Geister-Schocker - 86. Der Hexer mit den roten Augen



Mitten im Archiv einer Polizeiwache wird einer der Kollegen ermordet und grausam zerstückelt. Inspector Hobson und Albert Newman sollen die internen Ermittlungen übernehmen, stoßen aber schon bald auf erste Ungereimtheiten. Reporter Jack Callum erfährt ebenfalls von dem Fall und lässt die Recherche über das trockene Wirtschaftsthema fallen, selbst wenn er seine übersinnlichen Fähigkeiten noch nicht vollständig unter Kontrolle hat...

Im Grunde gibt es in jeder Folge der Geister-Schocker von Romantruhe Audio eine neue Szenerie mit neuen Charakteren zu hören, selbst wenn sich beispielsweise mit Christoph Schwarz eine wiederkehrende Figur etabliert hat. Ähnliches könnte auch Jack Callum passieren, der in der 86. Episode die Rolle eines übersinnlichen Ermittlers einnimmt. Seine Rolle ist allerdings etwas mystischer angelegt, es geht auch hier um Geister, die im Verborgenen agieren und mit einem finsteren Hintergrund mit zahlreichen Verwicklungen gestaltet wurden. "Der Hexer mit den roten Augen" startet dann auch mit einigen unheimlichen Szenen, aber auch einige explizite Kommentare zum Zustand des Toten sorgen für einen gelungenen Einstieg in die Handlung. Die Vorstellung der Charaktere der Handlung ist anschließend unterhaltsam geraten, wenn sie auch etwas konstruiert wirkt - der Grund für eine interne Befragung wirkt ebenso unglaubwürdig wie die Konsultierung des Reporters als zusätzlicher Ermittler. Ansonsten ist die Handlung aber kurzweilig geraten und überzeugt immer wieder mit neuen Erkenntnissen oder spannenden, unheimlichen Szenen - manche eher recht brachial in Szene gesetzt, manche aber auch leiser und dezenter, was mir gut gefallen hat. Schön ist, dass der Hörer immer wieder glaubt, die Zusammenhänge zu erkennen, dann aber noch ein neues Element hinzugefügt wurde. Das sorgt für Spannung, sodass die gute Stunde Laufzeit kurzweilig geraten ist.

In der Rolle des Jack Callum ist Christian Stark zu hören, wer eine sehr solide Sprechweise bietet. Er geht auf die verschiedenen Stimmungen der Episode gekonnt ein und kann dabei besonders die Energie des Reporters und seine spitze Zunge zur Geltung bringen, sodass eine passende Aura um der Hauptfigur der Folge entsteht. Martin Sabel spricht Inspector Hobson mit der ihm eigenen intensiven Stimme und legt viel Ausdruck hinein, sodass seine Szenen markant zur Geltung kommen. Erzähler Helgo Liebig gestaltet seine kurzen Szenen lebendig und kurzweilig, auch er geht gut auf die vorherrschende Stimmung ein und sorgt so für eine Extraportion Atmosphäre. Weitere Sprecher sind Sven Matthias, Patrick Steiner und Detlef Tams.

Akustisch wird auch hier eine saubere Leistung geboten, die die dynamische Entwicklung der Handlung nachzeichnet. Da gibt es Dialoge, bei denen keine Musik und nur wenige Geräusche im Einsatz sind, dann wieder düster wabernde Melodien im Hintergrund oder später wichtigere Klänge in den besonders dramatischen oder actionreichen Szenen. Dabei kommt auch gruselige Stimmung auf, was mir insgesamt gut gefallen hat.

Auf dem Cover ist eine finstere Gestalt mit nebelhaft verhangenem Wald im Hintergrund zu sehen. Unter dem weiten Hut blickt dem Betrachter ein Totenschädel mit rot leuchtenden Augen entgegen, was stimmungsvoll wirkt und wieder die nostalgische Wirkung ihrer Vorfänger hat. Im Inneren gibt es neben den üblichen Angaben und einem Ausblick auf die kommenden Folgen noch die Fotos einiger Sprecher.

Fazit: Jack Callum gibt einen passenden Ermittler für diese Handlung ab, wobei er sich zu den richtigen Zeitpunkt dezent zurückhält und der spannenden Handlung um Geistererscheinungen die Bühne überlässt. Mir gefällt, wie immer neue Elemente hinzugefügt werden und der Hörer so bei Laune gehalten wird. Einige Überraschungen und ein gut erzähltes Finale sorgen für einen guten Gesamteindruck der Episode.

VÖ: 20. März 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736209

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