Fünf Freunde - 135. und die verdächtige Ölfirma



Als die Fünf Freunde von dem Ölvorkommen erfahren, dass vor der Küste Kirrins entdeckt worden sein soll, ist ihr Interesse geweckt - insbesondere als der Vater ihres Freundes Alf Wertpapiere der Firma kauft, die schon bald Bohrungen durchführen will. Doch es scheint ein Leck zu geben, sodass eine Öllache auf dem Wasser treibt...

Schön früh in der "Fünf Freunde"-Serie von Europa wurden Themen des Umweltschutzes aufgegriffen, in letzter Zeit wird dieses Thema aber immer öfter umgesetzt und an die heutige Zeit angepasst. In der 135. Episode wird so besonders in der Introszene auf die Vermeidung von Plastik eingegangen - ein sehr sinnvoller Ansatz, der aber etwas über das Ziel hinausschießt. So ergibt es unter Nachhaltigkeitsaspekten wenig Sinn, sofort alle Plastiksachen aus dem eigenen Haushalt zu entsorgen, anstatt sie zunächst weiterzubenutzen und erst bei einem Defekt durch Materialien aus Holz, Keramik oder Metall zu ersetzen. Da jedoch eine witzige Idee daraus entsteht, die im Laufe der Episode immer wieder aufgegriffen wird, sei dies verziehen - zumal einige sehr sinnvolle Ansätze geboten werden, die man einfach in den eigenen Alltag integrieren kann. Die Handlung ist leider nicht durchgängig spannend aufgebaut, sondern hält sich ab und an zu sehr mit Nebenschauplätzen auf. Das Tempo könnte höher sein, die Verbindung verschiedener Themen ist jedoch stimmig geraten. Mir gefällt jedoch die Idee hinter der Folge, die man als aufmerksamer Hörer nach einiger Zeit erahnen kann, die aber dennoch insgesamt unterhaltsam aufbereitet wurde. Ein paar gefährliche Actionszenen, lockere und stimmig wirkende Dialoge, aber auch eine recht pathetische Grundstimmung sorgen zwar für einige merkwürdige Momente, insgesamt aber auch für einen unterhaltsamen Eindruck.

Ein Wiederhören gibt es in dieser Episode mit Alf, der von Tim Knauer gesprochen wird. Er lässt den Jungen sympathisch und engagiert klingen, kann aber auch seine negativen Emotionen glaubhaft klingen lassen. Als Mr. Selby ist Detlef Tams zu hören, dessen Stimme sich dynamisch an die Handlung anpasst, der mal schmeichlerisch und mal hart und unnachgiebig klingt - ein typischer Gegenspieler für die Fünf Freunde, den er trotz der Eindimensionalität lebhaft darstellt. Julian wird natürlich wieder von Ivo Möller gesprochen, der engagiert und authentisch wie immer klingt, wobei er in den verschiedenen Situationen glaubhaft agiert. Weitere Sprecher sind Lukas Sperber, Woody Mues und Peter Kaempfe.

Einige der eingesetzten Melodien sind bereits aus anderen Produktionen des Labels bekannt, auch wird die Stimmung des Hörspiels nicht immer aufgegriffen, sondern wird durch die Musik in andere Richtung gelenkt. Die meisten Dialoge sind aber eher mit Geräuschen unterlegt, die einen deutlich stimmigeren Rahmen bilden und den Szenen einen lebendigen Ausdruck verleihen.

Das Cover der Episode greift sehr ansehnlich das Thema auf und zeigt die Fünf Freunde in ihren typisch grellen Klamotten (wahrscheinlich in Bio-Baumwoll-Qualität) beim Bau ihres eigenen kleinen Hauses aus Plastikmüll. Der Zeichenstil ist gewohnt nostalgisch und hübsch geraten, wobei die hübsche Optik mit den Längen- und Breitenangaben einer Landkarte wieder dezent darauf abgestimmt ist.

Fazit: Nicht nur das Thema Unweltschutz, sondern auch dubiose Machenschaften einer Firma werden hier gut miteinander kombiniert. Zwar wird dabei manchmal deutlich über das Ziel hinausgeschossen, der Grundgedanke aber unterhaltsam und mit der typischen Stimmung der Serie umgesetzt. Das Tempo hätte jedoch gerade im Mittelteil höher sein können.

VÖ: 31. Januar 2020
Label: Europa
Bestellnummer: 194397068924

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