Midnight Tales - 2. Das Loch in den Dielen



James Wallace will gemeinsam mit seiner Frau seinen alten Freund besuchen, den leicht wunderlichen Professor Ezra Jennings. Doch bei ihrer Ankunft finden sie sein abgelegenes Landhaus verlassen vor. Nur einige geheimnisvolle Andeutungen hat der Professor hinterlassen. James will das Rätsel seines Verschwindens lösen, doch erst am nächsten Tag findet er einen entscheidenden Hinweis, der ihn in Erstaunen versetzt...

"Midnight Tales", die neue Hörspielreihe von Contendo Media, ist ausschließlich digital erhältlich, dafür gibt es dann auch gleich zahlreiche Folgen zum Start der Serie zu hören. "Das Loch in den Dielen" ist die Nummer zwei der Serie und basiert im Gegensatz zum direkten Vorgänger nicht auf der Vorlage eines anderen Autoren, sondern wurde exklusiv für die Serie geschrieben. Der Verlauf konzentriert sich in erster Linie auf die Gespräche von James Wallace und seiner Frau im Haus des Professors. Die Dialoge sind stimmig, zumal man immer mehr Facetten des Rätsels um sein Verschwinden geliefert bekommt. Anfangs wirkt die Szenerie noch eher ruhig, wird aber im Laufe der Zeit immer bedrohlicher und prägnanter. Dabei sind deutliche Anleihen an die Ideen von Jules Verne zu spüren, die hier aber eine sehr eigenständige Wirkung entfalten. Das Finale stellt dann alles bisher gehörte durch eine überraschende Wendung auf den Kopf, was einen völlig neuen Blick auf die bisherigen Ereignisse wirft und den Bogen zum düster umgesetzten Intro schlägt. Falls man gewillt ist, daraufhin noch einmal der Geschichte zu lauschen, um mit dem neuen Wissen alles noch einmal Revue passieren zu lassen, ist das nicht sehr zeitaufwendig, die Episode läuft gerade einmal 36 Minuten inklusive der Credits am Ende der Episode. Hörenswert ist die Folge wegen der knackig erzählten Handlung und vielen gelungenen Ideen dennoch.

In der Hauptrolle des James Wallace ist Sascha von Zimbelly zu hören, der neben vielen Dialogen auch das Intro und einige Erzähltexte übernimmt. Dabei spricht er bedacht, ausdrucksstark und sehr sicher, was einen lebendigen Eindruck der Figur vermittelt und den Spannungsbogen der Handlung gekonnt nachzeichnet. Seine Frau Anna bekommt ihre Stimme von Simone Röbern geliehen, die manchmal etwas stockend wirkt, die jeweilige Gefühlslage ihres Charakters glaubhaft vermitteln kann. Andreas Wilken ist kurz als Ezra Jennings zu hören, seine tiefe, raue Stimme passt wunderbar zu seiner Rolle, sein kurzer Auftritt ist so gelungen umgesetzt. Weitere Sprecher sind Santiago Ziesmer, Andre Beyer und Peter Flechtner.

Die akustische Umsetzung der Geschichte ist dezent gehalten, die Dialoge stehen durchweg im Vordergrund. Dennoch sind durchgängig akustische Begleiter vorhanden, mal als Klangkulisse, beispielsweise dem Zwitschern von Vögeln, mal mit Musik, die dank klassischer Instrumente stimmungsvoll geraten ist. Das passt alles gut zusammen und ist treffend aufeinander abgestimmt.

Obwohl die Serie aktuell ausschließlich digital erscheint, ist ein Coverbild entstanden. Der bereits von der ersten Folge bekannte Schriftzug wird natürlich auch hier verwendet, während das titelgebende Loch in den Dielen das eigentliche Motiv ist und schlicht, aber passend umgesetzt ist. Die recht künstliche Optik ist zwar nicht ganz mein Fall, aber das ist wohl eher Geschmackssache.

Fazit: Die Geschichte ist knackig erzählt und bietet eine gelungene Mischung aus einigen Mystery-Elementen und einer bedrohlich wirkenden Szenerie, die durch den äußerst gelungenen Twist am Ende eine sehr eigene und spannende Wirkung entfaltet. Die kurze Laufzeit ist dabei eher positiv zu werten, da die Geschichte so auf den Punkt gebracht wurde. Schön, dass gleich zu Beginn eine so starke Folge entstanden ist.

VÖ: 06. März 2020
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620931

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