Kati & Azuro - 25. Ein Monster im Schneewald



Die Aufregung um einen kleinen Zwischenfall bei einem Winterfest hat sich gerade gelegt, als ein Anruf bei Kati und Cleo eingeht - der erste richtige Auftrag für die beiden Hobbydetektivinnen. Doch im winterlichen Wald scheint ein Monster sein Unwesen zu treiben, sogar Blutspuren finden die beiden bei einem Ausritt. Nur der Beginn einer Reihe äußerst merkwürdiger Ereignisse...

Die Jahreszeiten sind in "Kati & Azuro" sehr prägnant umgesetzt, immer wieder spielt das entsprechende Wetter eine wichtige Rolle in den Episoden. So auch in der 25. Episode, die im tief verschneiten Winter spielt - wie der Titel "Ein Monster im Schneewald" bereits vermuten lässt. Das wirkt am Anfang eher wie eine nette Kulisse für die Handlung, spielt aber eben doch eine wichtige Rolle für die Episode. Die Handlung kommt dabei nur langsam in Gang, erst zur Hälfte der recht langen Episode kommt die Folge auf den eigentlichen Fall zu sprechen, der den Mädchen zugetragen wird. Der Rest ist angefüllt mit verschiedenen, eher alltäglichen Szenen, ein paar Beobachtungen und natürlich dem Pferdethema der Episode. Auffällig ist, dass sich die meisten Szenen nur zwischen Kati und ihrer Cousine Cleo abspielen, die sich oft alleine auf den Weg durch den Winterwald machen und ihre Ermittlungen vorantreiben. Der Erzähler ist dabei oft zwischen den Sätzen der Mädchen im Einsatz, was etwas sperrig wirkt und weitere Spannung aus der Handlung nimmt. Die Geschichte ist dabei ganz gut ausgedacht und mit einigen interessanten Momenten versehen, wird aber für meinen Geschmack zu langsam erzählt, bis sich am Ende die Ereignisse zu überschlagen scheinen. Eine Straffung des Drehbuches hätte der Folge sicherlich gutgetan.

Herr Eibel, der Auftraggeber für Kati und Cleo, wird von Frank Jordan gesprochen, den er sehr solide und glaubhaft spricht. Er passt gut in die ruhige Szenerie der Episode und wirkt eher zurückhaltend. Die geheimnisvolle Aura, die von der leicht verwirrten Frau Meier ausgeht, wird von Gerlinde Dillge gut umgesetzt, sodass ihre Szenen eine leicht unheimliche Wirkung bekommen. Das mittlerweile gut eingespielte Team aus Linda Förster und Katharina von Keller als Kati und Cleo in den Hauptrollen macht auch hier wieder einen sympathischen und lebendigen Eindruck. Weitere Sprecher sind Jens Wendland, Katja Brügger und Achim Schülke.

Die akustische Gestaltung ist insgesamt gut geraten und setzt vor allem auf passende Geräusche im Hintergrund, die einen authentischen Ausdruck hinterlassen. Die Musik zur Szenentrennung ist poppig und modern, die kleinen Melodien lockern zudem gekonnt die Szenerie auf. In manchen Momenten, in denen die Spannung betont werden soll, ist auch Musik im Hintergrund der Dialoge zu hören, was oft aber eher aufgesetzt wirkt.

Mit dem Zeichenstil der Cover der Serie habe ich mich immer noch nicht recht angefreundet, für die Zielgruppe ist das aber sicherlich ansprechend. Die Szene mit der kleinen Blutlache im Winterwald wird durch die Rahmengestaltung gut ergänzt, bei dem eine Stalltür angedeutet wird. Das Innere ist erneut schlicht, aber übersichtlich geraten - nur die bunte und helle Schrift kann man auf dem Untergrund nicht immer gut lesen.

Fazit: "Monster im Schneewald" bietet einige spannende Szenen, eine gut eingebrachte Winterstimmung und einen interessanten Fall, der aber deutlich zu sehr in die Länge gezogen wurde. Die Entwicklungen sind sehr langsam umgesetzt, die Handlung kommt oft ins Stocken, sodass die Episode nicht durchgängig überzeugen kann.

VÖ: 22. November 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759453025

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