Macabros - 15. Phantoma, Tochter der Finsternis



Das Leben von Roseline Chong gibt paranormalen Forschern viele Rätsel auf, die teils verstörenden Aussagen des Mediums mit den unerklärlichen Narben zieht auch die Aufmerksamkeit von Björn Hellmark auf sich. Er stellt einige Nachforschungen an und versucht, die scheinbar unaufhaltsame Welle des Unheils für die Menschheit abzuwenden...

Das Geisterjäger-Genre in Hörspielen lebt nicht nur von knalligen Actionszenen, sondern auch von unheimlichen Momenten, wobei dieser Aspekt manchmal eher vernachlässigt wird. In der 15. Episode von "Macabros" geht es aber immer wieder sehr mysteriös und leise düster zu, die Stimmung der Episode ist sehr besonders und bringt ein paar ungewöhnliche Momente in die Serie ein. Dafür werden gleich mehrere Themen miteinander verknüpft: Ein todbringendes Haus, ein Medium, das geheimnisvolle Leben einer unheimlichen Frau, paranormale Fähigkeiten und afrikanischen Naturgeistermythologien. Das wird in vielen dynamischen Szenen dargeboten, wobei sich ganz verschiedene Stimmungen abwechseln und natürlich auch wieder witzige Momente und Actionszenen geboten werden, aber eben auch eher ruhige und unheimliche Momente. Doch bei all den verschiedenen Themen ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und auch bei den vielen schnellen Schnitten die Handlung zu einem sinnvollen Ganzen zu ordnen. Die einzelnen Versatzstücke an sich gesehen sind zwar mit ihrer düsteren Ausstrahlung sehr gelungen, die Zusammenhänge sind aber nicht immer klar. Ich mag aber den dramatischen Ausdruck, den einige Szenen mit sich bringen und sehr eindringlich umgesetzt wurden - eben weil dem gelungenen Stil der Serie einige neue Aspekte hinzugefügt wurden.

Natürlich ist Dennis Schmidt-Foß als Björn Hellmark wieder mit dabei, seine ausdrucksstarke Sprechweise sorgt für einen lebendigen Eindruck des sympathischen Privatdetektivs, zumal er sich in den unheimlichen Momenten zurücknimmt, um der Stimmung den Vortritt zu lassen. Die klare Stimme von Kaya Marie Möller passt sehr gut in die Atmosphäre der Handlung, durch sie wirkt die Figur der Phantoma sehr markant, zumal sie gekonnte Variationen ihres Klanges einbaut. So werden ihre Szenen gekonnt betont und bleiben in nachhaltiger Erinnerung. Auch Rosalind Chong bekommt durch Bettina von Nordhausen eine passende Aura verliehen, ihr recht tiefer Klang drückt eine mysteriöse Stimmung aus und verstärkt somit den unheimlichen Aspekt der Episode. Weitere Sprecher sind Viktor Neumann, Nicolas Artajo und Felix Spieß.

Wie immer stimmig und lebendig ist die akustische Gestaltung geraten, die sowohl lauten und packenden als auch ruhigen und unheimlichen Momenten gerecht wird. In vielen Szenen spielt dabei auch im Hintergrund Musik, der gelungene Ausdruck wird aber besonders durch die passgenau eingefügten Geräusche erzeugt - mal als Kulisse, mal prägnanter eingesetzt, um die Handlungen der Figuren lebendiger zu gestalten.

Das Titelbild der Episode ist dieses mal besonders nostalgisch geraten, die Frau mit dem hautengen Kleid, das viel Haut freilässt, fällt nicht nur wegen der Gliedmaßen aus Reptilien auf, sondern auch durch ihren wilden Gesichtsausdruck, während im Hintergrund Feuer und Zerstörung angedeutet werden. Das Innere des kleinen Booklets ist übersichtlich aufgebaut und enthält wieder einige Produktionsnotizen von Markus Winter.

Fazit: Die Erzählweise dieser Episode ist noch verschlungener als gewohnt, die schnellen Wechsel zwischen Themen und Szenen wirken aber auch etwas unübersichtlich. Mir gefällt die düstere Stimmung, die von der Handlung ausgeht und in vielen ruhigen Momenten betont wird, aber eben auch durch spannende Actionszenen aufgelockert wird. Der Humor, der dabei immer wieder aufblitzt, kommt auch hier wieder gut zur Geltung.

VÖ:20. März 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661474

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