TKKG – 212. Tyrannei Kommando Eins



In der Internatsschule der Millionenstadt geht es hoch her – Erpressungen, Diebstähle und Überfälle sind an der Tagesordnung. Natürlich wollen sich TKKG dagegen wehren und stoßen schon bei ihren ersten Befragungen auf das geheimnisvolle „Kommando Eins“, die ihren Namen an einem Tatort hinterlassen haben. Doch um den Fall zu lösen, müssen sich die vier undercover einschleichen – und genau deswegen einen großen Streit inszenieren...

TKKG sind natürlich nicht die einzige Jugendbande in der namenlosen „Millionenstadt“, bei den zahlreichen Einwohnern haben sich noch andere, leider deutlich finsterere Gestalten zusammengetan. Das ist natürlich innerhalb der Serie schön einige Male thematisiert wurde, wird in der 212. Episode aber noch einmal auf eine neue Art umgesetzt. „Tyrannei Kommando Eins“ startet dabei etwas holprig – zwei kurze Szenen mit zwei Opfern der Bande, wovon eine zumindest merkwürdig erscheint – das Zusammentreffen mit ihrem Mitschüler Sascha Repowsky wirkt zumindest im weiteren Gesprächsverlauf reichlich konstruiert. Danach entwickelt sich aber eine spannende und dynamische Handlung, die über diese (und weitere kleine Unstimmigkeiten) hinwegtäuscht. So ändern sich die Vorzeichen für TKKG immer wieder, müssen sie sich in allerlei gefährliche Situationen begeben und haben mit viel Zeitdruck zu kämpfen. Besonders gut gefällt mir dabei, dass die eingeschworenen Hauptfiguren einen Streit inszenieren müssen, um das Vertrauen der verschiedenen Banden zu erlangen – das bringt eine ganz eigene Stimmung in die Episode ein. So setzt besonders die erste Hälfte der Episode neue Akzente und sorgt für allerlei Spannung, während die zweite Hälfte wieder deutlich konventioneller geraten ist und viele Ideen der Serie wiederholt und nur etwas variiert. Das macht aber nichts, da das Ganze dennoch temporeich und kurzweilig geraten ist – selbst wenn es von recht ähnlichen Charakteren nur so wimmelt und es gar nicht so einfach ist, die Stimmen in jeder Szene richtig zuzuordnen. Insgesamt eine starke Folge, die mir gut gefallen hat.

Sascha Repowsky wird in dieser Episode von Flemming Stein gesprochen, der sich auch hier seine Mischung aus Professionalität und spontan wirkender Sprechweise bewahrt hat und deswegen einen überzeugenden Eindruck hinterlässt. Die wunderbare Elga Schütz ist als Frau Meerbott zu hören, die das verunsicherte Wesen der Lehrerin gekonnt umsetzt und dabei sehr ausdrucksstark vertont, ohne zu übertrieben zu wirken. Schön, dass sie ihre Stimme gut an die verschiedenen Situationen anpasst. Valentino Karl ist als Stefan Neubiger zu hören, er bringt viel Energie in die Handlung mit ein und lässt die harte Szenerie der Folge gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Louis Körting, Woody Mues und Jannik Endemann.

Akustisch ist die Folge sehr treffend umgesetzt. Nicht nur, dass die Geräusche wieder treffend eingebaut sind und die Dialoge lebendig untermalen, auch die eingesetzte Musik ist sehr stimmig und moderner als ansonsten im Einsatz – auch mal im Hintergrund und nicht nur als Szenentrenner. Und wenn man genau hinhört, bekommt man dann auch mal einige deftigere Wörter zu hören, die ansonsten in der Serie nicht vorkommen.

Das Cover zeigt direkt eine der ersten Szenen aus dem Hörspiel, in denen Tim und Klößchen ihren Schulkameraden Sascha aus dem Besenschrank befreien. Der Zeichenstil ist wie immer jugendlich geraten und schafft durch verschiedene Farbstimmungen schon hier passende Kontraste. Die hübsche Optik mit den Zeitungsausschnitten passt wieder sehr gut dazu, während das Innere neben der bekannten Aufmachung keine weiteren Extras enthält.

Fazit: Die Grundidee der Episode trägt die Handlung, wobei besonders die Trennung von TKKG im ersten Teil ein sehr gelungenes Element ist, das gekonnte Akzente setzt. Doch auch wenn die Handlung später etwas konventioneller geraten ist, überzeugt die Folge mit hohem Tempo und der dichten Stimmung rund um die rivalisierenden Banden in der Millionenstadt.

VÖ: 22. November 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759453223

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