich als zu lang für das, was hier geboten wird. Und schade ist es auch, dass scheinbar in jeder Folge der Fall mit verschiedenen Teillösungen auftrumpfen will, wie durch Zufall wollen mehrere Menschen unabhängig voneinander, aber zeitgleich dem gleichen Menschen schaden. Was ab und an mal ein stimmiges Element sein mag, wirkt hier nicht mehr stimmig, weil es einfach zu oft in der Serie eingebaut wurde. Das moderne, jugendliche Setting und die starken Figuren auch bei den Nebencharakteren sorgen aber natürlich wieder für das typische Flair der Serie, sodass eine solide, aber eben nicht sonderlich starke Episode entstanden ist.

Die Sprecher der Episode gefallen mir fast durchgängig sehr gut, allerdings gibt es ein, zwei Sprecher, die mich nicht vollkommen überzeugen konnten und etwas hölzern sprechen. Nicht dazu gehört Joshy Peters als Supermarktleiter Thorsten Schmidt, der mit viel Energie spricht und sowohl die geschäftige und hektische, aber auch die enttäuschte und nachdenkliche Seite des Mannes gut zur Geltung bringt. Die wunderbare Isabella Grothe ist als gutmütige Frau Blume zu hören, ihr angenehmer Klang lässt direkt starke Sympathien zu der netten Ladenbesitzerin entstehen. Auch Florian Marissal hat mir als Adam gut gefallen, er spricht authentisch und lebendig, wobei er gut in die moderne Szenerie der Serie passt. Weitere Sprecher sind Felix Strüver, Marc Schülert und Eva Weissmann.

Die Musik hält sich in dieser Episode etwas zurück – und da auch keine Szenen im Café Lomo vorkommen, gibt es auch den dort scheinbar ewig vor sich hinspielenden Track nicht. Dafür einige andere Melodien, die bereits bekannt sind, die aber gut in die Handlung eingebettet sind. Die Geräusche sind gewohnt treffend eingebaut und lassen die Szenerie so lebendiger wirken.

Ich mag den Stil der Cover immer noch sehr gerne, der moderne und kantig wirkende Zeichenstil verfehlt mit seinen bunten Farben auch hier die Wirkung nicht. Die Klamotten der drei Detektivinnen sind an den Folgentitel angepasst, wobei natürlich eine Szene aus dem Hörspiel zu sehen ist. Das Innere des kleinen Booklets ist wie immer farbenfroh gestaltet, zusätzliche Informationen gibt es leider nicht.

Fazit: Der Fall an sich ist leider nicht so aufregend wie bei anderen Teilen der Reihe, lange Zeit passiert einfach zu wenig, als dass wirkliche Spannung aufkommt. Gepaart mit ein paar Ungereimtheiten trübt das den Eindruck der Folge leider, wobei ich die eingangs erwähnte Aussage des Hörspiels allerdings nur unterstreichen kann. Sympathisch und modern wirkt das Hörspiel dennoch.

VÖ: 6. Dezember 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758783420

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