Sinclair Dead Zone - 4. Leviathan



Der Anschlag von Weihnachten ist schon einige Zeit her, die Nachwirkungen sind aber immer noch spürbar. Bill Conolly deckt gemeinsam mit den Influencern Danger und Maénace Zusammenhänge zu einem geheimnisvollen Virus auf und setzt die Polizei damit weiter unter Druck. Besonders Sadako Shao gerät in die Kritik und muss sich auf ihrer neuen Position behaupten...

Während es in der normalen John Sinclair-Reihe nur so vor übernatürlichen Figuren und Ereignissen wimmelt, hält sich „Sinclair Dead Zone“ gerade damit deutlich mehr zurück und bringt nur in besonders betonten Szenen solche Elemente mit ein. In der vierten Folge scheint dies zunächst anders zu sein, in dem sehr gekonnt inszenierten Intro mit einer ruhigen Erzählweise und mit vielen unterlegten Geräuschen und Stimmfetzen geht es so schon sehr schnell zur Sache. Die eigentliche Handlung ist aber wieder eher auf irdische Vorgänge konzentriert, wobei sich die Handlungsstränge deutlicher als zuvor auf die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Elementen konzentrieren. Hier gibt es einiges zu entdecken, zumal dies alles in einer flüssigen und spannenden Handlung umgesetzt wurde. Dabei passieren viele spannende Ereignisse, sodass der Verlauf der Folge sehr kurzweilig ist. So wird die Laufzeit von 100 Minuten auf zwei CDs lebendig gestaltet. Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich zwei Hauptstränge herausbilden und dynamische Wechsel möglich sind: Einerseits sind es die Ermittlungen von Suko und Shao, andererseits die Reportagen von Bill Conolly ein wichtiges Thema, hier kommt nicht nur viel Witz herüber, sondern auch das moderne Setting der Geschichte auf der Höhe der technischen Entwicklung. Der spannende Cliffhanger bereitet auf die kommende Episode vor, kommt aber recht plötzlich, da noch viele Fragen offen bleiben.

Aldous Lockhardt wird von Bert Franzke gesprochen, der mit seiner arroganten Art gleich die Antipathien der Zuhörer weckt, was durch seine ausdrucksstarke und spontan wirkende Sprechweise sehr gut zur Geltung kommt. Die beiden Influencer Danger und Menace werden von Jarow und Kurono gesprochen, die passenderweise auch im echten Leben auf Youtube unterwegs sind und die richtige Attitüde mitbringen. Ihr Sprechtempo ist dann auch sehr passend und angenehm, an ihrer Spontanität können sie noch etwas schrauben und beispielsweise peinlich berührtes Herumdrucksen authentischer darbieten. Als Sheila Conolly ist Maria Koschny zu hören, die immer etwas genervt und angespannt klingt, was bestens zu der Figur passt und sie sehr glaubhaft wirken lässt. Weitere Sprecher sind Peter Matic, Robert Knorr und Jesse Grimm.

Das gelungene Sounddesign der Serie funktioniert auch hier wieder sehr gut und unterstreicht die düstere Wirkung der Handlung. Viele Dialoge oder Erzähltexte stehen für sich allein oder werden durch passende und lebendige Geräuschkulissen untermalt. Doch wenn Musik im Einsatz ist, ist diese sehr treffend umgesetzt und sorgt für eine dynamische Wirkung der Handlung. Das passt alles gut zusammen und wirkt sehr hart und atmosphärisch.

Auch hier ist das Cover das gleiche wie in den vorigen Episoden. Das ist ein wenig eintönig, auch wenn das Bild an sich sehr ansprechend geraten ist und mit seinen dunklen Farben vor dem weißen Hintergrund atmosphärisch wirkt. Das dicke Booklet enthält neben den üblichen Produktionsangaben noch die bereits bekannten Fotos und Zitate aus dem Hörspiel.

Fazit: „Leviathan“ wirkt fokussierter als seine Vorgänger und lässt das Konstrukt der Serie besser zum Vorschein kommen, was in spannenden Entwicklungen umgesetzt wurde. Auch die gute Charaktergestaltung gefällt mir sehr gut, die dynamische Stimmung der Folge sorgt zudem für zusätzliche Spannung. Eine starke Episode, die mir gut gefallen hat.

VÖ: 1. November 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785755747

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